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Rheinsberg Radweg: Notreparatur würde 103 000 Euro kosten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Radweg: Notreparatur würde 103 000 Euro kosten
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16:28 20.09.2019
Der Radweg von Rheinsberg nach Zechlinerhütte. Quelle: Celina Aniol
Rheinsberg

Sie stürzte von ihrem E-Bike – und musste ins Krankenhaus. Erst nach einigen Tagen habe die Frau, die bei dem Vorfall auf dem Radweg zwischen Rheinsberg und Zechlinerhütte gewesen ist, die Klinik verlassen können, erzählt der Rheinsberger Pensionsbesitzer über seinen Übernachtungsgast in der Stadtverordnetenversammlung diese Woche.

Auch sonst habe die Anzahl der Beschwerden über die marode Strecke zugenommen. Kurz danach fordert er die Verordneten auf: „Klammern Sie den Radweg aus. Tun Sie endlich was. Das ist nicht mehr auszuhalten.“

Tatsächlich hat der Bauausschuss kurz zuvor beschlossen, dass die Stadt sich nicht alleine um diese Radlerstrecke kümmern soll, berichtet Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow.

Gesamtkonzept statt Einzellösung

Stattdessen soll sie gleich die gesamte Radwegesituation der Gemeinde betrachten und ein Konzept zum Bau und Sanierung erstellen. Die Ausschussmitglieder haben es auch abgelehnt, den etwa zehn Kilometer langen und beliebten Weg nach Zechlinerhütte zu sperren.

Mit dem Gedanken, dort niemanden mehr fahren zu lassen, spielt die Stadt schon länger. Im August vergangenen Jahres hat Schwochow angekündigt, dass der Weg wegen seines schlechten Zustands voraussichtlich bald gesperrt werden muss (die MAZ berichtete). Umgesetzt wurde das daraufhin nicht.

Allerdings hat die Stadt jetzt berechnen lassen, wie viel die Notreparatur der schlimmsten Stellen kosten würde: Sie müsste dafür 103 000 Euro berappen.

Geld nicht im Haushalt eingeplant

Das Problem ist: Der Posten ist im Haushalt nicht vorgesehen. Genauso wenig wie die Summe, die die Stadt braucht, um die Eigentumsverhältnisse auf der Strecke zu klären.

Denn der Weg verläuft nicht allein auf Gemeindeland, sondern auch über zahlreiche Privatflächen. Ein No-Go, wenn die Stadt Fördergeld für die Sanierung beantragen wollte oder das Land wie geplant die Strecke übernehmen sollte.

Das Problem: Allein die Vermessung würde etwa 90 000 Euro kosten. Wie viel die Kommune für den Ankauf der mehreren Dutzend Grundstücke dann noch ausgeben müsste, ist derzeit offen.

Viele Wünsche, wenig Geld

Schwochow will zumindest das Geld für die Vermessung in den Nachtragshaushalt 2019/20 einstellen, der im Dezember vorgestellt werden soll. Rein in das Papier soll auch die Summe für die Reparatur.

Es sei aber nicht klar, ob die Stadtvertreter dem zustimmen oder das Geld doch lieber für andere Projekte ausgeben wollen. Baustellen hat die Stadt genug. Alleine die dringend notwendige Sanierung des Bildungscampus soll mindestens 4,7 Millionen Euro kosten (die MAZ berichtete).

„Wir haben viele Wünsche, Geld für alles ist nicht da“, sagt der Rathauschef. Schon in den Vorjahren flog die Vermessung des Radwegs, die da noch mit 40 000 Euro verbucht wurde, aus dem Etat raus.

Beschwerden, aber keine Gerichtsklagen

Doch selbst, wenn das Geld dafür da ist, werde es auf dem normalen Dienstweg lange dauern, bis etwas passiert. Schwochow rechnet mit zwei bis drei Jahren bis die Eigentümerfragen geklärt sind. „Wir haben zwar eine Liste, es ist eine Riesenliste, sie ist aber zehn Jahre alt.“ In vielen Fällen haben sich seitdem bestimmt auch die Besitzverhältnisse verändert, mutmaßt Bauamtsleiter Daniel Hauke.

Die Konsequenz: Die Stadt muss immer wieder schauen, ob der Weg nun doch gesperrt werden muss. Klagen vor Gericht von gestürzten Radfahrern gebe es derzeit noch keine. „Aber immer wieder Briefe, in denen geschildert wird, dass der Weg nicht gut ist“, sagt Schwochow.

Von Celina Aniol

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