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Rheinsberg Dirk Harder aus Rheinsberg tritt für die Piraten an
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12:50 28.08.2019
Dirk Harder aus Rheinsberg will für die Piraten in den Potsdamer Landtag einziehen. Quelle: Celina Aniol
Rheinsberg

Kein Kino, kein Konzert, kein ausgedehnter Besuch bei Freunden – weil kein Bus mehr nach Hause fährt. Dass viele junge Brandenburger abends deshalb oft nichts unternehmen können, empfindet Dirk Harder als ein Unding.

Dabei gelte das nicht nur für junge Menschen, die in den Dörfern leben. Selbst nach Rheinsberg fährt der letzte Bus um 20.33 Uhr in Neuruppin ab. Und Erwachsene ohne Auto treffe es ebenso. Auch deswegen wäre der öffentliche Personennahverkehr das erste Thema, das der 52-Jährige als Landtagsabgeordneter anpacken würde.

Auf Platz 4 der Landesliste

Der gebürtige Hamburger, der vor 20 Jahren ein Wochenendhaus in Luhme kaufte, zehn Jahre später nach Neuruppin und 2012 nach Rheinsberg zog, tritt für den Landtag an. Er ist der Direktkandidat der Piraten im Altkreis Neuruppin und hat den Platz 4 auf der Landesliste der Partei bei der Wahl am 1. September.

Dass ihm die Inhalte der Piraten mit dem Schwerpunkt digitaler Wandel gefallen, stellte der Projekt-Ingenieur, der technische Informatik studiert hat und seit rund 20 Jahren für eine amerikanische Firma im Medienbereich in Nord- und Ost-Europa arbeitet, vor langer Zeit fest. In die aktive Politik klinkte er sich aber erst nach seinem Umzug in die Prinzenstadt ein.

„Es reizt mich, etwas zu verändern“

Dann aber richtig: Er wirkte beim Zusammenschluss einiger Kreisverbände zum Regionalverband Nordbrandeburg mit und ist nun sein zweiter Vorsitzender. „Es reizt mich, etwas zu verändern.“

Die Netzpolitik, ehemals das Kernthema der Piraten, unterstütze er dabei zwar nach wie vor. In der Region stehen aber andere Probleme im Vordergrund.

So kritisiert Harder, dass der von Potsdam übergestülpte Landesentwicklungsplan gerade den ländlichen Raum in seinem Wachstum deutlich einschränkt und ihm die Entscheidungsfreiheit über Belange vor Ort nimmt. Dass wegen des Plans vielerorts keine Supermärkte oder neue Bau- und Gewerbeflächen entstehen dürfen, sei kaum jemanden zu vermitteln.

Nicht die kleinen Orte abhängen

Und schlicht Gift für kleinere Orte. Weil der Speckgürtel Berlins voll ist, könnten Menschen aus der Hauptstadt da eine neue Heimat finden. Das passiere derzeit aber selten, weil die Region zu unattraktiv ist.

Der fehlenden Anbindung, der schlechten Ärzteversogung wegen. Die weißen Flecken bei der Internetversorgung in der Region tun ihr übriges. „Wir dürfen die kleinen Dörfer nicht weiter abhängen.“

Dagegen anzukämpfen, sei auch ein Mittel, um gegen den Fachkräfte- oder besser gesagt: den Mitarbeitermangel vorzugehen, der die Wirtschaftsentwicklung in berlinfernen Regionen hemme. „Die Leute kommen hierher und bleiben nur dann, wenn sie gerne hier leben.“

Arzt sollte ins Dorf, nicht umgekehrt

Aus Sicht Harders sind es viele Mosaiksteinchen, die bewegt werden müssen, bis sich das große Bild verbessert. Für die kleinen Schritte hat er Ideen.

Er setzt zum Beispiel auf Rufbusse, die keine festgelegten Routen mehr abfahren und über neue Medien kurzfristig abrufbar sind. Oder auf den Ärzteeinsatz in der Fläche. „Wir müssen den Arzt ins Dorf bringen anstatt das Dorf zum Arzt.“

Harder fordert, dass Potsdam mehr Anreize für Ärzte und Lehrer schafft, die in ländliche Regionen ziehen. Und dass das Land den Eltern die Kitabeiträge erlässt. „Ich bin für kostenfreie Kitas und Horte, was aber nicht zulasten der Qualität gehen darf.“

Harder fordert Livestreams aus dem Landtag

Auch gegen Politikverdrossenheit, die er beobachtet, sollte das Land etwas tun. Er will, dass die Hürden für Volksbegehren gesenkt werden und dass die Politik transparenter wird. „Die Sitzungen auf Landesebene sollten über Livestreams für alle im Netz abrufbar sein, damit sich die Bürger ein eigenes Bild machen können.“

Auch müsste jeder Gutachten wie die zum Flughafen BER ohne große Hürden einsehen dürfen. „Nur so wird die Politik für die Bürger nachvollziehbar – oder eben nicht.“

Dass sich das Land bisher gegen solche Vorstöße sperrt, liege daran, dass sich die Politiker nicht angreifbar machen wollen. Die Piraten gehen da einen anderen Weg: „Wir machen Videostreams von unseren Sitzugen und sind für absolut flache Hierarchien.“

Von Celina Aniol

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