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Rheinsberg Haltungs- und Betreuungsverbot: Landkreis nimmt Linower Hof 50 Pferde weg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Haltungs- und Betreuungsverbot: Landkreis nimmt Linower Hof 50 Pferde weg
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07:18 12.07.2019
Das Kreis-Landwirtschaftsamt ist am Donnerstag gegen ein Linower Pferdehof vorgegangen. Quelle: Reyk Grunow
Linow

Das Landwirtschaftsamt von Ostprignitz-Ruppin hat einem Linower Betrieb am Donnerstag rund 50 Pferde fortgenommen. Grund dafür ist nach Angaben des Landkreises, dass gegen die Besitzer der Tiere ein Haltungs- und Betreuungsverbot vorliegt.

Unter Anleitung von Amtstierärztin Simone Heiland wurden die Pferde gegen Mittag auf einer Koppel auf dem Warenthiner Feld bei Rheinsberg eingefangen und abtransportiert. Rund 20 Polizisten begleiteten den Einsatz.

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Für die Beschlagnahmung, fachsprachlich „Fortnahme“ der Tiere, gibt es mehrere Gründe. Ausschlaggebend sei jedoch die Tatsache, dass gegen einen der Besitzer ein Pferdehaltungs- und Betreuungsverbot in der Uckermark ausgesprochen wurde, wie Alexander von Uleniecki, der Sprecher des Landkreises Ostprignitz-Ruppin erklärt. Dieses Verbot gilt deutschlandweit. Gegen eine Mithalterin liege ebenfalls ein solches Verbot vor.

Mehrere Unfälle mit ausgebrochenen Pferden

Darüber hinaus habe es in der Vergangenheit immer wieder Grund zu der Annahme gegeben, dass die Pferde in dem Linower Betrieb nicht tierschutzgerecht gehalten werden. Anfang des Jahres waren mehrmals Tiere von der Koppel des Betriebs ausgebrochen und auf die Straße gelaufen. 

Dabei kam es zu mehreren Unfällen, bei denen Autofahrer mit den Pferden zusammenstießen. Eine ausgebrochene Mutterstute ertrank in einem Wassergraben. Es bestehe der Verdacht, dass die Koppeln nicht ausreichend gesichert seien, so Uleniecki.

Das Kreis-Landwirtschaftsamt ließ rund 50 Tiere abtransportieren. Quelle: Reyk Grunow

Nicht genug Futter und Gefahren auf der Weide

Außerdem vermutet das Amt, dass die Pferde nicht ausreichend Futter bekommen und Kälte und Regen schutzlos ausgeliefert sind. Dazu sollen die rund 50 Tiere auf der Koppel nicht nach Geschlecht getrennt sein worden, weswegen sie sich unkontrolliert vermehrt hätten. Eine weitere Gefahr bestehe durch Metall- und Holzteile, die auf der Weide herumliegen.

Die Eigentümer der Pferde wurden erst kurz vor dem Einsatz informiert und darüber belehrt, den Abtransport nicht zu stören. „Wir bringen die Pferde erstmal an einem sicheren Ort unter“, erklärt Amtstierärztin Simone Heiland. Darauf folge eine genaue tierärztliche und amtstierärztliche Begutachtung. „Wir tun alles Notwendige für das Tierwohl“, sagt sie.

Peter Martin ist nach eigenen Angaben alleiniger Halter der sichergestellten Tiere – aber nicht ihr Eigentümer. Quelle: Reyk Grunow

Halter weist Vorwürfe zurück

Peter Martin, der sich als alleiniger Halter der Tiere vorstellt, reagiert mit Unverständnis auf die Maßnahme. Wegen der erlassenen Haltungsverbote gegen die Eigentümer der Pferde sei er zuerst als „Nothalter“ und schließlich als offizieller Halter aufgetreten.

Den Vorwurf, dass es Tieren bei ihm nicht gut gehe, wies er entschieden zurück. Auch die Löcher im Zaun seien nicht die Schuld der Besitzer, sondern Manipulationen durch Dritte. „Problematisch ist nur, dass hier trächtige Tiere verladen werden“, sagt er. „Frau Heiland ist diejenige, die hier alles kaputt macht.“

Auch gegen Peter Martin liege seit Kurzem ein Haltungs- und Betreuungsverbot vor, erklärte Simone Heiland. Mit den trächtigen Stuten gehe ihr Team sorgfältig um, damit keinem Tier etwas zustößt.

Unter den sichergestellten Pferden waren auch zahlreiche Fohlen. Quelle: Reyk Grunow

„Die Tiere sind nicht gut an Menschen gewöhnt“

Bei der Verladung gab es trotzdem ein paar Schwierigkeiten: Manche Pferde ließen sich nur schwer einfangen. „Die Tiere sind nicht gut an Menschen gewöhnt und deswegen sehr wild“, sagt die Amtstieräztin.

Das Linower Gehöft sorgte bereits im Jahr 2013 für negative Schlagzeilen. Damals stellte das Kreis-Landwirtschaftsamt 160 Pferde des Betriebs sicher. Zwei Tiere waren verletzt und wurden noch vor Ort eingeschläfert, die restlichen Pferde wurden versteigert.

Die Verfahren wegen mehrfachen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzt hat das Landgericht Neuruppin 2016 eingestellt. Gegen die Halterin wurde damals ein unbefristetes Haltungsverbot ausgesprochen.

Von Hannah Rüdiger

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