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Neustadt Große Klasse mit Spachtelmasse: Dieses Künstlerehepaar lebt und arbeitet jetzt in Schönermark
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Große Klasse mit Spachtelmasse: Dieses Künstlerehepaar lebt und arbeitet jetzt in Schönermark
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19:38 29.10.2019
Friederike Meintke und Hartmut Behder haben geheiratet und sind mit ihrem Atelier von Lögow nach Schönermark gezogen. Quelle: Matthias Anke
Schönermark

Die Türglocke hat keine Chance. Dutzende Lauf-Enten vom Dorfteich nebenan waren schneller und haben sich zu einem Schnatter-Chor vereinigt. Deshalb muss mehrfach geläutet werden, ehe Friederike und Hartmut Meintke-Behder es hören.

„Ruhig kräftiger bimmeln“, sagt die Hausherrin und macht’s vor an diesem alten Bauernhaus mit dem weiß beschrifteten Holzschild „Atelier“ davor. Ihr Mann Hartmut bändigt derweil Paule, den nachtschwarzen Labrador, der allzu gerne Gäste beschlabbert.

Von Lögow nach Schönermark gezogen

Sonnenstrahlen fluten durch die Fenster im Parterre und erhellen auch den Dachboden, der die Werkstatt der beiden ist – das Atelier. Vor knapp zwei Jahren erst haben sie dieses Haus bezogen.

Das Haus samt Atelier am Dorfteich ist auch dank Schild nicht zu übersehen. Quelle: Matthias Anke

„Die ganze Gegend hier ist sehr schön. Und von der Lage her leben wir ja nach wie vor sehr günstig so zwischen Berlin und Hamburg“, erklärt Friederike Meintke-Behder, die mit ihrem Partner zuvor im Wusterhausener Dorf Lögow lebte und arbeitete und da diesen Doppelnamen noch nicht trug. „Wir haben 2017 geheiratet“, verrät der 62-Jährige mit dem silbergrauen Kinnbart.

Architekturbilder sind typisch

Vor knapp zehn Jahren hatten sich die beiden Berliner in der alten Lögower Dorfschule eingemietet. Einst Unterrichtsräume und dann Künstlerwerkstatt, hat der Eigentümer in dem Gebäude Anfang dieses Jahres ein Dorfkino eröffnet.

Das Atelier Meintke-Behder fand derweil eine neue Heimat in Schönermark, „weil es sich zufällig so ergeben hatte“, erklären sie.

Abstrakte Architekturbilder sind typisch. Quelle: Matthias Anke

Üppige Landschaften aus dieser Region oder feingliedrige Menschenabbildungen sucht der Betrachter auf ihren Leinwänden nach wie vor vergebens. Typisch für das Paar mit der Doppelsignatur sind noch immer die Architekturbilder, oft als Collagen zusammengefügte Teile, im Einzelnen aber fein ausgearbeitete Werke, unter deren Oberfläche es mitunter grob zugeht.

Kunstwerke werden in Berlin und Hamburg auf Märkten verkauft

Spachtelmassen, Gipse, allerhand Farbschichten türmen sich stellenweise. Oder täuscht hier und da nur das Auge?

„50 oder 60 Schichten kommen manchmal schon zusammen“, sagt Friederike Meintke-Behder und weist ausgerechnet auf ein Werk, dem ein Laie das nie so angesehen hätte.

Und überhaupt. Die Kunst. Das Auge des Betrachters.

„Das hier kommt einer Landschaft bei Schönermark aber schon nahe“, sagt die 47-Jährige. Möglich. Mit etwas Fantasie.

Friederike und Hartmut Meintke-Behder in ihrem Atelier mit Labrador Paul. Quelle: Matthias Anke

In Berlin und Hamburg gelten Meintke-Behder als heiße Ware. „Wir arbeiten hier montags bis freitags ganz in Ruhe. An den Wochenenden fahren wir dann zu Märkten“, sagt die Künstlerin.

Kunden schauen im Atelier vorbei

„Wir malen ja auch, weil wir es müssen“, sagt sie mit Blick auf den Lebensunterhalt. „Wir haben ja keine Galerie im Hintergrund. Das wollten wir nie“, ergänzt sie ihr Mann. Und sie müssen, weil so mancher Auftraggeber immer mal wieder trampelt.

Ein Spachtel für jede Spachtelmasse steht immer griffbereit. Quelle: Matthias Anke

Hin und wieder läutet draußen auch einer von ihnen die Glocke. Aus Frankreich, Österreich oder Braunschweig schon kamen sie. „Viele Kunden wollen wissen, wo ihr Bild entsteht“, sagt Hartmut Meintke-Behder: „Die wollen das sehen.“

Viel für Fernsehproduktionen gearbeitet

Viel Arbeit steht auch jetzt wieder an. In zwei Wochen fahren sie zur begehrten Kunst- und Verkaufsausstellung „Alsterart“ nach Hamburg. Zwischendurch geben sie Workshops, vermitteln anderen ihre Arbeitstechniken.

Die Neu-Schönermarker hängen sich die eigene Kunst selbst übers Schlafzimmerbett. Quelle: Matthias Anke

„Für Fernsehproduktionen arbeiten wir aber nicht mehr“, sagt Friederike ­Meinkte-Behder. „Einfach zu viel“ seien sie dafür schon unterwegs gewesen. Dabei war gerade auch die Bühnenbauerei lange Zeit ihr Steckenpferd. Das Berliner Kabarett „Distel“ beispielsweise setzte lange Zeit auf ihre Arbeit.

Hartmut Meintke-Behder lernte in Potsdam-Babelsberg einst den Beruf des Kulissenbauers. Das gemeinsame Atelier gründete er 2004 mit seiner Partnerin Friederike, einer Innenarchitektin und studierten Bühnen- und Szenenbildnerin.

Eine Schönermark-Ansicht fürs Dorfgemeinschaftshaus

Ihr Lieblingsbild haben sich die beiden übers Schlafzimmerbett gehängt. Welch’ Statement! Dort, wo im früheren bäuerlichen Haushalt womöglich ein Blumenstillleben Platz fand, wie es so oft der Fall war in der 1900er-Jahrhundertwendegeneration, kommt dieser „Meintke-Behder“ gleichfalls recht blumig daher – und ist dennoch völlig abstrakt.

Dass sie auch ganz anders können, zeigt eine in Lackfarben festgehaltene, einfache Schönermark-Ansicht. „Dorfgemeinschaftshaus“ steht darüber geschrieben. Einem Schild gleich, ist es an der Dorfstraße zu finden, wo es in diesem Jahr anlässlich der Gebäudeeinweihung enthüllt wurde. Die Rückseite ist der Gemeindeschaukasten.

Die Dorfansicht in Lackfarben von Friederike und Hartmut Meintke-Behder. Quelle: Matthias Anke

Meintke-Behders Kater Felix passt darauf auf. Das Areal gehört zu seinem Streifgebiet, wie auch die Gegend rund um den Dorfteich mit seinen Lauf-Enten. Sie fehlen natürlich auch auf dem Schönermark-Bild nicht.

Von Matthias Anke

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