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Ostprignitz-Ruppin Pferde aus Katastrophengebiet evakuiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Pferde aus Katastrophengebiet evakuiert
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11:47 22.06.2013
Norbert Kuhns Pferde haben ihreWeideflächen ans Hochwasser verloren. Seit dieserWoche stehen sie auf einer Neustädter Koppel. Quelle: ANKE
NEUSTADT/HEILBRUNN

Norbert Kuhns Empfang ist schwach. Er erzählt von einem Sendemast, der im Wasser steht. Am Handy liegt’s also nicht, das habe er ja gerade erst im Auto geladen. Weit käme er mit dem Wagen allerdings nicht mehr: Kuhn sitzt im vom Wasser noch immer eingeschlossenen Elbedorf Neuermark-Lübars inmitten des Hochwasser-Katastrophengebiets südlich von Havelberg in seiner Pension, die bekannt ist auch als Reiterhof samt Reithalle.

„Meinen Pferden geht’s hoffentlich gut“, sagt Kuhn, als die Leitung besser wird: „Die stammen alle von Neustädter Hengsten ab.“ Ein Anruf beim Landstallmeister Jürgen Müller genügte daher, erzählt Kuhn weiter. „Völlig unproblematisch wurde mir geholfen.“

Mit einem Lkw haben die Neustädter Kuhns vier Warmblüter, seine Fahrpferde, vor einigen Tagen in der Nähe von Rathenow abgeholt. Dorthin konnte Kuhn sie noch evakuieren, bevor das Elbehochwasser kam und er selbst vorige Woche mit einem Hubschrauber ausgeflogen werden musste. Sechs weitere Pferde brachte er rechtzeitig noch andernorts privat unter. Zu Beginn dieser Woche aber kehrte Kuhn eigenmächtig mit einem Boot zurück nach Neuermark, wo die Reithalle und sämtliche Keller auch heute noch voller Wasser stehen.

Auf einer Wiese an der Dosse in Neustadt stehen die Pferde jetzt bestens versorgt. Es ist eine aus tiermedizinischen Gründen etwas abgeschiedene Koppel. „Kuhn kennt das Gestüt als Züchter. Wir haben uns aber auch beim Krisenstab in Stendal gemeldet, dass wir Platz haben“, erklärt Gestüts-Sprecherin Antoinette Flemming. „Wir machen das erst mal umsonst im Rahmen dessen, was wir als Hilfe leisten können“, sagt sie.

So ließen sich noch rund 70 andere Pferde in Sicherheit bringen, falls sich auch bei Landwirt Hanjo Menck die Lage verschlechtert. Seine Tiere stehen von dieser Neustädter Koppel aus gesehen nur wenige Kilometer flussabwärts bei Rübehorst. „So lange der Dossedeich hält, komme ich zurecht. Ansonsten wird’s problematisch“, sagt Menck, der Mitglied im Neustädter Pferdezuchtverein ist. Kritisch wurde es schon, als man den Polder nebenan in Richtung Babe bis zum Rand mit Wasser volllaufen ließ.

Unmittelbar von der nächsten so gefluteten Havelpolderwiese bei Strodehne ist Familie Wellings aus Rhinow betroffen. Seitdem ihre Flächen unter Wasser stehen, beherbergen die Stephanus-Werkstätten im Wusterhausener Ortsteil Heilbrunn Wellings elf Pferde.

Der Landwirtschaftsbetrieb der Stephanus-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Heilbrunn war gut darauf vorbereitet, wie Werkstattleiter Peter Abraham sagt: „Die Pferde fühlen sich bei uns sehr wohl und sicher. Auf dem Land halten wir eben zusammen, wenn die Not über andere hereinbricht.“

Wellings stießen über Bekannte auf die Werkstätten in Heilbrunn, die sich sofort zur Hilfe bereiterklärten. „Die Versorgung der Reit- und Springpferde ist gesichert, und die Beschäftigten der Stephanus-Werkstätten sind im Umgang mit Tieren sehr erfahren“, teilt Abraham mit.

Wie lange die durchnässten Weideflächen ungenutzt bleiben müssen, weiß keiner. In Neustadt und Heilbrunn heißt es jedenfalls, die Tiere könnten erst mal auf unbestimmte Zeit bleiben.

„Irgendwann muss das doch nachlassen“, sagt Kuhn an der Elbe. Sein kleinstes, aber lästigstes Problem sind jetzt die Mücken. Gerade wird er wieder gestochen, da bricht der Empfang ab.

Von Matthias Anke

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