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Rheinsberg Kammeroper-Preisträger geben Konzert rund um den Mond im Spiegelsaal des Schlosses
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09:24 13.07.2019
Rosha Maura Fitzhowle, Gabriella Guilfoil, Christian Noel Bauer und Johannes Schwarz (v.l.) sangen Lieder rund um den Mond. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Mondsüchtig. Schon immer hat der silbrig schimmernde Erdtrabant die Fantasie der Menschen beflügelt. Unzählige Dichter sind auf seinen Pfaden gewandelt, unzählige Komponisten haben ihn genauso rauf und runter besungen, wie er selbst zuverlässig auf- und untergeht. Der Mond weckt Sehnsucht, spendet Trost, bringt Ruhe. Er inspiriert Liebende, Träumer, Romantiker und Philosophen.

Vier junge Sänger, ein historischer Tangentenflügel und der wunderbare Spiegelsaal des Schlosses Rheinsberg: Was braucht es mehr, um dem Mond ein Loblied zu singen?

Auch bei der Kammeroper Schloss Rheinsberg spielt der Mond eine große Rolle – etwa wenn er die alljährlichen sommerlichen Inszenierungen im Heckentheater überglänzt. Oder auch im Spiegelsaal des Schlosses, wo am Freitag und Samstag eine „Mondnacht“ ausgerufen wurde – zwei Abende, die restlos ausverkauft waren.

Der Spiegelsaal glänzt im hellen Licht der kristallenen Lüster, deren Licht sich in den Spiegeln bricht. Kein nächtliches, dennoch ein wunderbares Ambiente für Lobgesänge rund um den Mond. Rosha Maura Fitzhowle, Gabriella Guilfoil, Christian Noel Bauer und Johannes Schwarz – allesamt Preisträger beim Internationalen Gesangswettbewerb junger Opernsänger der Kammeroper Schloss Rheinsberg – werden dem Mond ihre Stimme geben und im hellsten Licht erstrahlen lassen.

Flügel um 1790 herum gebaut

Begleitet werden sie dabei von Olav Kröger am Tangentenflügel. Dem was? Der Musiker erklärt’s: „Ein toter Entwicklungszweig der Klaviergeschichte.“ Er klingt ein wenig wie ein Cembalo. Man könne jedoch laut und leise spielen. „Aber über Mezzoforte komm ich nicht hinaus. Selbst wenn ich wollte, könnte ich unsere Sänger also nicht übertönen“, scherzt er. Im übrigen sei der Flügel, auf dem er spiele, kein Nachbau sondern ein historisches Instrument. „Wir haben keine Kosten gescheut. Dieses hier wurde um 1790 gebaut. Da hätte Mozart noch drauf spielen können. Oder auch Prinz Heinrich.“

Bilbao-Song: Christian Noel Bauer und Gabriella Guilfol haben Spaß. Quelle: Regine Buddeke

Carolin Masur, die für die künstlerische Gesamtleitung des Abends zeichnete, hat ein wunderbares Programm zusammengestellt: Mal alle zusammen, mal solistisch, besingen die vier jungen Sänger das Objekt der Begierde: Für Rosha Maura Fitzhowles Sopran scheint der Spiegelsaal zu klein, so überwältigend kraftvoll strömt der zarten Frau im sündig roten Abendkleid das Gefühl aus der Brust. Man kann froh sein, dass sie das Glas der Spiegel nicht zersungen hat.

Abendlied, Die Sommernacht, Der Mond kommt still gegangen, Dir Welt dort auf dem Monde, Mondnacht, Füllest wieder Busch und Tal, An den Mond: Die Vielfalt der Lieder ist bezaubernd – mal Haydn, mal Liszt, mal Clara oder Robert Schumann, Zelter, Offenbach, Schönberg und Schubert. Dessen Nachtstück ist berückend schön, auch Wand’rers Nachtstück von Liszt – nach Goethe – machen träumen und ergriffen genießen.

Bravorufe und viel Beifall

Auch Olav Kröger hat ein paar eigene Vertonungen und Kompositionen für den Abend beigesteuert. Etwa zu Christian Morgensterns vergnüglich-verrückten Texten. Das Mondschaf heißt der eine – zu dem gibt es noch eine lateinische Version namens Lunovis. Es klingt wie ein mittelalterlicher Psalm und wird wie einiges mehr an diesem Abend mit Bravorufen und viel Beifall quittiert.

Spaß haben die vier Sänger beim Brecht/Weillschen Bilbao-Song – da können sie ihrem Mondaffen richtig Zucker geben. „Was für eine Inbrunst – die sind noch so jung und voller Hoffnung. Das drückt sich in der Stimme aus“, schwärmt Wolfgang Wendland nach dem Konzert. Und Peter Grosser ist nicht minder angetan: „Diese leuchtenden Augen.“ Man könnte es dem Mond in die Schuhe schieben.

Von Regine Buddeke

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