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Rheinsberg Kritik am Umgang mit Kurtaxe
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14:01 21.09.2018
Touristen am Rheinsberger Bollwerk. Quelle: Celina Aniol
Rheinsberg

Wenn Steppkes aus dem Prebelower Kinderland wieder mal in Kleinzerlang am Badestrand einen Stopp einlegen, dann hängen da zu Hochzeiten locker 120 Kinder an den Spielgeräten. „Und ich habe Angst, dass etwas passiert“, gesteht Ortsvorsteherin Ilona Schenk. Denn der Spielplatz ist 24 Jahre alt – und die Tobeobjekte aus Holz mehr morsch als forsch. „Ich hatte schon überlegt, ob ich den Spielplatz einfach sperre“, sagt sie. „Kleinzerlang nimmt 250 000 Euro Kurtaxe ein. Für so was ist aber kein Geld da.“ Dass die Stadt nicht handelt, ärgert sie – zumal es aus ihrer Sicht kein Einzelfall ist. Auch beim Bau des Radweges nach Canow vermisst Schenk die Initiative der Kommune. Genauso sehe es beim Baumschnitt oder beim Steg aus. „Der Steg wurde 2017 mit Fördergeld gebaut – und fängt schon wieder an, auseinanderzugehen.“

Jahrelange Diskussionen über eine Straßenlaterne

Ähnlich sieht es Andreas Endler. Der Inhaber eines Gasthofs mit mehr als zwei Dutzend Zimmern im Zentrum von Rheinsberg ist sauer, dass die Prinzenstadt so wenig für Touristen tut. Als Beispiele führt er die maroden Radwege an. „Da höre ich immer: Wir haben kein Geld“, sagt er an Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) gerichtet. Noch schlimmer sei es bei Kleinigkeiten. Seit Jahren werde in den Gremien über die Aufstellung einer einzigen Straßenlampe in der Reuterpromenade debattiert. „Das ist symptomatisch dafür, was hier in letzter Zeit stattgefunden hat.“

Bei Radwegen legt die Stadt 2019 los

Bei den Radwegen werde sich etwas tun, verspricht Schwochow. So wolle die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis in den nächsten Jahren mehrere Strecken zwischen historischen Stadtkernen sanieren, sagt er. Das betrifft die Wege von Dorf Zechlin nach Rheinsberg sowie von Rheinsberg nach Zechow. Mit 100 000 Euro aus der Kurtaxe werde sich Rheinsberg alleine nächstes Jahr an dem Ausbau beteiligen.

Stadt konsumiere zu viel und investiere zu wenig

Insgesamt sieht der Rathauschef es aber ähnlich wie die Kritiker. Das Grundproblem aus seiner Sicht: Die Stadt konsumiere zu viel und investiere zu wenig. Zum Konsum zählt er Ausgaben für die Touristinfos oder Leistungen des Bauhofs, der für Ordnung an touristischen Punkten sorgt. „Damit ist schon der Großteil des Geldes weg, das wir über Kurtaxe und die Tourismusabgabe einnehmen.“ Insgesamt nimmt die Stadt jährlich etwa 750 000 Euro bei beiden Beitragsarten ein. Um über die Runden zu kommen, muss sie sogar Geld aus der Stadtkasse zuschießen. Schwochow will deshalb das ganze System umstellen und den Sanierungsstau angehen. „Das wird aber dauern.“

Von Celina Aniol

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