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Ostprignitz-Ruppin Prignitz-Express: Kreistag fordert zweites Gleis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Prignitz-Express: Kreistag fordert zweites Gleis
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02:19 21.04.2018
Der Prignitz-Express sorgt seit Monaten für wachsenden Frust. Quelle: Christian Schmettow
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Neuruppin

Die Abgeordneten des Kreistags Ostprignitz-Ruppin lehnen den Entwurf des Landesnahverkehrsplanes des Landesregierung in Potsdam geschlossen ab. In einem am Donnerstag beschlossenen Appell ans Land fordern sie einen deutlichen Ausbau des Bahnverkehrs im Nordwesten des Landes, vor allem zuverlässige und schnelle Verbindungen nach Berlin.

Damit stellt sich jetzt auch der Kreistag hinter die Initiative, die Landrat Ralf Reinhardt (SPD) und mehrere Bürgermeister aus der Region vor einigen Wochen gestartet hatten. Innerhalb weniger Tage haben sie mehr als 2300 Unterschriften für besseren Bahnverkehr gesammelt. Reinhardt hat die Liste vor einer Woche bei einem Treffen in Rheinsberg an Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) übergeben (die MAZ berichtete).

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Auch der Kreistag fordert jetzt einen schnellen Ausbau des Prignitz-Expresses. Das Land müsse dafür sorgen, dass mit dem RE 6 spätestens bis 2022 Neuruppin und Wittstock alle halbe Stunde per Bahn mit Berlin verbunden werden.

Damit dass möglich wird, müssten aus Sicht des Landrates zumindest zwei Ausweichstellen mit einem zweiten Gleis an der Strecke gebaut werden, an denen Züge aneinander vorbeifahren können. Bisher ist die Strecke auf der gesamten Länge eingleisig. Ein Halbstundentakt ist deshalb zurzeit unmöglich.

Zweites Gleis soll Halbstundentakt möglich machen

Der Kreistag fordert den Bau eines kompletten zweiten Gleises zwischen Hennigsdorf und Neuruppin. Landrat und Bürgermeister würden schon ein kurzer zweigleisiger Abschnitt bei Wall und nördlich von Neuruppin genügen.

In der vergangenen Woche hatte das Land erstmals zu einer Mobilitätskonferenz nach Potsdam geladen. Neben Verkehrsministerin Schneider haben daran auch Vertreter der Bahn, des Verkehrsverbundes VBB und Lokalpolitiker teilgenommen. Auch dort war die prekäre Situation auf der Strecke des RE 6 Thema. Ralf Reinhardt war nach dem Treffen optimistisch, dass sich auch die Bahn jetzt mit einem möglichen zweigleisigen Teilstück befassen wird. Das Unternehmen hat seit Monaten massive Probleme mit der Zuverlässigkeit des RE 6 und findet dafür keine wirkliche Lösung. Ein Ausweichgleis würde helfen.

Der Kreistag fordert außerdem Verbesserungen für die Bahnlinie RB 54 von Berlin nach Rheinsberg. Statt wie bisher nur im Sommer soll das ganze Jahr hindurch ein Zug zwischen Rheinsberg und Berlin-Ostkreuz fahren. Wenigstens morgens und abends sei ein Zug in beide Richtungen nötig, um die Strecke für Pendler attraktiv zu machen.

Bahnhof Kyritz-Nord soll schneller gebaut werden

Außerdem soll das Land auch nachts Züge über Nauen, Neustadt und Wittenberge fahren lassen. Der Bahnhof Kyritz-Nord für die RB 73 muss schneller gebaut werden, und das Land muss die Kosten für die RB 73 wieder komplett selbst übernehmen.

Ab März sollen die Ausschüsse des Landtags über den Entwurf des Nahverkehrsplanes beraten. Die Abgeordneten im Kreistag hoffen, dass zumindest einige Forderungen noch eingearbeitet werden. Die Unterschriftensammlung soll bis dahin weiterlaufen, kündigte der Landrat an; inzwischen seien bereits mehr als 3000 Unterschriften für einen besseren Bahnverkehr zusammengekommen. Das Land bezahlt den Schienenverkehr in Brandenburg und legt auch fest, auf welchen Strecken Züge wie oft fahren sollen.

Von Reyk Grunow