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Ostprignitz-Ruppin Prignitz-Express fällt für drei Monate aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Prignitz-Express fällt für drei Monate aus
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00:18 27.02.2017
Der Prignitz-Express am Freitag auf einer der beiden Seedammbrücken. Auch dort gab es offensichtlich mal ein zweites Gleis. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Drei Monate lang soll kein Zug fahren zwischen Neuruppin Rheinsberger Tor und Kremmen. Das geht aus der Baustellenplanung von DB Netze Regionalbereich Ost hervor, die im Internet zu finden ist. Auf den Seiten 179 und 180 geht es um die Erneuerung der Eisenbahnbrücken über den Ruppiner See am Neuruppiner Seedamm.Deshalb gibt es dort zum Fahrplanwechsel 2018/2019 drei Monate lang Ersatzverkehr. Die Trasse war dort erst vor 17 Jahren neu gebaut worden. Nun wird die eingleisige Strecke vom 9. Dezember 2018 bis zum 1. März 2019 gesperrt.

„Die Planung bestätigen wir“, schreibt Gisbert Gahler von der Deutschen Bahn AG auf MAZ-Anfrage. „Das Ersatzprogramm wird von DB Regio im Zusammenhang mit den technologischen Möglichkeiten so festgelegt, dass für die Benutzer der Linie RE 6 die geringsten Auswirkungen entstehen.“

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Umleitung über Löwenberg nicht möglich

Laut Internetseite der Bahn fallen 81 Tage lang durchschnittlich 38 Züge aus. Eine Umleitung auf der Schiene ist bislang offenbar nicht vorgesehen. Möglich wäre so eine Umleitung nur über Wildberg und Neustadt (Dosse) nach Berlin-Spandau. Auf diesem Gleis verkehrten bis 2006 Personenzüge. Die konnten in Neustadt aber nicht auf die Hauptstrecke nach Berlin wechseln, weil ein Signal fehlte. Die ebenfalls vorhandene Bahnstrecke von Neuruppin über Herzberg, Löwenberg und Oranienburg nach Berlin-Gesundbrunnen scheidet als Umleitung aus, denn sie führt ebenfalls über den dann gesperrten Neuruppiner Seedamm. Auf dieser Trasse wurden vor vier Jahren Züge nach Rheinsberg über Neuruppin umgeleitet. Im aktuellen Fall funktioniert das nicht mehr.

Der Landrat will Busse als Ersatz nicht hinnehmen

Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt, reagierte am Freitag sofort auf eine Anfrage der MAZ: „Wir werden alles tun und offensiv dafür kämpfen, dass eine Umleitung der Züge gibt. Die Bahn ist uns was schuldig für die ganzen Pannen in der vergangenen Zeit. Wir werden nur einen Ersatzverkehr auf der Schiene akzeptieren, und wir gehen davon aus, dass das Land und der VBB uns dabei unterstützen“, so Ralf Reinhardt. „Der VBB wird sich natürlich kümmern und mit allen Beteiligten vorab intensive Gespräche führen – so wie bei allen Bauvorhaben, die größeren Einfluss auf den Fahrplan haben“, schreibt die Sprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg,Elke Krokowski, auf MAZ-Anfrage. Allerdings könne ein Ersatzverkehr in der Regel den Regelfahrplan nicht in der gleichen Qualität ersetzen“, räumt sie ein.

Wustrauer Richterakademie ohne Bahnanschluss

Am schwierigsten wird es für die Dörfer zwischen Neuruppin und Kremmen, denn in Wustrau-Radensleben werden dann bestenfalls Busse halten. Betroffen sind dort vor allem Gäste der Wustrauer Richterakademie.

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde ist in großer Sorge ums Fontanejahr, das im März 2019 eröffnet wird. Man wisse doch, dass solche Baumaßnahmen schnell mal viel länger dauern als geplant, sagt er – vor allem, wenn man mitten im Winter zu bauen beginnt.

Für ein zweites Gleis in Radensleben

Der stellvertretende Neuruppiner Bürgermeister Arne Krohn sieht in der geplanten Sperrung auch eine Chance: Wenn die Strecke zwischen Neuruppin und Kremmen schon für drei Monate gesperrt wird, dann könnte man in dieser Zeit doch das bis 1998 vorhandene Ausweichgleis am Wustrau Bahnhof Radensleben wiederherstellen. Eine Ausweichstelle dort könnte helfen die Verspätungen auf der eingleisigen Strecke zu verringern. Genug Zeit, das zu planen, sei ja noch, findet Arne Krohn.

Von Christian Schmettow