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Rheinsberg Musikkultur trauert um Harry Kupfer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Musikkultur trauert um Harry Kupfer
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15:56 10.01.2020
Harry Kupfer (r.) vor dem Bühnenbild zu „Otto und Teophanu“ in Rheinsberg.
Rheinsberg

Schon zu DDR-Zeiten machte Harry Kupfer gemeinsam mit Siegfried Matthus und Kurt Masur Vorschläge, wie das Rheinsberger Schloss als Kulturstandort genutzt werden kann. Da war der Museumtempel noch ein Sanatorium für Diabetiker und Rheinsberg zehrte vom kulturellen Glanz der vergangenen Tage.

Auch später blieb der international gefeierte Opernregisseur der einstigen Residenzstadt im märkischen Sand verbunden. Setzte sich für Matthus’ Sohn Frank als Kammeroperchef ein. Inszenierte dort „Otto und Theophanu“ von Georg Friedrich Händel, was auch filmisch festgehalten wurde. Dass er dem Kammeroper-Gründer Matthus dem Älteren die Treue hielt, war sowieso klar. Und er war Mitglied des Kuratoriums der Kammeroper.

Harry Kupfer wollte 2020 in Rheinsberg inszenieren

In diesem Jahr sollte Kupfers Verbindung zur Prinzenstadt neu aufgerollt werden. Doch der langjährige Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, der als Weltstar gehandelt und vom Weltstardirigenten Daniel Bareinboim als „besessen“ von Musik beschrieben wurde, ist kurz vor dem Jahreswechsel mit 84 Jahren gestorben.

Rund 200 Inszenierungen tragen seine Handschrift. Eine weitere in Rheinsberg sollte in diesem Sommer dazukommen. Er wollte für die Kammeroper „Fra Diavolo“ von Daniel-Françoi-Esprit Auber im Sommer auf die Bühne bringen. Und einen Meisterkurs für junge Sänger bei der Musikakademie im Frühjahr übernehmen.

„Langjähriger Freund und Förderer“

N.N. – Nomen nescio, unbekannter Name also – steht jetzt in der Regiezeile der Opernaufführung online. Der Kurs „Szenisches Spiel und Rollengestaltung“ taucht auf der Internetseite der Akademie gar nicht mehr auf.

Mit Harry Kupfer habe die Opernwelt einen ihrer bedeutendsten Regisseure verloren, der das Musiktheater der Gegenwart wie kaum ein anderer geprägt hat, sagt Georg Quander, künstlerischer Direktor der Musikkultur-Gesellschaft. „Die Kammeroper Schloss Rheinsberg verliert mit ihm einen langjährigen Freund und Förderer.“ Einen, der als Kuratoriumsmitglied stets für die Belange der Kammeroper engagiert eingetreten sei.

„Sein unerwarteter Tod ist für uns ein schmerzlicher Verlust“, so Quander. Harry Kupfer selbst habe sich ebenfalls „außerordentlich“ darauf gefreut, „Fra Diavolo“ im Heckentheater zu inszenieren.

Unersetzlich als Meisterdozent

Wer das Stück nun als Verantwortlicher übernehmen wird, ist laut Musikkultur-Sprecherin Barbara Maria Zollner noch unklar. „Wir suchen jetzt nach einer neuen szenischen Lösung.“

Der Meisterkurs an der Musikakademie werde hingegen samt des öffenntlichen Abschlusskonzerts ersatzlos gestrichen. „Das, was Harry Kupfer, dort anbieten wollte, kann man nicht ersetzen“, erklärt Zollner. Das Angebot sei ganz eng an die künstlerische Arbeitsweise Kupfers geknüpft gewesen. Der Meisterregisseur wollte in dem Seminar dem musikalischen Nachwuchs beibringen, wie sie sich einzelnen Rollencharaktere erarbeiten können und diese

Von Celina Aniol

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