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Rheinsberg Jane Zahns Jahresrückschau auf 2018
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Jane Zahns Jahresrückschau auf 2018
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18:01 05.01.2019
Jane Zahn zog beim kabarettistischen Jahresrückblick "2018 - Das war's" tüchtig vom Leder Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Jane Zahn verschwendet keine Zeit und geht gleich von Null auf hundert in medias res. Dass Rheinsberg nun endlich ein neues Theater habe, neben dem Schlosstheater – eines, das allerdings mehr ein Komödienstadl sei, nur nicht so komisch, verkündet sie am Freitagabend in der rappelvollen Musikbrennerei, in der sie traditionell zum Jahresrückblick ausholt. Weit ausholt.

Das Komödiantenstadl also sei aus der Situation erwachsen, dass der Bürgermeister den meisten der Stadtverordneten nicht genehm sei, so dass die alle seine Vorschläge schon aus Prinzip ablehnen, so Zahn. „Wo man so viel Kultur hat, braucht es wohl keine Streitkultur mehr“, grübelt die Kabarettistin und ätzt über die Rathaus-Dauerbaustelle, die mittlerweile in Konkurrenz zum BER geht: „Baustopp – egal was es kostet?“ Klar müsse Rheinsberg sein Geld beieinander halten – aber wofür?, verkündet sie und greift zur Gitarre. „Es ist kein Geld da“, singt sie. Schulen, Kitas, Hallenbäder? Nicht dafür. Wohl aber für Raketen und Diäten – „alles eine Frage der Prioritäten“, schallert sie, das Herz schlägt links bei Jane Zahn.

Bei der Lokalpolitik bleibt es nicht. „Politik ist gesundheitsschädlich“, klagt sie. Wer könne heutzutage denn noch ohne Bauchschmerzen wählen? Etwa Friedrich Merz, der nach Jahren aus der Versenkung des Lobbyismus wieder aufgetaucht sei und vorn wieder mitmischen wolle? Wohl kaum. Ihr Tipp: „Gründen Sie einfach keine Partei. Denn die Mehrheit der Wähler traut keiner Partei die Lösung der Probleme zu.“ Aber was soll’s? Wenn nicht Politik, dann halt Politur. Und immer schön die Illusionen schüren.

Damit kann man jahrelang gut fahren als Politiker. Vor allem, wenn man die hohe Kunst der Rede beherrscht. „Es ist gar nicht leicht, wie ein Politiker zu sprechen: Wenig zu sagen – aber in einer langen Redezeit“, uzt sie. Die hohe Schule des Schaumschlagens. Wie AKK, das „Maschinengewehr Merkels“. Die schon deswegen wohl die neue „Kandisbunzlerin“ wird, weil der Rest der Welt sich an ihrem Namen die Zähne ausbeißen wird.

Bei Jane Zahn bekommen alle ihr Fett weg

Jane Zahn beißt auch weiter. Grundrechte? Pfff. Wen scheren die da oben schon? Vielleicht noch das auf Brandschutz, wegen dem die Baumhaus-Revoluzzer vom Hambacher Forst von ihren Bäumen geholt worden sind. Was dahinter steckt? „Einigkeit im Recht auf Reibach“, trällert sie und das Publikum lacht einmal mehr bitter auf.

Wie in jedem Jahr verteilt Jane Zahn vor der Show Zitate mit unglaublichen Politiker-Sprüchen des vergangenen Jahres. Etliche liest sie vor. Etwa das über die „finale Lösung der Flüchtlingsfrage“ des EU-Politikers Manfred Weber. „Das mit der finalen Lösung hatten wir in Deutschland schon mal“, sagt sie mit triefendem Sarkasmus. „Aber heute braucht’s dazu noch nicht einmal mehr Gas. Heute reicht es, sie einfach ersaufen zu lassen.“

Sie wettert über Trump und Lindners Bäcker-Zitat, lästert über die Groko und verwandelt sich wie jedes Jahr in Rosa, die Kloputze des Bundestags, die genau weiß, was abgeht, wenn die hohen Herren bei ihr die Hose runterlassen. „Jamaika ohne Koks? Geht gar nicht“, trällert sie und bittet ihre Gäste, in der Pause je drei Wünsche – oder besser einen Forderungskatalog – an die Politiker zu formulieren. Die drei vom Publikum gevoteten Favoriten will sie dann in den Bundestag senden, sagt sie und greift noch einmal in die Saiten: „Wenn der Aufruhr tanzt auf den Straßen“.

Von Regine Buddeke

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