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Ostprignitz-Ruppin Regenwasser kostet ab Januar extra
Lokales Ostprignitz-Ruppin Regenwasser kostet ab Januar extra
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17:49 12.12.2017
Bisher haben alle Neuruppiner für die Beseitigung des Regenwassers bezahlt, ab Januar soll sich das ändern. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Für viele Neuruppiner könnte Abwasser im kommenden Jahr deutlich billiger werden. Die Stadtwerke senken ab Januar den Preis für das sogenannte Schmutzwasser auf 2,61 Euro netto pro Kubikmeter. Dieser Preis gilt für jenes Wasser, das etwa durch Toiletten, Waschmaschinen, Duschen oder die Küchenspüle in die Kanalisation gelangt. Gleichzeitig kassieren die Stadtwerke ab dem kommenden Jahr eine separate Gebühr für Regenwasser. Wer Niederschlag, der auf sein Grundstück fällt, ins öffentliche Kanalnetz einleitet, zahlt pro Quadratmeter versiegelter Fläche künftig 0,51 Euro.

Bisher waren Schmutz- und Regenwasser in dem einheitlichen Abwasserpreis von netto 3,14 Euro enthalten. Künftig werden beide Preise getrennt berechnet.

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Aus Sicht der Stadtwerke hat das einen Vorteil: mehr Gerechtigkeit. Früher musste jeder für das Regenwasser mit bezahlen, das in die Kanalisation lief und damit ins Klärwerk. Künftig soll nur noch zur Kasse gebeten werden, wer auch tatsächlich Wasser einleitet. Für alle, die ihr Regenwasser zum Sprengen des Gartens sammeln oder versickern lassen, dürfte es dadurch billiger werden. Alle Grundstückseigentümer, die große versiegelte Flächen haben, müssen allerdings mit höheren Kosten rechnen.

Wer viel versiegelte Fläche hat, muss viel bezahlen

Die Stadt Neuruppin bekommt das ab 2018 deutlich zu spüren. Ihr gehören mit Straßen, Plätzen und Gehwegen riesige Flächen, auf denen enorme Mengen Regen anfallen. Früher war unklar, wie groß diese Flächen tatsächlich sind und wie viel Wasser davon in die Kanalisation gelangt. 2014 hatten Stadt und Stadtwerke einen Pauschalpreis vereinbart. Demnach bekommen die Stadtwerke bisher rund 260 000 Euro im Jahr für die Beseitigung des Regenwassers von öffentlichen Flächen.

Inzwischen haben die Stadtwerke aber nachgerechnet, von welchen Flächen tatsächlich Regenwasser ins Kanalnetz fließt. Im Sommer hatten alle Grundstückseigentümer dazu Post bekommen. Auch die Flächen der Stadt wurden genau ausgerechnet. Jetzt liegen alle Daten vor. Danach muss Neuruppin künftig mehr als doppelt so viel für sein Regenwasser berappen. Ab 2018 zahlt die Fontanestadt Neuruppin rund 530 000 Euro pro Jahr an ihre Tochterfirma. Bürgermeister Jens-Peter Golde ist froh über die Klarstellung: „Jetzt wird das endlich auf ordentliche Füße gestellt.“

Stadtverordnete stimmen am Montag ab

Am Montag sollen die Stadtverordneten die neue Vereinbarung mit den Stadtwerken absegnen. Unklar ist noch, ob sie auch über die künftigen Preise für Schmutz- und Niederschlagswasser abstimmen müssen. Golde geht davon aus, dass das eine Angelegenheit der Stadtwerke ist. Schließlich hatten die Stadtverordneten schon vor Langem beschlossen, die Abwasserbeseitigung in Neuruppin privatrechtlich zu organisieren – anders als die meisten anderen Orte im Land. Die Justiziare im Rathaus glauben trotzdem, dass auch in diesem Fall die Stadtverordneten das letzte Wort haben sollten. Bis das geklärt ist, kann es Monate dauern. Die neuen Preise sollen trotzdem rückwirkend ab Januar 2018 gelten.

Von Reyk Grunow