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Ostprignitz-Ruppin Plattdeutsch-Verein gegründet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Plattdeutsch-Verein gegründet
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12:02 22.02.2018
Die Gründungsmitglieder des neuen "Vereins für Niederdeutsch im Land Brandenburg". Quelle: Gerd-Peter Diederich
Wittstock

Aus Brandenburgs Landesnorden, aus der Uckermark, dem Fläming und Randberlin, aus der Prignitz und Ostprig-nitz kamen die 21 Gründungsmitglieder des Landesvereins der Niederdeutschen Sprache Land Brandenburg gestern nach Wittstock. In der mehr als vierstündigen Gründungsversammlung haben sie sich eine Satzung gegeben und einen Vorstand gewählt. Hinrich Enderlein (72) aus Kleinmachnow, Vorsitzender des Landeskulturbundes in Brandenburg, wurde zum Vereinsvorsitzenden der Niederdeutschen gewählt.

Diese Vereinsgründung war selbst vom Dachverband der Sorben in Brandenburg mit dem Verbandsvorsitzenden Meto Nowak (35) maßgeblich unterstützt worden. In dem Dachverband sind mehr als 2000 Sorben Mitglieder.

An der Gründungsveranstaltung in Wittstock hat zudem Reinhard Goltz (60) aus Bremen teilgenommen. Er ist Sprecher im Bundesrat für Niederdeutsch und hat den Brandenburgern Mut zugesprochen, um mit diesem notwendigen Schritt einen Beitrag zur Bewahrung und Pflege der plattdeutschen Sprache in ihren regionalen unterschiedlichen Aussprachefärbungen leisten zu können. Mit Vereinshilfe soll nun auch von der Landesregierung das in der Charta zum Schutz von Minderheitensprachen verbriefte Recht auf Förderung eingefordert werden. Brandenburg sei bislang das einzige von sieben infrage kommenden Bundesländern, in dem durch die Landesregierung keine verbindlichen Regelungen zum Schutz der niederdeutschen Sprache eingegangen worden sind. Goltz zufolge gibt es zur Anzahl der niederdeutsch Sprechenden ein Gefälle von Norddeutschland bis nach Münster und an die holländische Grenze. Platt zu sprechen sei im Brandenburger Norden noch stark ausgeprägt.

Fritz Neie aus Kyritz berichtete in der Gründungsversammlung, dass er einem Freundeskreis zur niederdeutschen Sprachpflege vorsitzt. "30 Menschen kommen aus allen Richtungen zu uns, um Platt zu reden." Sie treffen sich jeden Monat zum Plattsprechen am Stammtisch. Dieser Freundeskreis wolle deshalb sofort dem Landesverein beitreten. Neie befürchtet ein weiteres Generationenproblem in der Sprachenpflege, weil jetzt schon in zwei Generationen kaum noch plattdeutsch miteinander gesprochen wird. Die Sprache werde deshalb schon nicht mehr an die Kinder und Enkel weiter gegeben.

Dabei sei es kein Problem für Kinder, diese Sprache zu lernen. Das bestätigt Heidi Schäfer aus Sewekow aus eigenen Erfahrungen. Wo es die richtige Unterstützung und Mitstreiter in Kindertagesstätten und sogar in Schulen gibt, seien Kinder mit viel Spaß und Eifer dabei. Sie lernen diese Sprache spielerisch.

Das bestätigt ihr auch Karl-Ludwig Quade vom Vorstand des Heimat- und Kulturverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Im Nachbarbundesland bekommen die Niederdeutschen die notwendige Unterstützung der Landesregierung. Dort gab es sogar ein Wahlpflichtfach "Niederdeutsch" an Schulen. Das Projekt musste mangels niederdeutsch sprechender Lehrer im Jahr 2006 aufgegeben werden, nachdem die alten Pädagogen pensioniert waren.

Prignitz-Landrat Hans Lange bekannte, dass er begeistert Platt spricht. Er habe vor seiner Landratszeit sogar eine tolle Büttenrede in niederdeutscher Sprache hinbekommen. Er bedauert, dass es keinen plattdeutschen Duden gibt, der ein willkommenes Hilfsmittel für Aussprache sein könnte.

Von Gerd-Peter Diederich

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