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Rheinsberg Fotograf begibt sich auf Fontanes Spuren
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07:54 04.08.2019
Der Fotograf Lorenz Kienzle führt durch die Ausstellung in der Remise am Rheinsberger Schloss. Quelle: Cornelia Felsch
Rheinsberg

Mit weichen Bleistiftlinien hat Theodor Fontane den Lehniner Altar im Brandenburger Dom, die Prinzenpforte an der Neuruppiner Wallanlage und den Kornspeicher in Gentzrode festgehalten. Nicht immer sind die perspektivischen Darstellungen ganz naturgetreu – den Wohnturm des Kornspeichers hat er etwas mehr in das Blickfeld gerückt.

Er war ihm scheinbar wichtig. „Dort hat Fontane übernachtet, als er damals in Gentzrode weilte“, erzählt Gabriele Radecke von der Theodor-Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen.

Gedächtnisstütze im Taschenbuchformat

Der Literaturwissenschaftlerin, die am Freitagabend zur Vernissage nach Rheinsberg kam, ist es zu verdanken, dass Fontanes Notizbücher – 67 Stück an der Zahl – als digitale Edition der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten. 21 Bücher bilden die Notizen zu seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg.

Fontanes Gedächtnisstützen im Taschenbuchformat, die er zwischen 1861 und Mitte der 80er Jahre anfertigte, enthalten nicht nur bisher unbekannte Mitteilungen, sondern auch etwa 600 Skizzen, die er von Gebäuden, Grabdenkmälern und Museumsexponaten angefertigt hat.

„Auch Reisekostenabrechnungen und Rezepte hat er in seinen Notizbüchern festgehalten“, sagt Gabriele Radecke.

Fontane, Krüger und Kienzle

In der Ausstellung „Brandenburger Notizen: FontaneKrügerKienzle“, die am 2. August in der Remise am Schloss Rheinsberg eröffnet wurde, werden Fontanes Notizen und vier Zeichnungen gemeinsam mit Schwarz-weiß-Aufnahmen der Fotografen Heinz Krüger und Lorenz Kienzle gezeigt.

Klosterkirche St. Trinitatis, Neuruppin, 1970 Quelle: Heinz Krüger

1971 erschien im Aufbauverlag das Buch „Von Rheinsberg bis zum Müggelsee – Märkische Wanderungen Theodor Fontanes“ mit Fotografien von Heinz Krüger, der 1919 geboren wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg als freier Pressefotograf und Bildreporter arbeitete.

Spurensuche mit der Plattenkamera

Die Aufnahmen regten zu einer Ausstellung, anlässlich des 200. Geburtstag Theodor Fontanes an, die in Falkensee gezeigt wurde und nun bis zum 14. Oktober auch in Rheinsberg zu sehen ist.

Fontanes Notizen und Krügers Fotografien folgend, machte sich der 1967 geborene Berliner Fotograf Lorenz Kienzle mit dem Fahrrad und seiner Plattenkamera selbst auf den Weg und folgte Fontanes Spuren.

Zuvor sichtete er die vielen Aufnahmen Heinz Krügers und saß viele Stunde mit Gabriele Radecke zusammen. „Die Bildauswahl war nicht immer ganz einfach, denn es gab keine Kontaktabzüge. Ein alter Hase weiß ja, was auf dem Film ist“, sagte Lorenz Kienzle.

Alte Gebäude – moderne Menschen

Gut vorbereitet bereiste er dann die Grafschaft Ruppin, das Oderland, das Havelland und den Spreewald. Zu den Texten Fontanes, seinen Skizzen und den Fotografien aus der DDR-Zeit gesellten sich nun neuzeitliche Aufnahmen mit Holzrückern in der Menzer Forst, jungen Menschen im Tempelgarten und Geflohenen aus Eritrea in Wusterhausen.

Auf dem verwilderten und zugewachsenen Gut Gentzrode traf er zufällig Besucher, die ebenfalls die verfallenen Gebäude anschauen wollten und im Karwer Gutspark kam er mit dem Freiherrn von dem Knesebeck ins Gespräch.

Bei seinem Besuch des großen und kleinen Tornowsees in der Märkischen Schweiz, stellte er allerdings fest, dass er in die Irre geleitet wurde, denn das Foto von Heinz Krüger zeigt den Tornowsee in der Ruppiner Schweiz.

„In sieben Tagen habe ich dann alles zusammengebastelt und mein erstes Buch konzipiert“, sagt Lorenz Kienzle.

Von Cornelia Felsch

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