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Rheinsberg Kater angeschossen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Kater angeschossen
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16:43 10.05.2019
Angeschossener Kater Bilbow aus Rheinsberg Quelle: Privat
Rheinsberg

Herzzerreißend miauend kam Bilbow eines Abends nach Hause. Kristin Klein guckte gleich, was ihrem blutenden Kater fehlte – und erschrak ohne Ende: Im Fell ihres geliebten Tiers war ein Loch. Ein Schussloch.

„Es war ein richtiger Durchschuss“, beschreibt die Rheinsbergerin die Wunde. „Nichts, was darauf deutet, dass er am Zaun hängengeblieben sein könnte. Das sieht anders aus.“

Mit Verletzungen kennt sie sich aus. Schließlich ist Bilbow nicht ihre erste Katze. Ihr voriges Tier kam ab und zu sogar „total zerfetzt“ von Kämpfen mit anderen Vierbeinern wieder nach Hause, bevor es nach zehn Lebensjahren überfahren wurde.

Preis für die Freiheit

Und auch bei dem dreiviertel Jahre alten Bilbow gab es schon Schürfungen. „Damit muss man bei Freigängern rechnen“, sagt Kristin Klein. „Die haben ein gewisses Lebensrisiko.“

Dass aber jemand auf ein Haustier schießt, wie diese Woche passiert, sei inakzeptabel. „Es ist einfach unfair, dass dem Burschen jemand so etwas antut. Wer macht denn so was?“

Tierbesitzerin warnt auf Facebook

Nachdem sie die Wunde gründlich abgetastet und gereinigt hatte, bat Kristin Klein deshalb ihre Schwester, einen Post in die Facebook-Gruppe für Einwohner von Rheinsberg zu stellen. Dort steht auch der Hinweis, dass es in Deutschland strafbar ist, auf Katzen zu schießen.

„Vielleicht liest es derjenige, der es getan hat, und es wird ihm klar, dass das nicht geht“, so die Rheinsbergerin. Außerdem hofft sie, Hinweise auf den Täter über das Internet zu bekommen.

Berichte vom Schuss und weiteren Angriffen

Tatsächlich meldeten kurz nach der Veröffentlichung zwei Mitglieder der Gruppe, die am besagten Abend einen Schuss gehört haben. Andere berichteten, dass Übergriffe auf Katzen zum Beispiel mit Gift in der Gegend um die Menzer Straße keine Seltenheit sind.

Es gebe dort jemand, der keine Katzen mag, schreibt eine Facebook-Nutzerin. „Leider darf man keine Namen sagen, aber er ist stadtbekannt.“ Eine andere berichtet, dass ihr Kater vor zwei Monaten eine ähnliche Verletzung hatte. Der Tierarzt sei sich zu 98 Prozent sicher, dass es eine Schusswunde ist.

Polizei sind die Probleme nicht bekannt

Die Polizei ist von Übergriffen auf Katzen in Rheinsberg indessen nichts bekannt. Auch insgesamt in der Region gäbe es kaum gemeldete Angriffe auf Tiere, berichtet Polizeisprecherin Dörte Röhrs.

Sie vermutet aber auch, dass die meisten Delikte in diesem Bereich einfach nicht angezeigt werden. „Die Geschädigten bekommen ja vielleicht zu hören: Jetzt hab’ dich nicht so, ist ja nur ein Tier.“

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Diese Denkweise sei aber falsch. „Eine Katze ist auch ein Lebewesen und es ist verboten, sie in Fallen zu locken, zu vergiften oder anzuschießen.“ All das seien Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.

Und für die Tierbesitzer können solche Ereignisse traumatisch sein. „Eine Katze ist oft nicht nur ein Tier – sie ist ein Familienmitglied“, sagt Dörte Röhrs. Wenn dieses verletzt wird, könne es auch als ein „Riesenangriff“ auf die Familie empfunden werden.

Straftat im Internet melden

Die Polizeisprecherin rät deshalb, bei solchen Vorfällen auf jeden Fall eine Strafanzeige zu stellen. „Damit wir überhaupt erfahren: Da ist etwas.“ Nur dann bekommen die Behörden die Chance, dem Problem nachzugehen. Und heutzutage sei es möglich, eine Straftat schnell und unkompliziert sogar im Internet anzuzeigen.

Kristin Klein will den Vorfall nicht bei der Polizei melden. „Gegen wen soll ich eine Anzeige stellen?“, fragt sie. „Ich habe ja keine Ahnung, wer es war.“ Sie nimmt an, dass das Verfahren deshalb im Sande verlaufen würde. Und Bilbow würde es erst recht nichts bringen.

Die Polizei nimmt im Internet Strafanzeigen entgegen unter: www.polizei.brandenburg.de/liste/buergerservice/73511.

Von Celina Aniol

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