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Rheinsberg Die Bahn fährt jetzt auch im Winter
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18:47 26.11.2018
Ab 9. Dezember fahren wieder Züge nach Rheinsberg – auch im Winter. Quelle: Peter Geisler
Rheinsberg

Die Stadt Rheinsberg bekommt endlich, wofür sie seit Jahren gekämpft hat: eine Bahnverbindung nach Berlin, die das ganze Jahr über funktioniert. Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember fahren die Züge der RB 54 auch im Winter. Das hat jetzt der Verkehrsverbund VBB bestätigt.

Im Winter rollen die Züge zunächst fünfmal am Tag in beide Richtungen. Um 9.27 Uhr, um 11.27 Uhr, 14.27 Uhr und 16.27 Uhr fahren sie ab Rheinsberg bis Löwenberg, wo die Fahrgäste in andere Bahnen nach Berlin umsteigen können. Der letzte Zug des Tages, der um 18.24 Uhr in Rheinsberg startet, fährt durch bis zum S-Bahnhof Berlin-Lichtenberg. In umgekehrter Richtung fährt am Morgen ab 9.23 Uhr ein Zug direkt von Berlin-Lichtenberg bis Rheinsberg, die anderen vier beginnen in Löwenberg.

Zurzeit fährt kein Zug nach Rheinsberg

Zuletzt war Rheinsberg nur in der Touristensaison im Sommer per Bahn zu erreichen. Das Land Brandenburg und der VBB hatte die Niederbarnimer Eisenbahn jeweils ab April bis Oktober verpflichtet. Wer zurzeit auch Rheinsberg will, muss mit dem Bus oder dem Auto fahren.

Peter Krause, der Chef des Tourismusverbandes Ruppiner Seenland, war positiv überrascht, als er am Montag durch die MAZ von den neuen Zügen hörte. „Das ist eine sehr gute Entscheidung für Rheinsberg“, sagt er. Es sei nicht mehr hinnehmbar, dass Gäste einen der beliebtesten Ausflugsorte in ganz Brandenburg nur im Sommer per Bahn erreichen können.

Rheinsberg hat auch im Winter touristisches Potenzial“, findet Krause. „Das kann jetzt besser genutzt werden.“ Vor allem für die Besucher aus Berlin seien Züge unerlässlich, sagt der Tourismusfachmann. In der Hauptstadt hat nur jeder Zweite überhaupt ein eigenes Auto. Und mit dem Bus nach Rheinsberg zu fahren dauert so lange, dass es kaum ein Berliner tut.

Wichtig: Werbung für die Bahnverbindung

Für Peter Krause ist jetzt vor allem eines wichtig: „Wir müssen jetzt trommeln, damit die Strecke auch ein Erfolg wird.“ Denn zunächst ist der Ganzjahresbetrieb ein Versuch im Fontanejahr 2019, bestätigt VBB-Sprecherin Elke Krokowski.

Vielleicht deshalb hält sich Landrat Ralf Reinhardt mit dem Jubeln noch etwas zurück. Er hatte auf etwas mehr gehofft. Nach der Regionalkonferenz zum öffentlichen Nahverkehr im Land im Mai in Neuruppin war von einem möglichen Testbetrieb auf der Strecke der RB 54 über drei Jahre die Rede gewesen. Entscheiden müsste das allerdings das Land. Das bezahlt für die Bahnverbindungen, die der VBB dann bei den Unternehmen bestellt.

Dass wenigstens 2019 Züge im Winter bis Rheinsberg fahren, hält Landrat Reinhardt immerhin für einen Schritt in die richtige Richtung. „Wir finden das immer noch nicht ausreichend“, sagt er: „Aber wir freuen uns natürlich, dass es weitergeht.“

Prignitz-Express bis Gesundbrunnen

Kleine Verbesserungen bringt der Fahrplanwechsel am 9. Dezember auch beim Prignitz-Express RE 6. Dort sollen künftig alle Züge bis Berlin-Gesundbrunnen fahren und nicht mehr in Spandau enden. Während der Landesgartenschau ist Wittstock täglich im Stundentakt erreichbar.

Auch an den Wochenenden fahren Züge zwischen Neuruppin und Wittstock dann jede Stunde statt alle zwei Stunden wie bisher. Geplant sind am Wochenende außerdem zusätzliche Fahrten gegen 22 Uhr ab Wittstock in Richtung Neuruppin und Wittenberge.

2019 gehen die Bauarbeiten in Velten weiter

Ob auch die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Prignitz-Expresses steigt, ist aus dem neuen Fahrplan nicht zu erkennen. In diesem Jahr hatte es immer wieder Probleme mit den den Triebwagen gegeben; auch Probleme mit der Strecke und Baustellen hatten für Verspätungen und Ausfälle gesorgt.

2019 sollen die Bauarbeiten im Bahnhof Velten weitergehen. Die Bahn hatte schon vor Monaten angekündigt, dass die Strecke des RE 6 dann wohl erneut gesperrt werden muss. Wann genau das passieren wird, ließ das Unternehmen zuletzt jedoch offen.

Von Reyk Grunow

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