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Neustadt Konfrontation an der Landesstraße: Die einen pflanzen Robinien, die anderen sägen sie wieder weg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Konfrontation an der Landesstraße: Die einen pflanzen Robinien, die anderen sägen sie wieder weg
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17:00 20.11.2019
Roddahns Ortsvorsteher Jan Malo mit einer der an der Landesstraße 14 nachgepflanzten, mitunter aber auch wild gewachsenen und jetzt weggesägten Robinien. Quelle: Matthias Anke
Roddahn

Dass die Allee an der L 14 südlich von Roddahn irgendwann mal wieder so aussieht wie vor etwa zwei Jahrzehnten, von diesem Gedanken müssen sich die Leute dort wohl verabschieden. Ein Versuch einiger Roddahner, die im Verlauf der Jahre entweder durch Stürme oder Entfernen kranker Bäume entstandenen Lücken per Nachpflanzungen wieder zu schließen, ist jedenfalls gescheitert.

„Ein paar Wochen lang war das gut gegangen. Doch jetzt sind alle jungen Bäume wieder weg. Sie wurden abgeschnitten“, erzählt Nina Schuchardt vom Ortsbeirat. Klar: Diese Aktion sei nirgends angemeldet gewesen. Weshalb nicht, das könnte laut der Roddahnerin wohl mit Stichworten wie „ziviler Ungehorsam“ oder „Ökoaktivismus“ erklärt werden. Denn ein offizieller Weg wäre ein wohl zu langwieriges Unterfangen geworden.

Schon oft den Wiedehopf gesichtet

Dass die Robinien entfernt wurden, obwohl sie mittels daneben gesetzter Pfähle als Schutzhölzer gut sichtbar waren, versteht neben Nina Schuchardt auch Ortsvorsteher Jan Malo vor allem nicht, weil sie den Standorten der vorherigen Robinien entsprachen.

Als Malo vor über zwei Jahrzehnten nach Roddahn kam, da sei diese Robinien-Allee noch vollständig gewesen. „Hier brütet auch der Wiedehopf“, sagt Malo, der als Landwirt wie auch Jäger wachen Auges in der Natur unterwegs sei. „Schade, dass sie sich nicht darauf eingelassen haben“, sagt er und meint „die Leute vom Landesbetrieb“.

Landesbetrieb verweist auf Alleenkonzept

Doch für diese gebe es ganz klare Vorgaben, sagt Ingo Schumacher, der Regionalbereichsleiter Betriebsdienst Region West. Demnach hätte selbst ein „offizieller Weg“ keinen Erfolg auf derartige Nachpflanzungen gehabt, sagt er mit Verweis auf das sogenannte Landesalleenkonzept. Alleen werden demzufolge in ihrem Bestand zwar erhalten oder gar auch ersatzweise angelegt. Doch jede Neuanpflanzung erfolgt mit einem Mindestabstand von 4,50 Metern zur Fahrbahn. Ansonsten gebe es in Zukunft nie die Chance, eine Straße nach zeitgemäßen Gesichtspunkten zu erneuern oder Platz für Radwege vorzuhalten.

Zudem: „Auch der Seitenbereich gehört zum Straßenkörper“, gibt Ingo Schumacher zu Bedenken. Was grün aussieht, sei nicht gleich zu schützende Wildnis, sagt er mit Blick auf die zweimal im Jahr erfolgende Grünpflege. Alle Leitpfosten müssten erkennbar und der Blick in den Außenbereich möglich bleiben. Die Baumpflege wiederum wende Gefahren für den Verkehr ab, etwa durch Entfernen von Totholz.

Bisherige Abstände zur Straße zu gefährlich

Auf den Internetseiten des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung heißt es zum Alleenkonzept: „Der Landtag hatte im Juni 2006 einen Beschluss zum Erhalt der Alleen an Bundes- und Landesstraßen gefasst. Daraufhin wurde die ,Konzeption zur Entwicklung von Alleen an Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg’ entwickelt und per Kabinettsbeschluss verabschiedet. Aufgrund der Volksinitiative ,Rettet Brandenburgs Alleen!’ wurde die Alleenkonzeption 2007 evaluiert und 2014 bestätigt.“

Unter dem Punkt „Verkehrssicherheit“ ist erläutert, dass alte Alleenstraßen „durch sehr geringe Abstandsmaße vom Baum zur Straßenkante“ gekennzeichnet sind. „Dies stellt ein erhebliches Konfliktpotenzial dar.“ Neben Schutzplanken und Tempo 70 zum Erhalt der bisherigen Bäume wurde mit dem ergänzenden Landstraßen-Erlass von 2011 auch der Mindestabstand für Neupflanzungen festgeschrieben.

Hoffnung auf erneute Debatte

Jan Malo kritisiert diese „Brandenburger Alleenpolitik“. Der Mann, der für die CDU in Neustadt Stadtverordneter ist, sei „im Herzen ein Grüner“. Hoffnung mache ihm daher die neue Regierungsbeteiligung der Bündnisgrünen. Vielleicht könne die Alleen-Debatte ja doch noch mal Fahrt aufnehmen und am Ende Roddahns Robinien in ihrem bisherigen Verlauf erhalten helfen.

Von Matthias Anke

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