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Neustadt Zu wenig Platz für behinderte Pendler an Neustädter Bahnhof
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00:18 29.01.2019
Das Amt Neustadt ließ kürzlich immerhin einen zusätzlichen Behindertenstellplatz ausweisen. Quelle: Alexander Beckmann
Neustadt

Hunderte Stellplätze für Pendlerautos drängen sich um den Neustädter Bahnhof. Und es sollen noch mehr werden. Trotzdem reicht der Platz nicht immer für jeden. Vor allem Behinderte haben es manchmal schwer.

Das findet zumindest Detlef S. aus Kyritz, der sich deswegen schon vor gut einem Jahr an die Neustädter Amtsverwaltung wandte. Damals waren lediglich direkt am Zugang zum Bahnsteig zwei Stellplätze für behinderte Menschen ausgewiesen. S., der als selbst von einer Behinderung Betroffener häufig zum Arzt nach Berlin muss, machte die Erfahrung, dass er am Bahnhof oft vergeblich Platz für sein Auto suchte.

Mindestens drei Prozent aller Parkplätze für Behinderte

Die Amtsverwaltung verwies er auf die auf die allgemeine Forderung, mindestens drei Prozent aller Parkplätze für Behinderte zu gestalten und zu reservieren. Von den 75 Stellplätzen am Lokschuppen war bis dato gar keiner für diesen Zweck vorgesehen. Auch auf dem Gelände hinter der Amtsverwaltung an den Arztpraxen fehlt so etwas.

Immerhin wurde die Verwaltung aber irgendwie tätig. „Seit zwei Wochen nun hat sich etwas bewegt“, schreibt Detlef S. an die MAZ. „Leider nur halbherzig und nicht DIN-gerecht.“

Kurzfristig zusätzliche Parkplätze geschaffen

„Wir haben kurzfristig zusätzliche Parkmöglichkeiten eingerichtet – auch für Kurzzeitparker“, bestätigt Bauamtsleiter Wolfgang Burau. Schließlich befinde sich unter anderem das Bistro im alten Wasserturm ganz in der Nähe.

„Warum müssen es fünf Kurzzeitparkplätze sein, aber nur einer für Behinderte?“, bemängelt hingegen Detlef S. „Drei Prozent von 75 sind nicht eins.“ Zudem entspreche der nun gekennzeichnete Behindertenparkplatz nicht der gesetzlichen Norm. Die fordere eine Breite von 3,50 Meter und eine Länge von 5 Metern.

Bauamtsleiter verspricht weitere Nachbesserungen

Bauamtsleiter Wolfgang Burau verspricht auf Nachfrage aber weitere Nachbesserung. „Wir sind dabei, den Bestand zu erfassen.“ Dazu gehöre auch eine Überprüfung der Zahl und der Norm der Behindertenparkplätze.

Weitere sollen auch beim Parkplatzneubau nördlich der Bahn entstehen. Die Pläne dafür seien inzwischen so weit gediehen, dass der Förderantrag gestellt werden kann. Neben über 80 Plätzen für Autos will Neustadt unter anderem eine Buswendeschleife bauen lassen.

Das Vorhaben ist komplizierter, als ursprünglich gedacht. Auf dem Baugelände befinden sich zum Teil alte Bahnanlagen wie Gleise und Kabel. Ansprechpartner mussten gefunden und Zuständigkeiten geklärt werden. „Das war sehr langwierig“, sagt Burau.

Von Alexander Beckmann

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