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Rheinsberg Erste Mieter in Rheinsberg können grünen Strom vom Dach beziehen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Erste Mieter in Rheinsberg können grünen Strom vom Dach beziehen
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12:00 03.05.2020
Die neuen Solaranlagen auf Häusern an der Joliot-Curie-Straße in Rheinsberg sollen grünen Mieterstrom produzieren. Quelle: Henry Mundt
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Rheinsberg

Mit jedem Sonnenstrahl sparen – das ist jetzt in Rheinsberg möglich. Exakt 1500 Solarmodule hat die Firma Solarimo in den vergangenen Wochen auf den Dächer von drei großen Viergeschossern in der KKW-Siedlung angebracht – und kann nun so die 350 Wohnungen darunter mit grünem Strom versorgen. Der finanzielle Vorteil für die Mieter der Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Rewoge: Der Preis für die Energie vom eigenen Dach liegt 15 Prozent unter dem des Grundversorgers.

Passend zur Klimaschutzstrategie Rheinsbergs

Stephan Greiner-Petter gefällt das Großprojekt, das er in Gang gesetzt hat und das demnächst ausgebaut werden soll, aber nicht nur wegen des Spargedankens. Der Rewoge-Chef findet auch, dass es die langjährige Klimaschutzstrategie seiner Gesellschaft und der gesamten Kommune perfekt ergänzt. Diese achtet schon seit Anfang der 1990er Jahre auf einen niedrigen CO2-Ausstoß.

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Greiner-Petter hält das aktuelle Vorhaben für ein Vorzeigeprojekt. „Gerade im Brandenburgischen ist es ein Meilenstein in Sachen großflächiger Nachhaltigkeit.“

Solarimo-Mitarbeiterin installiert Solarmodule für Mieterstrom. Quelle: Solarimo GmbH

Auch Daniel Fürstenwerth spricht über das Rheinsberger Vorhaben in Superlativen. „Es ist ein ganz herausragendes Projekt“, so der Geschäftsführer von Solarimo. Das größte an einem Standort in der Mark.

Und vor allem eines, das sich in einen größeren Klimaschutzkontext einreiht und nicht nur Eigenheimbesitzer, sondern die breite Bevölkerung erreicht. „Wir sehen die Rheinsberger dabei als Pioniere in Brandenburg.“

Solarunternehmen finanziert alles

Durch die Bündelung könne sein Unternehmen auch den besonders attraktiven Preis für den Mieterstrom anbieten, bei dem die Netzentgelte und die Stromsteuer entfallen. Dieser liegt in Rheinsberg um fünf Prozent niedriger als es die im Mieterstromgesetz verankerte Minderung von zehn Prozent gegenüber dem Grundversorger vorsieht.

Auch die Wohnungsgesellschaft profitiert von dem Projekt, denn sie erhält so über Jahre eine Pacht für ihre Dächer. Die Firma Solarimo finanziert den Aufbau und die Wartung. Die Firma fungiert auch als Stromanbieter.

Die Photovoltaikanlagen in Rheinsberg sollen schon bald für grünen und direkten Strom in den Wohnungen darunter sorgen. Quelle: Solarimo GmbH

Wie viel Geld das Unternehmen in Rheinsberger ausgibt, das will Fürstenwerth nicht verraten. Er sagt aber, dass das nur möglich ist, weil Solarimo die Mieterstromprojekte im großen Stil verfolgt. In ähnlichen Dimensionen wie in Rheinsberg werden derzeit Vorhaben in Berlin und Hessen umgesetzt, so der Geschäftsführer.

Arbeiten trotz Corona ausgeführt

Auch in der Prinzenstadt sollen demnächst weitere Photovoltaikanlagen auf Rewoge-Dächern installiert werden. Und zwar in den Häusern direkt am Stadion. Im kommenden Jahr sollen dann die Fünfgeschosser an der Allendeschule mit Solarmodulen ausgestattet werden, so Greiner-Petter. Dort muss die Rewoge allerdings erst noch die Regenentwässerung modernisieren.

Der Rewoge-Chef ist froh, dass das Projekt trotz der Corona-Krise durchgezogen werden konnte. Das habe funktioniert, weil das Unternehmen dabei fast ausschließlich im Außenbereich arbeiten konnte. Das große Mieterfest, das eigentlich zur Inbetriebnahme des ersten Abschnitts im Juni stattfinden sollte, werde aufgrund der Kontaktbeschränkungen jedoch ausfallen müssen.

Von Celina Aniol

03.05.2020
29.04.2020