Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rheinsberg Stadt überlegt, Klimanotstand auszurufen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Stadt überlegt, Klimanotstand auszurufen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:11 29.11.2019
Immer mehr Städte in Deutschland rufen den Klimanotstand aus. Jetzt überlegen auch die Rheinsberger, ob sie es tun sollen. Quelle: dpa
Rheinsberg

Für den europäischen Kontinent wurde der Klimanotstand am Donnerstag ausgerufen. Soll die kleine Kommune Rheinsberg in dieselbe Kerbe schlagen?

Ja, sagt die Linke in Rheinsberg. Sie fordert, dass die Stadt bei allen künftigen Entscheidungen prüft, welche Auswirkungen das Handeln auf den Klimawandel hat. Außerdem soll sie überlegen, wie sie CO2-neutral werden kann.

Das sei sie doch längst, opponierte der Bauamtsleiter Daniel Hauke im aktuellen Bauausschuss. Seit mehr als 20 Jahren produziere Rheinsberg Fernwärme mit Holzhackschnitzeln und sei damit klimaneutral.

Beim Anpacken vorne mitspielen

Das stimme zwar, so Paul Kurzke von der Linken. „Ich warne aber davor, sich darauf auszuruhen.“ Die Stadt solle vielmehr bei den Bemühungen um einen Wandel vorn mitspielen.

„Wenn wir einen Klimanotstand ausrufen, dann bleiben die Touristen weg“, sagte Jürgen Scheigert von BVB/Freie Wähler. Die Gäste würden glauben, dass mit der Umwelt in der Prinzenstadt etwas nicht in Ordnung ist. „Für mich impliziert Notstand eine Katastrophe“, pflichtete ihm Daniel Hauke bei.

Der Begriff komme aus der gesamtgesellschaftlichen Debatte, klärte Jörg Möller von der SPD-Fraktion auf. Und würde heutzutage niemanden mehr abschrecken. Vielmehr verstehe jeder und überall sofort, welcher Bewegung sich die Stadt anschließen will. „Der Begriff ist positiv besetzt.“

Gewinn fürs Image der Stadt

Er forderte, dass Rheinsberg prüft, an welchen Stellen es noch Potenzial hat. Bei den Straßenlaternen beispielsweise gebe es hohen Nachholbedarf: Die Umstellung auf energieschonende LED-Beleuchtung sei kaum vorangeschritten.

Auch das Zeichen nach Außen durch das Ausrufen des Klimanotstands sei gut, meinte Möller. Es dokumentiere, dass sich die Stadt mit dem Problem auseinandersetzt. Kurzke geht davon aus, dass Rheinsberg dadurch sogar an Image gewinnen könnte.

Die Stadt sollte mehr damit werben, was sie bisher auf diesem Feld erreicht hatte, sagte der Bauamtsleiter. „Dass Rheinsberg klimaneutral ist, ist etwas Besonderes – ist aber hier in den vergangenen 20 Jahren Normalität geworden.“

Schon 64 Städte dabei

Walter Luy (CDU) drängte darauf, dass die Linke das Ausrufen des Klimanotstands aus ihrem Antrag streicht. Stattdessen soll es heißen: Die Stadt arbeite weiterhin gegen den Klimanotstand. Dem folgten die Ausschussmitglieder mehrheitlich.

In Deutschland haben mittlerweile 64 Städte den Klimanotstand ausgerufen – als erste Konstanz im Mai. In Potsdam gilt er seit August.

Als nächstes berät der Hauptausschuss über den Linken-Antrag zum Klimanotstand am Montag, 2. Dezember. Die Sitzung findet um 18.15 Uhr in der Rheinsberger Remise statt.

Von Celina Aniol

Die Rheinsberger Linke fordert, dass die Stadt in Seenot geratenen Menschen hilft. Der Bürgermeister und der Chef der Wohnungsgesellschaft melden Bedenken an. Der Sozialausschuss stimmt der Idee aber zu.

29.11.2019

Party, Beauty und Schule schwänzen – das ist die Welt dreier Problemkids. Der Ausweg für die Eltern: ein Bootcamp in Thailand. Dort lernen die drei eine andere Welt kennen. Für die Kids, die grad das „Bootcamp“-Musical einstudieren, ist es auch eine tolle Erfahrung.

29.11.2019

Sehnsüchtig warten die Linower auf die Sanierung ihrer Ortsdurchfahrt. Einen Zeitplan kann die Rheinsberger Verwaltung allerdings noch nicht nennen. Doch den will der Bauausschuss unbedingt haben.

28.11.2019