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Ostprignitz-Ruppin Öko-Bauer mit Experimentierfreude
Lokales Ostprignitz-Ruppin Öko-Bauer mit Experimentierfreude
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09:49 25.08.2017
Benjamin Herkner kann sich in diesem Jahr vor Bohnen kaum retten.
Benjamin Herkner kann sich in diesem Jahr vor Bohnen kaum retten.  Quelle: Peter Geisler
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Deutschhof

 Er hat Glück gehabt: Bis auf 3000 Maispflanzen hat Benjamin Herkner trotz des vielen Regens keine Verluste hinnehmen müssen – anders als Landwirte aus der Umgebung, deren Felder bei dem vielen Regen förmlich abgesoffen sind.

Optimistisch in die Zukunft

Überhaupt lässt sich dieses Jahr für den jungen Landbauer besser als das vergangene an. „Es sieht rosiger aus als 2016“, sagt Benjamin Herkner. Das sei eher schlecht gewesen, dafür habe er an Erfahrung gewonnen, sieht er es positiv. Die Pastinaken gedeihen gut, Kartoffeln, Romanesco und Brokkoli ebenfalls. Der Brokkoli brach alle Rekorde „Das waren so riesige Köpfe, dass sie nicht in die vorgefertigten Kisten für Berlin passten“, sagt Herkner.

Seit bald fünf Jahren betreibt der 32-jährige Königshorster in Dechtow ökologischen Landbau. Abnehmer hat er für seine Produkte in der Region und in Berlin. Derzeit erntet er Buschbohnen ohne Ende, etwa 100 Kilogramm die Woche. „Ich komme kaum nach mit Pflücken.“ Dabei ist es derzeit in seinem Bereich eher ruhig. Die große Arbeit wartet im Herbst auf den Einzelkämpfer, dann, wenn Pastinaken und Topinambur an der Reihe sind.

Junger Landbauer experimentiert

Daneben probiert Herkner immer wieder neue Sorten aus. Wie sich beispielsweise die neu gepflanzte Haferwurzel entwickelt, muss er abwarten. Diese Nutzpflanze kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo sie seit dem Altertum als Gemüse verwendet wurde. Man kann sie als Wurzelgemüse, aber auch als Salat oder Spinat zubereiten. Sie soll sehr nahrhaft sein und ihr Geschmack an Austern erinnern.

Ebenfalls neu in seinem Sortiment ist die Erdmandel. Herkner suchte eine Gemüsepflanze, die kein oder nur wenig Wasser braucht, weil eines seiner Felder sehr trocken ist. Bei seiner Recherche stieß er auf die Erdmandel, eine Nahrungspflanze, die vielfältig einsetzbar ist, unter anderem als Gemüse, als Basis für Mehl, Öl und milchartige Getränke, aber auch zum Knabbern. Sie soll sehr gesund sein, da sie sehr viele Vital- und Ballaststoffe enthält. Doch auch hier heißt es für Benjamin Herkner: abwarten. Geduld ist eine Grundvoraussetzung in seinem Beruf.

Absatzmarkt schaffen

Um seine Produkte zu vermarkten, hat er sich an den umsatzstärksten Fachgroßhändler für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik im deutschsprachigen Raum gewandt. Der beliefert über 1400  Biomärkte und Bio-Supermärkte in Deutschland, Österreich, Südtirol und Luxemburg. Er würde die Deutschhofer Ware abnehmen, doch in einer Größenordnung, bei der Herkner nicht weiß, ob er so viel liefern kann. Doch der gelernte Landschaftsgärtner ist entspannt. „Entschleunigt“, wie er von sich selbst sagt. Das Wachstum der Pflanzen kann er nicht beschleunigen. Und so hat Benjamin Herkner noch genug Zeit, mit einer ehemaligen Mitschülerin, die aus Ribbeckshorst gekommen ist, ein Schwätzchen zu halten. Die kurze Pause motiviert. Mit frischem Schwung macht er sich an die nächsten Buschbohnen, die gepflückt werden wollen.

Von Dagmar Simons

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