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Neustadt Schwarzstorch stoppt Windräder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Schwarzstorch stoppt Windräder
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00:26 25.05.2019
Das Windeignungsgebiet zwischen Neustadt und Bückwitz beherbergt derzeit gut 50 Windkraftanlaagen. Demnächst sollen südlich weitere sechs hinzukommen. Quelle: Matthias Anke
Neustadt

Die „Windfarm Neustadt“ wird nun voraussichtlich doch nicht in dem Maße erweitert, das die Investoren bisher anstrebten. In der letzten Sitzung vor der Neuwahl billigten die Stadtverordneten Anfang der Woche einen neuen Entwurf des Bebauungsplanes um den Windpark zu erweitern. Er sieht nur noch Raum für sechs neue Windräder vor statt der bisherigen neun. Zu verdanken ist das einem ebenso scheuen wie seltenen Vogel: dem Schwarzstorch.

Der Schwarzstorch ist zwar scheu, lässt sich in der Region – wie hier bei Dreetz – aber ab und an beobachten. Quelle: Joachim Ribbe

Das Verfahren läuft nun schon seit Ende 2014. Damals beschlossen die Stadtverordneten, dass für die Erweiterung der „Windfarm Neustadt“ nach Süden ein Bebauungsplan zu erarbeiten sei. Anlass war die Aussicht auf den neuen Regionalplan „Freiraum und Windenergie“. Für Neustadt zeichnete sich dabei ab, dass sich das Windeignungsgebiet südöstlich der Stadt vergrößert. Mit dem Bebauungsplan wollte man bestimmen, wie Investoren die neuen Windeignungsflächen nutzen können.

Investoren stehen in den Startlöchern

Dreieinhalb Jahre lang liefen die Planungen. Unter anderem wurden Flora und Fauna untersucht. In dieser Zeit galt eine sogenannte Veränderungssperre: Das Gebiet durfte nicht baulich genutzt werden. Die Wirtschaft hatte durchaus Interesse daran: Gleich drei potenzielle Investoren erklärten sich zur Übernahme der Planungskosten bereit.

Mitte 2018 lagen die ersten Ergebnisse vor: Auf den rund 250 Hektar zwischen der Berlin-Hamburger Bahnstrecke und der B 5 sei Platz für neun neue Windräder mit einer Höhe von bis zu 200 Metern, hieß es im Vorentwurf des Bebauungsplanes.

Die Stadtverordneten verfügten daraufhin schon mal die „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“. Einen Monat lang wurden im Spätsommer sämtliche bis dahin vorhandenen Unterlagen öffentlich gemacht. „Innerhalb dieser Auslegungsfrist kann jeder seine Bedenken vorbringen“, erklärt der Neustädter Bauamtsleiter Wolfgang Burau.

Untersuchungen waren noch nicht abgeschlossen

Komplett war die Planung aber nicht. „Es wurden weitere Untersuchungen vorgenommen –insbesondere was die Vögel betrifft“, berichtet der Stadtplaner Rainer Dubiel aus der Lutherstadt Wittenberg, auf dessen Schreibtisch die Fäden des Bebauungsplanes zusammenlaufen. Diese Untersuchungen lieferten im vergangenen Jahr nun klare Hinweise drauf, dass ganz im Süden des künftigen Windparks ein Paar Schwarzstörche nistet.

Die Art gilt in Deutschland als sehr selten und streng geschützt. Der Bau von Windrädern würde die Tiere voraussichtlich akut gefährden und widerspräche damit gesetzlichen Regeln zum Naturschutz.

Der Bebauungsplan musste in den vergangenen Monaten also noch einmal überarbeitet werden. Wegen der Schwarzstörche entfallen drei der anfangs neun geplanten Windradstandorte. Außerdem liegt inzwischen der neue Regionalplan „Freiraum und Windenergie“ vor: Das Windeignungsgebiet ist demnach insgesamt etwas kleiner geworden als erwartet. Statt gut 250 Hektar stehen nur 230 Hektar zur Verfügung. Auch diese Änderung muss der Plan berücksichtigen.

Neuer Entwurf wird jetzt öffentlich gemacht

Vom 17. Juni bis 19. Juli wird der überarbeitete Entwurf in der Neustädter Amtsverwaltung und auch online zur Einsichtnahme ausliegen, kündigt der Bauamtsleiter Wolfgang Burau an. „Wenn jetzt noch ein Schwarzstorch kommt, kann es durchaus passieren, dass wir alles noch mal überarbeiten müssen“, sagt Burau. Aber er rechnet nicht ernsthaft damit. „Die wirklich schwerwiegenden Hinderungsgründe für den Windpark sollten jetzt eigentlich benannt sein.“

Auf jeden Fall werden die Stadtverordneten über die eventuellen Anmerkungen zum Plan erneut entscheiden müssen. Erst dann können sie das Papier für rechtswirksam erklären, und erst dann können die maximal sechs neuen Windräder gebaut werden.

Von Alexander Beckmann

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