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Rheinsberg Gabriele Schare-Ruf will mehr Fachwissen in den Landtag bringen
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16:23 29.08.2019
Gabriele Schare-Ruf aus Rheinsberg will für die FDP in den Landtag einziehen. Quelle: Reyk Grunow
Rheinsberg

Was Gabriele Schare-Ruf aufregt, ist der Mangel an Fachwissen bei vielen Politikern. „Mich ärgert, dass so viele fachliche Dilettanten in der Politik mitreden“, sagt die Rheinsbergerin. „Ich finde es nicht in Ordnung, dass wir immer mehr Politiker haben, die nicht einen Tag lang in einem sozialabgabepflichtigen Job gearbeitet haben.“

Für die Medizinerin ist das ein Grund, sich am Sonntag für einen Sitz im Brandenburger Landtag zu bewerben. Gabriele Schare-Ruf ist Direktkandidatin der FDP im Altkreis Neuruppin.

„Ich bin 40 Jahre lang arbeitende Ärztin und habe viele Erfahrungen gesammelt, die ich gerne einbringen möchte“, sagt die 67-Jährige. Sie stammt aus Düsseldorf. Dort hat sie Humanmedizin studiert und danach in Solingen 30 Jahre lang eine eigene Arztpraxis betrieben.

Rheinsberg ist meine Wahlheimat“

Seit 2011 lebt sie in Rheinsberg. „Eigentlich wollte ich nach Kanada auswandern“, erzählt sie. „Ich bin ein Naturkind.“ Da lag Kanada mit seinen Wäldern und Seen nahe, zumal ihr Sohn dort lebt. „Aber die kanadische Einwanderungspolitik ist sehr restriktiv“, sagt Gabriele Schare-Ruf. Trotz jahrzehntelanger Erfahrung in ihrem Beruf hätte sie dort nicht als Ärztin arbeiten dürfen.

Also hat sie sich nach einer Alternative umgesehen – und sie in Rheinsberg mit seinem vielen Wasser und der Natur gefunden. „Rheinsberg ist meine Wahlheimat“, sagt die Medizinerin. „Hier fühle ich mich zu Hause.“

In Rheinsberg hat sie auch zur Politik gefunden. Das war 2016. „Vorher habe ich mich nicht sehr in der Politik engagiert, bei einer 60 Stunden Woche und zwei Kindern bleibt wenig Zeit“, sagt sie. „Natürlich bin ich wählen gegangen. Wahlrecht ist für auch Wahlpflicht.“ Viel mehr hatte sie mit der Politik aber nicht zu tun.

Angela Merkel hat sie zur Politik gebracht

„Ein Weckruf war für mich die Migrationspolitik von Frau Merkel“, sagt Schare-Ruf. Sie fand, darüber hätte der Bundestag entscheiden müssen und nicht nur die Kanzlerin. „Christian Lindner war damals der Einzige, der eine parlamentarische Untersuchung angeregt hat, um festzustellen, auf welcher Rechtsgrundlage die Grenzen geöffnet wurden“, erinnert sie sich.

2016 trat Gabriele Schare-Ruf in die FDP ein, ein Jahr später war sie schon Kreisvorsitzende ihrer Partei in Ostprignitz-Ruppin.

„Die FDP wird gern als Klientelpartei gesehen“, räumt sie ein. „Wir sind eine Klientelpartei des Mittelstandes. Weil der Mittelstand der größte Arbeitgeber in diesem Land ist. Der Mittelstand in Deutschland ist die Garantie für unseren Wohlstand, die Mittelständler sind diejenigen, die das Rad am Laufen halten.“

Der Mittelstand sollte mehr gefragt werden

Das müsste ihrer Meinung nach in der Politik mehr berücksichtigt werden. Auch deshalb will sie sich mehr einmischen.

Als Ärztin ist klar, dass die Gesundheitspolitik ihr erstes Thema ist, vor allem die medizinische Versorgung auf dem Land. „Ich sehe mit großem Bedauern, dass die ländlichen Regionen sträflich vernachlässigt werden, das gilt durchgehend für alle Parteien“, sagt sie.

34 Prozent der Hausärzte in Brandenburg seien 60 Jahre und älter. „Das heißt, dass in fünf Jahren etwa 30 Prozent der Praxen schließen werden.“ Wie die Landesregierung damit umgeht, ärgert sie sehr.

Die MHB als Muster für die Ausbildung junger Ärzte

„Ich finde es unerträglich, wenn Dietmar Woidke den Menschen auch in Zukunft flächendeckend eine hochwertige Medizin verspricht. Das ist gar nicht möglich, dafür haben wir weder die personellen noch die apparativen Möglichkeiten und Ressourcen“, sagt Schare-Ruf: „Wir müssen mehr für die Ausbildung junger Ärzte tun.“

Die Medizinische Hochschule in Neuruppin (MHB) mit ihrem Modellstudiengang zur Ausbildung von Land- und Hausärzten ist für sie dabei beispielhaft: „Ich finde es nicht nachvollziehbar, dass bisher keinerlei Landesgeld in die MHB fließt.“

Die berlinfernen Bereiche Brandenburgs müssen ihrer Meinung nach viel mehr gestärkt werden, denn dort leben 60 Prozent der Brandenburger. „Mein Motto ist ,OPR zuerst’“, sagt die FDP-Politikerin. „Für mich steht das stellvertretend für alle ländlichen Regionen.“

Von Reyk Grunow

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