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Rheinsberg Kritik an Laubsäcken aus Plastik
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Kritik an Laubsäcken aus Plastik
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13:56 30.11.2018
Laubsäcke aus Plastik, die vom Bauhof abgeholt wurden, standen in diesem Jahr erstmals in allen Ortsteilen von Rheinsberg an Straßenrändern. Quelle: Celina Aniol
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Rheinsberg

Andernorts überlege man derzeit mehr dann je, wie man mit so wenig Kunststoff wie möglich auskommt. „Und wir bieten Laubentsorgung mit Plastiksäcken an, und zwar mehr denn je“, kritisierte kürzlich Ilona Schenk in der Rheinsberger Stadtverordnetenversammlung. „Das kann nicht sein, wie wir mit unserer Umwelt umgehen“, sagte die Ortsvorsteherin von Kleinzerlang.

Plastikverbrauch 2018 vermutlich deutlich gestiegen

Tatsächlich dürfte der Verbrauch von Laubsäcken aus Kunststoff in der Rheinsberger Region in diesem Jahr deutlich gestiegen sein. Grund ist eine Neuregelung. Bis 2017 mussten die Bewohner der Ortsteile das von ihnen gesammelte Laub von Straßenbäumen selbst entsorgen. Nur in der Kernstadt holte der Bauhof die in Plastikbeutel eingepackten Blätter ab. In diesem Jahr hat das Bauhof-Team erstmals auch aus den Dörfern die Laubsäcke weggebracht. „Ich bin immer für Gleichbehandlung“, kommentierte Schenk den Fakt. Dass darunter aber die Umwelt leiden sollte, empfinde sie als falsch. Zumal es mit Containern eine Alternative zu der Kunststoffvariante gäbe.

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Kompostierbare Säcke zu schwach

Die derzeitige Lösung sei vielleicht nicht das Gelbe vom Ei gewesen, gab Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow zu. Das Augenmerk der Verwaltung habe in diesem Jahr aber vor allem eben auf der Gleichbehandlung aller Einwohner der Kommune gelegen. Dabei habe sie aber auch Alternativen zu der Plastiklösung geprüft. „Wir können aber nicht in allen Orten Container aufstellen“, so Schwochow. Denn von den Behältern gebe es in der Region schlicht nicht genug, um sie in jedem Dorf aufstellen zu können. Und der Probebetrieb mit kompostierbaren Säcken sei gescheitert, weil diese in vielen Fällen auseinandergefallen sind. Am Ende versprach Schwochow aber, dass es im kommenden Herbst Änderungen geben werde. Welche, das könne er erst nach der Auswertung der diesjährigen Saison sagen.

Von Celina Aniol