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Ostprignitz-Ruppin Reha Konzept ist neuer Campingplatz-Pächter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Reha Konzept ist neuer Campingplatz-Pächter
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16:39 29.01.2018
Jörg Tümmel von Reha Konzept ist der neue Betreiber des Campingplatzes in Lindow. Quelle: FOTO: Regine Buddeke
Lindow

Am Freitag gab es die Papiere: Die Firma Reha Konzept ist neuer Pächter des städtischen Campingplatzes am Gudelacksee. Bei der offiziellen Übergabe an das Lindower Unternehmen war auch Amtsdirektor Danilo Lieske mehr als zufrieden, nachdem die Stadt den Platz ein Jahr lang selbst betreiben musste. „Es ist ja nicht originäre Aufgabe einer Stadt, den Campingplatz zu betreiben. Auch wenn es Stimmen gab, die uns gern weiter dort gesehen hätten.“

Bereits vor über einem Jahr war die Pacht neu vergeben worden. Weil ein unterlegener Bieter wegen eines Formfehlers im Vergabeverfahren klagte, erklärte das Landgericht dies nachträglich für ungültig und die Stadt musste als Platzbetreiber in die Bresche springen, bevor die neue Ausschreibung startete. Laut Lieske gab es diesmal fünf Interessenten und drei Bieter – den Zuschlag erhielt Reha Konzept. „Bestbietend – sowohl preislich als auch konzeptionell“, so Lieske. Das überzeugte auch die Stadtverordneten in ihrer Sitzung im vergangenen Dezember.

Aktuell wird die Wiese für Kurzzeitcamper trockengelegt. Quelle: Regine Buddeke

Jörg Tümmel, der mit seiner Partnerin Simone Schomborg das Areal nun unter seinen Fittichen hat, ist ein Mann mit Ideen und Blick in die Zukunft. „Hier bin ich an der Front“, sagt er. Die Bagger sind schon an der Arbeit. Ein Drainagegraben an der Wiese der Kurzcamper soll verhindern, dass die Fläche wie im vergangenen verregneten Sommer unter Wasser steht. „Die sind hier reihenweise abgesoffen – das geht gar nicht“, so Tümmel. Auch einiges andere auf dem Platz mit dem idyllischen Namen „Weißer Sand“ kann aus seiner Sicht so nicht bleiben. Man nehme nur den Sand selber. „Ich habe gerade 100 Tonnen Sand bestellt – sonst kann man den Strand doch nicht unter dem Namen vermarkten“, befindet der Tausendsassa, der als Rollstuhlfahrer bislang nicht in jede Ecke des Campingplatzes gelangt. „Das wird jetzt komplett barrierefrei“, hat er vor. Immerhin werde die Dauercamper-Gemeinde auch nicht jünger. Gepflasterte Rampen und Wege, wie er sie vorhat zu bauen, seien da sicherlich ein Plus für viele ältere Camper.

Die neuen Betreiber wollen einen Fahrrad- und Kanuverleih anbieten

Eine weitere Baustelle ist der Kiosk. Zuletzt war er die Rezeption. „Hier war nichts“, sagt Jörg Tümmel. Er und Simone Schomborg haben Regale besorgt, damit der Kiosk zu Saisonbeginn den Urlaubern auch Einkaufsmöglichkeiten bietet. Und noch mehr Angebote will er den Campern offerieren. Als Anbieter diverser mobiler Untersätze für Rollifahrer hat er sich ohnehin schon einen Namen gemacht. Aber auch Urlauber ohne Handicap kommen bei ihm auf seine Kosten. „Ich will hier einen Fahrradverleih etablieren – mit normalen und E-Bikes“, sagt der 56-Jährige. Des Weiteren kann er mit Elektromobilen jedweder Art aufwarten: Quads, Buggys, Quadrix und mehr sind geländegängig und in den schönen Wäldern rund um die Drei-Seen-Stadt gut zu gebrauchen.

Auch für Wassertouristen wollen die neuen Betreiber mehr tun. „Es wird einen Kanuverleih geben“, so Tümmel. Immerhin werbe die Stadt mit einem Anlegeplatz für Wasserwanderer. „Da wollen wir Gas geben“, sagt Tümmel. Kanuten können hier nicht nur anlegen, sondern auch übernachten. Dafür will er drei Holzhütten auf Rädern bereit stellen. Für Motorboot-Begeisterte hat er ebenfalls Möglichkeiten. „Wir bieten führerscheinfreie bis 15 PS an, aber auch schnellere“, erklärt er. Drei große Boote stehen schon bereit: „Für sechs Personen, auch zum Übernachten“, sagt er.

Auch ein Kiosk zur Versorgung soll bald öffnen

Auch einen Imbisswagen haben die neuen Pächter geplant, vielleicht auch einen Carport: „Falls wir eine Baugenehmigung bekommen“, schränkt Tümmel ein, hofft aber auf Wohlwollen seitens der Stadt. „Man unterstützt uns hoffentlich dabei, den Campingplatz voranzubringen und attraktiver für Touristen zu machen“, wünscht er sich für die Zukunft. Der Campingplatz sei ein Schatz, den die Einheimischen gar nicht so wahrnehmen. Mit 70 Parzellen überschaubar und familiär. Man kennt sich und schätzt die gute Gemeinschaft. Rund 15 Parzellen für Dauercamper, zumeist 80 bis 100 Quadratmeter groß – sind noch frei.

Für Jörg Tümmel ist die Investition in die Zukunft unumgänglich. „Lindow ist wunderschön. Man muss es nur besser vermarkten“, lobt er und wünscht sich mehr Engagement auch von anderer Seite. Mit mehr Tourismusförderung würde seiner Meinung nach einiges in der Stadt besser laufen, müssten keine Innenstadtgeschäfte schließen. „Man muss den Leuten was bieten. Das kann hier ’ne richtig schöne Meile werden“, ist er sicher. „Man muss nur anfangen. Und durchhalten.“

Von Regine Buddeke

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