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Rheinsberg Feuerwehr: Handy-Alarm statt Sirene
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Feuerwehr: Handy-Alarm statt Sirene
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18:58 23.09.2019
Eltern wollen, dass die Feuerwehrsirene auf dem Dach der Linower Kita nicht während des Mittagsschlafes schrillt. Das umzusetzen ist aber nicht einfach. Quelle: Celina Aniol
Linow

Die Feuerwehrsirene auf dem Kita-Dach für ein ruhiges Mittagsschläfchen der lieben Kleinen jeden Tag ein paar Stunden lang abschalten? Das kommt in Linow nun doch nicht in Frage, sagt der Rheinsberger Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow. Die Wehrführung habe den erneuten Vorstoß aus dem Ort abgelehnt.

Tatsächlich haben sich die Dorfvertreter im Sommer darauf geeinigt, dass die Sirene, die den Kindern zuweilen den Schlaf raubt, doch nicht versetzt werden soll. Das haben Lokalpolitiker zuvor gefordert, nachdem Eltern Unterschriften gegen den Alarm auf dem Dach gesammelt haben (die MAZ berichtete). Stattdessen verlangen sie nun, dass die Alarmanlage zwischen 11.30 und 14 Uhr ausgeschaltet wird.

Doch auch das ist nicht machbar, sagt Stadtbrandmeister Fred Kuball. Zumindest nicht ohne weitere Vorkehrungen.

Funksystem nicht ganz zuverlässig

Zwar werden die Brandschützer heutzutage über Funkmeldegeräte benachrichtigt, wenn ihre Hilfe benötigt wird. Doch die Technik funktionierte nicht unbedingt zuverlässig, sagt der Feuerwehrchef.

„Wenn ich zum Beispiel im Keller oder in bestimmten Neubauhäusern bin, da gehen die Pieper ganz oft nicht.“ Auch eine Autofahrt könne dazu führen, dass der Empfang des Alarmsignals ausbleibt. Genau aus diesem Grund gebe es immer zwei parallel laufende Alarmierungssysteme: den Funk und die Sirene zum Beispiel.

Man könnte zwar letztere durch ein anderes System ersetzen, so Kuball. Durch ein entsprechendes Handy-Programm zum Beispiel. Doch das würde wiederum Geld kosten. Und zwar nicht zu knapp, sollte die Anwendung bedarfsgenau Dienst leisten.

Stadtbrandmeister für die Handy-Lösung

„Die Stadt muss nun überlegen, was sie will.“ Sprich: Ob sie der von den Linower Kita-Eltern aufgestellten Forderung folgt und investiert. Oder bei der Null-Ausgaben-Variante bleibt.

Kuball plädiert für den zukunftsgewandten Plan. Denn mit einem Handy-Programm , wie ihn schon einige brandenburger Wehren haben, können die Feuerwehrleute beim Alarm ihrem Einsatzleiter auch gleich Bescheid sagen, ob sie ausrücken können – oder vielleicht doch gerade zig Kilometer entfernt arbeiten oder gar im Urlaub sind.

Das hat die alte Technik nicht drauf. „Es kommt heutzutage vor, dass wir losfahren, bevor alle da sind.“ Schlicht, weil unklar ist, wer überhaupt zum Einsatz kommen wird.

Problem mit Sirene auch am Rathaus

Für Kuball steht aber auch fest, dass die Stadt nicht so schnell umrüsten wird. Denn zuvor muss sie sich noch um die Feuerwehrsirene kümmern, die auf dem bisherigen Rathaus stationiert ist, das irgendwann verkauft wird. Eigentlich sollte diese später am neuen Verwaltungsgebäude installiert werden. Wegen des Denkmalschutzes sei das aber nicht möglich. Ein neuer Standort, vermutlich am Multifunktionsplatz, muss her.

„Das müssen wir zuerst anpacken.“ Denn sehr viele Sirenen gebe es nicht mehr in der Kernstadt. „Früher hatten wir sechs, heute sind es noch drei. Keiner will ja mehr so ein Ding auf dem Dach haben.“

Auch die Linower nicht unbedingt. Wie es mit der dortigen Sirene deshalb weitergeht, soll demnächst der Sozialausschuss beraten. Er muss auch überlegen, wie die Linower im Katastrophenfall alarmiert werden können, wenn die Sirene doch irgendwann weichen sollte. Kuball hält es für wichtig, dass im Fall der Fälle alle schnellstmöglichst Bescheid wissen. Die Sirene auf dem Kita-Dach nur für diesen Fall zu belassen, hält Kuball aber für schwierig.

Von Celina Aniol

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