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Rheinsberg Schwochow kandidiert fürs Stadtparlament
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01:16 30.03.2019
Frank-Rudi Schwochow ist Bürgermeister von Rheinsberg. Er kandidiert nun auch für den Posten als Stadtverordneter. Quelle: Peter Geisler
Rheinsberg

Ein prominenter Name zieht immer. Davon geht der Rheinsberger Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow aus – und kandidiert deshalb bei den anstehenden Kommunalwahlen im Mai für das Stadtparlament.

Er tritt als Spitzenkandidat von BVB/Freie Wähler an. Den Posten als Stadtverordneter will er jedoch nicht annehmen. Schließlich müsste er dafür den Stuhl im Rathaus räumen. „Und das will ich auf keinen Fall“, stellt er auf MAZ-Anfrage klar.

„Ausnahmesituation“ rechtfertige die Strategie

Er habe lange darüber nachgedacht, ob er sich aufstellen lassen sollte, sagt Schwochow. Im Normalfall sei er dagegen, dass Politiker kandidieren, nur um Stimmen für eine Partei zu erhaschen, wohl wissend, dass sie auf den Posten sofort verzichten.

„Wir haben in Rheinsberg aber eine Ausnahmesituation.“ Aus seiner Sicht gibt es eine grundsätzliche Blockadehaltung der alten Parteien seiner Arbeit gegenüber. Sein Ziel sei es deshalb, nach den Kommunalwahlen die stärkste Fraktion in Rheinsberg zu stellen.

„Damit die Verwaltung endlich vernünftig arbeiten kann.“ Hinzu komme, dass er als Bürgermeister ohnehin ein Mitglied des Stadtparlaments sein wird. Seine Kandidatur mit Rücktrittsabsicht sei deshalb moralisch vertretbar – und kein Einzelfall.

Mandat ebenfalls nicht angetreten

Tatsächlich trat auch in Rheinsberg der ehemalige Rheinsberger SPD-Bürgermeister und heutige Kreistagschef Manfred Richter 2014 den Stadtverordnetenposten nicht an, obwohl er nach Schwochow die zweitmeisten Stimmen erhielt.

Er zog es vor, das Kreistagsmandat anzunehmen. Er betonte aber, dass ihm im Vorfeld nicht klar war, dass er beide Mandate erringen könnte. 2014 bekam Richter 490 Stimmen in Rheinsberg, Schwochow 876.

Landtagsabgeordnete will Stadtvertreterin werden

Auch bei der aktuellen Wahl steht ein prominenter Name an der Spitze der SPD-Kandidatenliste in Rheinsberg: Die Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke bewirbt sich um einen Posten als Stadtvertreterin. Und meint es nach eigenen Aussagen im Gegensatz zu Schwochow ernst mit ihrer Kandidatur.

Ulrike Liedtke ist Landtagsabgeordnete und will nun Stadtvertreterin der Prinzenstadt werden. Quelle: Regine Buddeke

„Wenn ich gewählt werde, werde ich definitiv in die Stadtverordnetenversammlung einziehen“, sagt Liedtke auf MAZ-Anfrage. Toll findet sie die Strategie Schwochows nicht. Ihn dafür verurteilen will sie aber nicht. Jeder müsse für sich entscheiden, wie er mit dem Thema umgeht. „Für mich selbst kommt es aber nicht in Frage.“

74 Rheinsberg kandidieren insgesamt um den Einzug in die Stadtverordnetenversammlung der Prinzenstadt, so Wahlleiterin Christiane Winkelmann. Der Wahlausschuss, der am Dienstag tagte, erklärte alle Bewerbungen für zulässig.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Reyk Grunow

Das Rennen um die Sitze in Rheinsberg

Mit den meisten Kandidaten gehen BVB/Freie Wähler an den Start. 26 Leute stehen auf der Liste – angeführt vom Rheinsberger Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow.

Die SPD bewirbt sich mit 17 Anwärtern auf Posten als Stadtvertreter. An erster Stelle der Liste steht die Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke. Die CDU-Liste führt der Stadtverordnetenvorsteher Walter Luy an. Neben ihm warten die Christdemokraten mit zwölf weiteren Kandidaten auf.

Auf der Liste der Linken stehen acht Personen. Sie wird angeführt von Paul Kurzke. Die FDP hat sieben Kandidaten. Ihr Spitzenmann ist Tom-Morten Theiß. Die Piraten treten mit zwei Bewerbern an. An erster Stelle steht Dirk Harder. Bei der Wählergruppe Kreisbauernverband gibt es nur einen Kandidaten. Es ist Hartmut Hofmeister.

Derzeit belegt die SPD-Fraktion mit sechs Abgeordneten die meisten Sitze in der Rheinsberger Versammlung. Die zweitstärkste Kraft ist die Fraktion BVB/Freie Wähler/FDP, die momentan fünf Stadtvertreter stellt. Die Christdemokraten verfügen über vier Stimmen, die Linke über zwei. Darüber hinaus sitzt noch der fraktionslose Wilfried Schmidt im Stadtparlament.

Von Celina Aniol

Die Kandidaten für die Rheinsberger Stadtverordnetenversammlung stehen nun fest. 74 Personen gehen ins Rennen um die insgesamt 18 Posten. Auch für die Ortsbeiräte gibt es genügend Bewerber – und eine Besonderheit.

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