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Rheinsberg Andrea Sawatzki plaudert mit Knut Elstermann über ihr neues Buch
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16:25 03.02.2020
Schauspielerin Andrea Sawatzki las im Rheinsberger Schlosstheater aus ihrem neuen Buch - Knut Elstermann moderierte den Abend Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Ihr Erstling war ein ausgewachsener Thriller. Wieso schreibt Andrea Sawatzki jetzt auf einmal lustig, will Knut Elstermann wissen, der der bekannt-beliebten Schauspielerin auf der Bühne des ausverkauften Rheinsberger Schlosstheaters als Moderator gegenübersitzt.

Wenn man Andrea Sawatzki sieht, erübrigt sich die Frage. Sie kann einfach nicht anders – ihr herzlich-breites Lächeln verrät, dass die Frau vor Witz und Humor nachgerade übersprudelt. Wenn man sie denn erst aus ihrem neuen Buch vorlesen hört – ach was, spielen sieht – bleibt kaum ein Auge trocken.

Es ist eine neue Reihe, die die Musikakademie hier in Kooperation mit dem Tucholsky-Literaturmuseum aufgelegt hat: Schauspieler, die schreiben. „Nicht einfach Lesungen von Schauspielern, sondern Schauspieler, die selber literarisch richtig was drauf haben“, sagt Akademieleiter Felix Görg. „Es gibt viele die gut schreiben“, sagt auch Elstermann und löchert Andrea Sawatzki mit allen Fragen, die das Publikum auf dem Herzen haben könnte.

Das Schlosstheater war ausverkauft, die Fans amüsierten sich sichtlich. Quelle: Regine Buddeke

Etwa, wie viel ihrer eigenen Familie in Sawatzkis Protagonisten steckt, der liebenswert-chaotischen Familie Bundschuh, über die Andrea Sawatzki mittlerweile schon vier Bücher geschrieben hat. Die Heldin Gundula, Familienmutter und Hausfrau im mittleren Alter scheint den Nerv der Leser zu treffen. So sehr, dass die Geschichten mittlerweile auch alle verfilmt wurden. Sie arbeitet bereits am nächsten Band.

„Gundula ist so verrückt – hat die viel mit dir zu tun?“, fragt Elstermann. „Klar hat sie viel mit mir zu tun“, sagt die Schauspielerin, „mit den Ängsten einer älter werdenden Frau und dem ständigen Gefühl, unzureichend zu sein. Unter dem Anspruch von Perfektion zu stehen, den man nie erreichen kann.“ Tröstlich für alle im Saal, dass selbst so erfolgreiche Menschen wie Sawatzki so etwas fühlen. Es macht die Autorin noch sympathischer, als sie eh schon ist.

Vier Bundschuh-Bücher bisher – alle verfilmt

Warum sie – obschon so bekannt und beliebt – noch mit dem Schreiben angefangen habe, will Elstermann wissen. Um die 50 Jahre sei so eine Zeit, wo man sich frage: Gehts jetzt bergab – oder gibt es noch etwas, das ich ausprobieren will?, bekennt Andrea Sawatzki. Sie tat es und ist überzeugt: „Mit 50 ist die beste Zeit, etwas Neues auszuprobieren.“

Ob sie in den Bundschuh-Büchern Familiengeheimnisse aus, bohrt Elstermann nach. Andrea Sawatzki lacht. Nein, das würden ihre beiden Kids nicht akzeptieren, die es eh nicht mögen, wenn die Familie auf der Straße erkannt werde. Auch das Meerschweinchen gebe es zwar, nicht aber den Verschleiß wie im Roman, wo Sohnemann die Tiere auf seiner Autorennbahn als Testpiloten immer wieder beim Salto Mortale aus der Kurve fliegen lässt. Das Publikum lacht sich angesichts der amüsanten Ideen der Autorin schier scheckig.

Andrea Sawatzki musste am Ende viele Bücher signieren. Quelle: Regine Buddeke

Ja, ihre Figuren seien schon von Menschen inspiriert, die sie kenne. Zumeist ein Puzzle aus Versatzstücken. „Aber mein Mann ist glücklicherweise nicht wie Gerald“, sagt sie über Christian Berkel, ebenfalls Schauspieler, ebenfalls Autor. Er wird im April in Rheinsberg zu Gast sein.

Wenn Andrea Sawatzki liest, liefert sie – Vollblutschauspielerin, die sie ist – die Stimmen gleich dazu, sogar die Filmstimmen glaubt man herauszuhören: Etwa die von Judy Winter, die im Film Schwiegermutter Susanne spielt. Sawatzki schwäbelt die Rose, spricht tief und schleppend den von Axel Milberg gespielten Gerald und gibt Gundulas Mutter Ilse einen dominant-vorwurfsvollen Tonfall, der für so manchen herzlichen Lacher sorgt. Auch die Schilderungen des schönen Yoga-Gurus Mussorkski – in den Gundula leise verknallt ist – erheitern ganz immens.

Blumen für Andrea Sawatzki. Quelle: Regine Buddeke

Das sei das Schöne an den Büchern, dass man sich selbst und seinen alltäglichen Familienwahnsinn so wunderbar widergespiegelt finde, lobt Elstermann. Sawatzki liest: Von Gundula, die als bekennende Schul- und Gruppenphobikerin auf einmal vor einer völlig neuen Herausforderung steht: In drei Wochen den Theaterkurs der Schule auf Vordermann zu bringen und mit den Kids – allesamt verhaltensauffällige Pubertiere – Shakespeares „Sommernachtstraum“ zur Aufführung zu bringen. Das birgt viel Potenzial für schräge Situationen. Immer wieder brandet Gelächter auf. Am Ende muss Andrea Sawatzki viele Bücher signieren – sie tut es mit ihrem unwiderstehlich-breitem Lächeln.

Von Regine Buddeke

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