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Rheinsberg Späte Traubenkirsche wird zur Waldplage
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Späte Traubenkirsche wird zur Waldplage
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07:27 10.11.2019
Die Spätblühende Traubenkirsche hatte sich in dem Waldstück bei Dorf Zechlin stark ausgebreitet. Quelle: FBG Neuruppin
Walsleben

Die Spätblühende Traubenkirsche aus Brandenburgs Wäldern zu entfernen, kostet einige Mühe. Die Neuruppiner Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) hat sich der Herausforderung gestellt und auf einer Fläche von 1,8 Hektar die ausdauernden, wuchernden Sträucher beseitigt.

Die Maßnahmen wurden notwendig, da in der Gemarkung Dorf Zechlin bei Wallitz mehr Laubbäume wachsen sollen und Trauben-Eichen gepflanzt wurden. „Wir haben dort Windwurf beseitigt und Trauben-Eichen gepflanzt“, erklärt der Vorsitzende Enno Rosenthal.

Traubenkirsche bildet dichte Strauchschicht

Die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche dringt vor allem in lichte Eichen-, Kiefern- und Lärchenbestände ein und bildet eine dichte Strauchschicht, so dass das Wachstum anderer heimischer Pflanzen und damit die Waldverjüngung gebremst wird. Die Konkurrenzstärke und ihr rascher Wuchs verdrängen in kurzer Zeit heimische Baumarten. In Europa zählt sie deshalb zu den invasiven Neophyten. Sie hat aber auch positive Eigenschaften.

Die Spätblühende Traubenkirsche

Die SpätblühendeTraubenkirsche oder Amerikanische Traubenkirsche stammt aus Nordamerika und zählt in Europa zu den Neophyten.

Bereits 1623wurde sie nach Europa gebracht. Erste Erwähnungen für Deutschland stammen aus dem Jahr 1685.

Der Anbauerfolgte als Ziergehölz in Gärten und Parks. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Gegenüber Winter- und Spätfrösten zeigt sie sich relativ unempfindlich.

Im Spätsommerbilden sich dunkle, essbare Früchte. Die Kerne sind allerdings giftig und dürfen nicht mitgegessen werden. Sie sind mehrere Jahre keimfähig.

Auf Grundihrer Ausbildung von Wurzelbrut ist sie allerdings schlecht wieder einzudämmen, wenn sie auf geeigneten Lebensraum trifft.

Durch die rasche Zersetzung der Blätter trägt sie zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bei und wirkt sich positiv auf die Waldökologie aus. Der dichte Bewuchs schützt auch vor Wind und hemmt die Ausbreitung von Waldbränden. Auch als Bienenweide sind sie sehr beliebt. Sie verlängern das Blütenangebot für die bestäubenden Insekten nach der Obstbaumblüte. Die Blüten enthalten sehr viel Nektar. Da die Spätblühende Traubenkirsche absolut stadtklimafest und frosthart ist, kann sie auch problemlos als Straßenbaum eingesetzt werden.

Für empfindliche Biotope eine Bedrohung

Die drei Mitarbeiter der Forstbetriebsgemeinschaft Neuruppin waren knapp eine Woche mit den Arbeiten beschäftigt. „Die größeren Büsche wurden abgemäht und die kleineren konnten wir heraus ziehen, sagt Enno Rosenthal. „Diese Prozedur muss allerdings regelmäßig wiederholt werden, bis die Trauben-Eichen groß genug sind. Das dauert etwa fünf Jahre.“

Auch nach dem Absägen bilden sich aus dem Stumpf neue Triebe. Deshalb ist es sehr aufwendig, diesen Baum wieder los zu werden. Für empfindliche Biotope kann die Pflanze deshalb zur Bedrohung werden, weil sie die Flächen überwuchert und die Lichtverhältnisse verändert.

Die Maßnahme wurde jetzt vom Brandenburger Landwirtschaftsministerium zum ELER-Projekt des Monats gewählt, das mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes gefördert wird. Die Beseitigung der Traubenkirsche wird über zwei Jahre aus öffentlichen Mitteln unterstützt. Die Förderung beträgt dafür 900 Euro – pro Hektar werden 250 Euro gefördert.

Von Cornelia Felsch

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