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Ostprignitz-Ruppin Noch kein Termin für den Prozess
Lokales Ostprignitz-Ruppin Noch kein Termin für den Prozess
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10:52 27.02.2018
Die Ermittler fanden die Leiche in einer Wohnung in Radensleben, in einer Mülltonne. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Es ist unklar, ob der Prozess gegen die zwei Männer, die im August einen 54 Jahren alten Mann in Radensleben ermordet haben sollen, bereits im März beginnt. Zwar sollen Verdächtige eigentlich nicht länger als sechs Monate in Untersuchungshaft sitzen. Dieser Zeitplan ist aber längst nicht in jedem Fall zu halten. Mal ziehen sich die Ermittlungen hin, mal sind die Kapazitäten der Strafkammer ausgeschöpft.

Staatsanwalt geht von Mordlust aus

Im Mordfall in Radensleben sitzen die Verdächtigen, ein 21 und ein 36 Jahre alter Mann, die beide aus dem Neuruppiner Ortsteil sind, seit dem 13. September in Untersuchungshaft. Dem einen wird Mordlust vorgeworfen, dem anderen „niedere Beweggründe“, sagte am Freitag Iris le Claire, die Sprecherin des Landgerichts Neuruppin. Einen Prozessbeginn noch im März hielt die Gerichtssprecherin für unwahrscheinlich.

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Antrag beim Oberlandesgericht notwendig

Das heißt aber nicht, dass die beiden Verdächtigen nach Ablauf der sechs Monate Untersuchungshaft entlassen werden. Vielmehr werde das Landgericht dann in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Brandenburg einen Antrag stellen, dass die Untersuchungshaft verlängert werde, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer. „Das ist ein übliches Prozedere“, so Pelzer. Die heftig zugerichtete Leiche des 54-Jährigen war nach einem Hinweis in einer Mülltonne gefunden worden, die in der Wohnung des 36-jährigen Verdächtigen stand (die MAZ berichtete). Der 21-Jährige hat gegenüber der Polizei eingeräumt, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Haupttäter soll demnach aber der 36-Jährige gewesen sein, in dessen Wohnung die Leiche gefunden wurde. Der 36-Jährige schweigt aber weiterhin zu den Vorwürfen.

Von Andreas Vogel