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Rheinsberg Rathaus ist uralte Telefone und Verträge los
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Rathaus ist uralte Telefone und Verträge los
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01:16 07.06.2019
Schnelles Internet: Gibt es jetzt auch im Rheinsberger Rathaus – allerdings nur in einem Teil der Verwaltung.
Schnelles Internet: Gibt es jetzt auch im Rheinsberger Rathaus – allerdings nur in einem Teil der Verwaltung. Quelle: dpa
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Rheinsberg

Manchmal war die Verwaltung ganz schön in Erklärungsnot. Da riefen Einwohner während der Sprechzeiten im Rheinsberger Rathaus an – und niemand nahm den Telefonhörer ab. „Nicht, weil keiner gearbeitet hat“, wehrt Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow ab. Es habe vielmehr daran gelegen, dass der Apparat nicht geklingelt hat. „Das zu vermitteln, war nicht immer einfach.“

Diese Ära ist nun allerdings vorbei, zumindest teilweise. Denn die Verwaltung ist die veralteten und geleasten Apparate losgeworden. Jetzt hat sie ihre eigenen Apparate, die auch zeitgemäße Funktionen bieten. Und auch die Technik ist nun umgestellt: von altmodischer ISDN- auf digitale Telefonie. Allerdings gilt all das nur für das Haupthaus in der Seestraße. Im Bau- und Ordnungsamt in der Dr.-Martin-Henning-Straße steht die Prozedur noch an.

Nur ein Tag lang standen die Telefone still

Die Umstellung ist im Eiltempo erledigt worden. Anberaumt waren dafür drei Tage, in denen das Rathaus komplett von der Außenwelt abgeschnitten sein sollte. Doch schon am Dienstagfrüh waren die Mitarbeiter wieder per Telefon und Mail wieder erreichbar. Im Festnetz allerdings unter neuen Nummern, die bei der Gelegenheit gleich vergeben wurden.

Schwochow hofft, dass die neue Technik nicht so schnell Marotten entwickelt. Schließlich ist sie relativ neu. Die Telefone wurden nämlich für das neue Rathaus angeschafft. Allerdings schon vor einiger Zeit, da die neuen Gebäude ja auch spätestens 2018 von der Verwaltung in Beschlag genommen werden sollten, was aber nicht passiert ist.

Garantiezeit drohte abzulaufen

Genau das ist auch der Grund, weswegen die Telefone jetzt schon noch am alten Standort eingebaut wurden. „Sonst wäre die Garantiezeit abgelaufen und wir hätten nicht einmal ausprobiert, ob die Geräte in Ordnung sind“, sagt Schwochow. In diesem Fall hätte die Stadt aus eigener Tasche für Ersatz sorgen müssen.

Neben der neuen Technik gibt es zwei weitere Neuerungen im Rathaus. Zum einen gibt es jetzt statt der bisherigen 16.000-Internet-Leitung, eine mit einer Geschwindigkeit von 100 000 Kilobit pro Sekunde. Diese ermöglicht es, deutlich mehr Daten schneller zu verschicken.

Wie notwendig eine Änderung an diesem Punkt sei, sehe man im Bauamt, berichtet der Bürgermeister. Dort dauere es zum Teil Stunden, bis eine Mail mit Bauplänen empfangen wird.

Fernberatung für 400 Euro

Zum anderen hat die Verwaltung nun auch neue Verträge abgeschlossen. Die alten stammten noch aus den 90er Jahren – und waren für die Kommune laut Schwochow unsicher und teuer.

So galt bislang die heutzutage kaum noch übliche Minutentaktung statt einer Flatrate beim Telefonieren. Das hatte zur Folge, dass die Rathausmitarbeiter Monat für Monat eine Rechnungsflut bewältigen mussten und im Vorfeld nie klar war, wie viel die Gespräche die Stadt kosten werden.

Außerdem waren Wartungsarbeiten teuer. Mit 400 Euro habe eine Fernberatung zu Buche geschlagen. Wenn ein Mitarbeiter nach Rheinsberg kommen musste, um eines der geleasten Telefone zu reparieren, wurden schnell 1000 Euro fällig – pro Besuch.

Von Celina Aniol