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Rheinsberg „Familie Brasch“ in Rheinsberg gezeigt
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14:22 16.08.2019
Marion Brasch und Museumschef Peter Böthig in der an den Film anschließenden Fragestunde. Quelle: Foto: Regine Buddeke
Rheinsberg

„Was sollen wir jetzt eigentlich denken?“, fragt am Ende ein Mann, der sich als „Wessi aus Köln“ outet und offen lässt, ob die Frage provokant gemeint ist. Oder Ausdruck absoluter Hilflosigkeit – angesichts der Fülle an Material mit all seinen DDR-spezifischen Widersprüchen, die Filmemacherin Annekatrin Hendel in ihren 103-Minüter gepackt hat.

Marion Brasch, abgesehen von ihrer Tochter die einzige noch Lebende der Brasch-Familie, um die es im vorangegangenen Film ging, ist durch die Frage nicht aus der Ruhe zu bringen. „Das kann ich Ihnen nicht sagen – der Film wirkt ja auf alle anders. Vielleicht wissen Sie es morgen“, ermuntert sie den Kölner, der am Donnerstagabend wie andere in der rappelvollen Rheinsberger Remise noch Fragen hat an die Radiomoderatorin.

Film zeigt Familienporträt mit Rissen

Marion Brasch, jüngste der vier Brasch-Geschwister, hat ihrerseits 2012 ein Buch mit ihrer eigenen Sicht auf die schwierige Familiengeschichte abgeliefert und somit ein Stück weit verarbeitet. Abgeschlossen hat sie längst noch nicht – sie frage sich oft, warum der Vater, ein prominenter Parteifunktionär, ihren großen Bruder, den Filmemacher und Autor Thomas Brasch, als Kind auf der verhassten Kadettenschule schmoren ließ und später den Mühlen der DDR-Justiz auslieferte, als Thomas gegen die Ausbürgerung Biermanns protestierte.

Warum ihr Bruder Klaus auf dem Gipfel seines schauspielerischen Erfolgs derart früh starb, warum Peter, auch er Autor, nach so vielen trockenen Jahren plötzlich wieder trank.

Annekatrin Hendel drehte den Film 2018

Hendels Film, der 2018 gedreht und auf dem Filmfest in München erstmals gezeigt wurde, geht all dem nach – aus einer Außenperspektive. Aber auch aus einer sehr subjektiven – kommen im Film doch neben Marion Brasch auch viele andere zu Wort, die der Brasch-Familie nahestanden: Bettina Wegner und Katharina Thalbach, beides Partnerinnen von Thomas Brasch.

Der Schriftsteller Christoph Hein und Florian Havemann, der Sohn des Regimekritikers – beides enge Freund von Thomas Brasch. Der Produzent Joachim von Vietinghoff und der Bildhauer Alexander Polzin – ebenfalls Weggefährten von Thomas Brasch, der den Film streckenweise dominiert. Kein Wunder: „In Thomas hat man sich sofort verliebt – egal ob Mann oder Frau“, sagt von Vietinghoff über Thomas Brasch. „Er war ein Verführer.“

„Er war frech und kühn und keck“, sagt Christoph Hein über Thomas Brasch und lacht dabei. Man spürt dessen Bewunderung auch heute noch. Obwohl Thomas Braschs Vater dafür verantwortlich war, dass er – wohl wegen seines vermeintlich schlechten Einflusses auf Thomas – von der Filmhochschule flog. Und Thomas wenig später just seinen Studienplatz bekam.

Viele Zeitgenossen und Freunde der Braschs interviewt

Ein Familienporträt des Malers Leif Heanzo zieht sich wie ein roter Faden durch den Film: Die Familie posiert, nur Vater Horst streckt den Finger wie eine Waffe anklagend gegen Thomas, der mit ausgebreiteten Armen steht und dem Angriff Brust und Stirn bietet.

Jedes Mal, wenn das Bild eingeblendet wird, sind es weniger Personen, bis am Ende nur noch das kleine Mädchen – Marion Brasch – auf ihrem Stuhl sitzt und nach unten schaut. Sie war zu klein, um die Konflikte der Familie damals zu verstehen. Und musste still mit ansehen, wie ihre Familie nach und nach verschwand aus ihrem Leben.

Marion Brasch beantwortete Fragen und signierte ihr eigenes Buch über die Familie

„Ich verstehe, dass der Film verstörend wirken muss – weil er so viele Risse zeigt, ohne Lösungen anzubieten. Das ist schwer auszuhalten“, sagt Peter Böthig, Chef des Tucholsky-Literaturmuseums, der zu der Lesung eingeladen hatte und der Peter und Marion Brasch schon aus den Achtzigern in der Berlin-Prenzlberger Literaturszene kennt und sie später als Stadtschreiber nach Rheinsberg holte. Er habe den Film mehrfach gesehen und immer blieben Fragen offen.

Marion Brasch im Gespräch mit einem Film-Besucher. Quelle: Regine Buddeke

Am 9. Oktober läuft „Familie Brasch“ um 22.45 Uhr in der ARD.

Von Regine Buddeke

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