Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rheinsberg Stolpersteine für Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Stolpersteine für Rheinsberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 27.01.2019
2011 verlegte Gunter Demnig in Lindow erste Stolpersteine. In Neuruppin gibt es schon länger welche, in Fehrbellin seit 2018. Quelle: Peter Geisler
Rheinsberg

Mehrere Initiatoren wollen einen neuen Versuch starten, auch in Rheinsberg Stolpersteine zu verlegen. Der Künstler Gunter Demnig verlegt seit 1992 in ganz Europa kleine Messingplatten als Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und erfährt dafür riesigen Zuspruch.

Die 96 mal 96 Millimeter großen Messingtafeln sind mit einem Stein aus Beton verbunden und werden in den Boden eingelassen – meist dort, wo die Opfer zuletzt gewohnt haben, bevor sie verschleppt wurden.

In ganz Europa hat Gunter Demnig bereits Stolpersteine eingelassen – mehr als 70 000 sind es. Auch in Neuruppin, Lindow und Fehrbellin erinnern Steine an Menschen, die von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager deportiert wurden, ums Leben kamen oder verschollen sind.

Die Idee gab es schon vor einigen Jahren

Gunter Demnig versucht, jeden Stein selbst zu verlegen. Die Daten der Opfer recherchieren meist Initiatoren aus den jeweiligen Orten. Dutzende Anfragen bekommt der Berliner jeden Monat.

Peter Böthig, der Leiter des Rheinsberger Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums, hatte schon vor einigen Jahren die Idee, auch für Rheinsberg Stolpersteine anfertigen zu lassen. 2005 hatte er ein Buch zur Geschichte der Juden in Rheinsberg herausgegeben. Dafür hatte er recherchiert, was aus den Rheinsbergern jüdischen Glaubens zwischen 1933 und 1945 geworden ist.

Ein neuer Anlauf mit Unterstützung

Die Recherche zum Leben der Opfer ist das eine. „Ein großer Aufwand sind aber auch die logistischen Vorarbeiten“, sagt Peter Böthig selbst. Und an diesem Aufwand scheiterte die Idee bisher. Rheinsbergs neuer Pfarrer Christoph Römhild hatte Böthig bei einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht am 9. November darauf angesprochen, und beide haben überlegt, einen neuen Anlauf zu starten.

„Mir ist es auch mit Blick auf die Landtagswahl im Herbst wichtig, ein Zeichen zu setzen“, sagt Christoph Römhild – eine Mahnung auch „an populistische Kräfte“, was für Schrecken es in der deutschen Geschichte gab. Römhild fühlt sich dem Schicksal der jüdischen Bürger in Deutschland sehr verbunden – auch, weil er selbst an einem jüdischen College in England Theologie studiert hat.

Acht Stolpersteine wären denkbar

Um wie viele Stolpersteine es in Rheinsberg dabei geht, ist noch ungewiss. Peter Böthig schätzt, dass es etwa acht werden könnten. „Aber manches bedarf noch einiger Recherche“, sagt er. Einen Stolperstein anfertigen zu lassen und einzusetzen kostet etwa 120 Euro. „Das Geld wollen wir durch Spenden zusammenbekommen“, sagt Peter Böthig und ist sich sicher, dass das kein großes Problem sein dürfte.

Bis die Steine verlegt werden können, müsste allerdings auch das Bauamt der Stadt zustimmen, und die Initiatoren müssten sich mit den Eigentümern der Häuser einigen, in denen die Opfer einst gelebt haben. Römhild und Böthig hoffen auch, den Verein Stadtgeschichte mit ins Boot holen zu können.

Bis die Steine verlegt werden können, dürfte mindestens ein Jahr vergehen. So weit im Voraus sind Gunter Demnig und sein Team mit Anfragen schon ausgebucht.

Von Reyk Grunow

Rheinsberg verliert Einwohner. Der Bürgermeister überlegt deshalb, was die Stadt gegen den Einwohnerschwund tun kann – und hat einige Ideen.

27.01.2019

Der Ausbau der B 122 in Rheinsberg ist längst Geschichte. Doch die Rechnungen dafür sind noch nicht beglichen. Die Stadt will das jetzt nachholen – auch, um Anlieger noch zur Kasse bitten zu können.

26.01.2019

Damit sich die Lage in der Mühlenstraße in Rheinsberg entspannt, soll diese eine Einbahnstraße werden. Dem stimmt das Land grundsätzlich zu – allerdings nur, wenn die Rhinstraße Landesstraße wird. Das prüft nun die Stadt.

22.01.2019