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Neustadt So heftig hat es in der Doppelgemeinde Stüdenitz-Schönermark schon wieder gekracht
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18:02 22.11.2019
Auch das Bürgerhaus in Stüdenitz sorgte erneut für Diskussionen. Quelle: Matthias Anke
Stüdenitz

Auch bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Stüdenitz-Schönermark kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Für den großen Eklat sorgten diesmal gleich drei Streitpunkte: der Ort der bevorstehenden Rentnerweihnachtsfeier in Schönermark, die Zukunft des Bürgerhauses in Stüdenitz und der Sitzungsplan für 2020.

Dass die Weihnachtsfeier in Schönermark in der Gaststätte Issel erfolgt und nicht im neuen Dorfgemeinschaftshaus, kritisierte Tino Seeger als „eine Entscheidung über die Köpfe der Schönermarker hinweg“. Es seien „viele sehr erbost darüber“.

Bürgermeister will nicht umschwenken

Bürgermeister Erwin Jahnke sei sich dessen bewusst gewesen, „dass einzelne so reagieren“. Doch er sehe es nicht ein umzuschwenken. Er habe entschieden. In der Vergangenheit hätten andere Bürgermeister ebenso die Meinungshoheit darüber gehabt. Zudem war die Gastwirtschaft jahrelang schon dafür genutzt worden. Da gab es das Dorfgemeinschaftshaus noch nicht, merkte Seeger an: „Das kann doch von der Gemeinde jetzt gefördert werden.“

Nahtlos schloss sich eine erneute Debatte um das Bürger- und Vereinshaus in Stüdenitz an. Das hätte sich prima als Ärztehaus angeboten, erinnerte Seeger. Und für die Feuerwehr wäre ein neues Gebäude mit vernünftigen Sanitäranlagen in Sicht gewesen.

Eine Sanierung auf eigene Faust käme nun womöglich zu spät, weil im Haushalt bald von einem Defizit von über 400 000 Euro auszugehen sei. Ein Haushaltssicherungskonzept würde laut der Amtskämmerin drohen.

Ein Konzept für das Stüdenitzer Bürgerhaus wurde noch immer nicht vorgelegt

Laut Jahnke indes besteht kein Kaufinteresse seitens der Ärzte mehr. Doch das habe seine Ursache laut Seeger in Stüdenitz: Die Leute seien unter Druck gesetzt worden. „Viel böses Blut floss.“

Seeger kritisierte zudem: Der Bitte, ein Konzept vorzulegen, wie das Haus künftig genutzt werden könnte und wem es aktuell überhaupt dient, sei bis heute nicht nachgekommen worden.

Jahnke, der von alledem nichts hören wollte, ihn einige Male unterbrach mit „Bist Du jetzt endlich fertig?“, sei auf die „Zuarbeit von der Verwaltung“ angewiesen. Er wolle Kosten und Einnahmen beider Dorfgemeinschaftshäuser gegenüberstellen.

Bürgermeister soll sich das Schönermarker Gemeinschaftshaus noch nie richtig angesehen haben

Aus dem Publikum hatte Schönermarks Heimatvereinsvorsitzende Waltraut Wilke für ihr Gemeindehaus Zahlen parat: 52 Nutzungen im Jahr 2018, darunter Kartenspielnachmittage, Familienfeiern, Sportgruppen, der Osterputz, Kaffeeplausch, Vereinssitzungen. 2019 waren es mit Stand November schon 91 Veranstaltungen. „Nun steht die Rentnerweihnacht an. Warum erfolgt die nicht auch in unserem Haus? Die Schönermarker fühlen sich darin sehr wohl.“

Doch Bürgermeister Jahnhke, ein Stüdenitzer, habe es noch nicht mal von innen gesehen. „Nur den Raum der Gemeindevertretersitzungen“, kritisierte sein Vorgänger Gerhard Wilke. Jahnkes Einladung an die Senioren bezeichnete er zudem als ein unwürdiges „lapidares Schreiben“.

Zudem erinnerte Wilke an Jahnkes Affront, sich zwei Stüdenitzer als Stellvertreter an die Seite zu setzen. Sah es der traditionelle Modus in der seit fast zwei Jahrzehnten bestehenden Doppelgemeinde doch vor, dass der Stellvertreter eben nicht auch noch aus dem Dorf des Bürgermeisters kommt.

Einem Gemeindevertreter das Wort verboten

Doch diese Politik setze sich nun fort. Mehr noch: Jahnke („Ich bin hier der Versammlungsleiter!“) verbot Seeger als Gemeindevertreter vehement das Wort, obwohl dieser in der Einwohnerfragestunde von einem Bürger angesprochen worden war.

Und: Es ist absehbar, dass die ohnehin unterlegene vierköpfige Fraktion „Gemeinsam für Stüdenitz-Schönermark“ mit Tino Seeger, Stefanie Brumme, Renate Relau und Guido Keiler bei sämtlichen Anliegen nun erst recht stets überstimmt wird von der Fünfergruppe „Bürger für Stüdenitz“ mit Erwin Jahnke, Thomas Tscharntke, Reno Schmidt, Andreas Borck und Heiko Rahn. Denn diese beschlossen mit ihrer Mehrheit nun auch, die sechs Sitzungen im Jahr 2020 ausschließlich donnerstags stattfinden zu lassen. Dabei war überdeutlich klargemacht worden, dass Seeger, Brumme und Relau ausgerechnet donnerstags keine Zeit haben werden.

Im Ton vergriffen

Als Renate Relau eine wichtige Fortbildung als Grund anführte und sich Jahnke daraufhin auch noch im Ton vergriff („Mensch, Mädel“), dürfte auch für so einige der Gäste klar geworden sein: Hier wurden die Gräben nur noch tiefer gezogen.

Dabei hatte Jahnke selbst erst im Sommer dieses Jahres dieser Zeitung gegenüber versichert, er wolle in der Stüdenitz-Schönermarker Kommunalpolitik „Ruhe reinkommen“ lassen.

Von Matthias Anke

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