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Ostprignitz-Ruppin Die Reparatur der Stadtmauer ist zu teuer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Reparatur der Stadtmauer ist zu teuer
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09:39 15.01.2015
Kippen kann die Mauer wohl nicht mehr, aber die Schäden bleiben. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Eigentlich sollte sie längst saniert sein - doch hinter dem Neuruppiner Museum bietet die historische Stadtmauer noch immer einen beunruhigenden Anblick. Breite Risse ziehen sich durch das Mauerwerk, das an sich den Eindruck macht, gerade frisch verfugt worden zu sein. Auf der stadteinwärts gerichteten Seite wurden die Risse immerhin notdürftig mit Mörtel oder etwas Ähnlichem verschmiert. Auf der Seite des Tempelgartens klaffen sie dafür umso deutlicher. Waagerecht und senkrecht ziehen sich Spalten durchs Mauerwerk. An manchen Stellen sind sie mehr als fünf Zentimeter breit. Ob und wann die Schäden an der erst kürzlich sanierten Stadtmauer beseitigt werden können, ist derzeit völlig unklar.

Schäden lange bekannt, Ursache nicht

Dass die Schäden im Rathaus seit Langem bekannt sind, bestätigt Neuruppins Stadtsprecherin Michaela Ott. In der Tat bestehen die Risse schon mehr als ein Jahr. Abhilfe gab es bisher aber nicht, nur eine Sicherung.

Ende 2013 hatten Fachleute entdeckt, dass sich die historische Stadtmauer hinter der damaligen Museumsbaustelle plötzlich neigt und absenkt. Die Stadt hatte einen Gutachter eingeschaltet, doch auch der konnte laut Baudezernent Arne Krohn nicht zweifelsfrei klären, was der Grund für die unerwarteten Bewegungen war. Fest stand nur, dass die Mauer nicht fest stand. Sie hatte an dieser Stelle kaum ein Fundament.

Betonblöcke und Holzbalken als Stütze

Die Stadtverwaltung beauftragte eine Firma, unter den Feldsteinsockel des Mauerwerks in regelmäßigen Abständen Betonblöcke zu gießen, die verhindern sollten, dass die Mauer weiter kippt und möglicherweise irgendwann einstürzt. Im April waren die Arbeiten laut Stadtverwaltung beendet. Was damals vielleicht unterging: Für die Stadtmauer besteht zwar keine akute Gefahr mehr, sicher steht sie deshalb aber noch längst nicht.

Seit mehr als einem Jahr stützen dicke Holzbalken und schwere Sandsäcke als Gegengewicht das jahrhundertealte Mauerwerk. Ohne sie wäre die Mauer kaum zu halten. Für eine wirkliche Sanierung der schweren Mauerschäden fehlt der Fontanestadt 2014 das Geld. "Das ist für dieses Jahr geplant", sagt Michaela Ott und schränkt die Aussage gleich ein: "Wenn das Geld reicht." Angesichts der Haushaltslage ist das allerdings fraglich.

Schon jetzt hat die Kämmerei das Geld, das für Investitionen und Bauvorhaben zur Verfügung steht, deutlich zusammengestrichen (die MAZ berichtete). Michaela Ott will nicht spekulieren, ob es möglich sein wird, die Mauer zu reparieren. "Das müssen die Stadtverordneten entscheiden", sagt sie. Ende Januar werden sie bei einer Klausurtagung darüber reden, welche Projekte und Zuschüsse 2015 überhaupt noch zu bezahlen sind. Die Stützen an der Stadtmauer könnten noch für Jahre nötig sein.

Schutz und Zollgrenze

Neuruppin ist weithin bekannt für seine intakte Stadtmauer. Mit einer Länge von rund 3,5 Kilometern umschließt sie die gesamte Altstadt.

Seit den 90er Jahren lässt Neuruppin die einstige Befestigung und den Weg daneben – die sogenannte Kommunikation – nach und nach sanieren.

Die Mauer ist ein einheitliches Bauwerk. Einige Teile stammen aus dem Mittelalter, die meisten sind erst nach dem Stadtbrand 1787 entstanden.

Ursprünglich diente die Stadtmauer zur Befestigung, später war sie vor allem Zoll- und Handelsgrenze. gru

Von Reyk Grunow

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