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Rheinsberg Rheinsberger Absolventen feiern ihr Wiedersehen
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16:17 28.12.2018
Absolvententreffen der Rheinsberger Schüler im Seepavillon in Rheinsberg, links: Gudrun Kurzke. Quelle: Annika Jensen
Rheinsberg

Je älter der Abend desto länger die Tafel. So ging es zumindest die ersten Stunden beim Absolvententreffen der ehemaligen Rheinsberger Schüler in dieser Woche zu. Immer wenn neue Leute kamen, wurde ein weiterer Tisch dazugestellt.

Bewusst gewähltes Datum

Es ist ein fest eingetragener Termin im Kalender dieser ehemaligen Schüler: der Tag nach dem 2. Weihnachtsfeiertag, also der 27. Dezember. Und das schon seit vielen Jahren. Seit Anfang der 1990er Jahre lädt der Förderverein der ehemaligen Heinrich-Rau-Schule (heute Schulzentrum) zum Absolvententreffen. Das Datum ist bewusst gewählt: Viele früheren Rheinsberger Schüler kommen zu Weihnachten nach Hause und bleiben zwischen den Jahren.

„Wir hatten vor ein paar Jahren eine Umfrage gemacht“, sagt Gudrun Kurzke, Vorsitzende des Fördervereins. „Wir fragten, ob es ein anderes Datum geben soll.“ In den vergangenen Jahren hatte sie das Gefühl, dass immer weniger Leute kamen. „Aber die meisten sagten nein, weil es einfach seit Jahren ein fester Termin im Kalender ist.“

Grinsende Gesichter

Auch an dem Abend in diesem Jahr sind es um acht gerade einmal sechs Männer und Frauen, die den Weg in den Seepavillon gesucht haben. Dort findet das Treffen zum dritten Mal in Folge statt. „Ich war erschrocken, wie wenig Leute am Anfang da waren“, sagt Stefan Erlat, 34. Der Rheinsberger und zweifache Vater ist seit seinem Abitur im Jahr 2003 jedes Jahr beim Absolvententreffen dabei. „Vor ein paar Jahren, als es noch im Brauhaus war, war es schon am Anfang brechend voll. Ich hoffe, dass noch ein paar Leute kommen.“

Seine Hoffnungen erfüllten sich. Im Laufe des Abends trudelten im regelmäßigen Abstand mal Einzelgäste, mal Grüppchen im Seepavillon ein. Stets mit einem breiten Grinsen im Gesicht und ganz offensichtlich froh, Gesichter wiederzusehen, die sie lange nicht gesehen haben.

Anne Strauch, 56, und Jan Oelsch, 55, machten 1981 gemeinsam das Abitur und sahen sich 1991 das letzte Mal. Quelle: Annika Jensen

Zwei, bei denen das Wiedersehen besonders laut und enthusiastisch war, sind Anne Strauch, 56, und Jan Oelsch, 55. Sie machten im Jahr 1981 gemeinsam das Abitur. Jan Oelsch lebt seit 2001 in Rüsselsheim und arbeitet bei Opel. Im Abstand von drei bis vier Jahren kommt er regelmäßig zum Absolvententreffen. Und doch: Zuletzt gesehen hat er Anne Strauch 1991, beim zehnten Jahrestages ihres Abiturs. Für Anne Strauch ist es nämlich das erste Absolvententreffen. „Meine Eltern hatten am 27. Dezember immer ihren Hochzeitstag gefeiert. Doch nun sind sie nicht mehr. Und Gudrun sagt, nun könnte ich ja mitkommen“, sagt sie.

Erst nicht erkannt, dann kam der Jubelschrei

„Ich habe sie zuerst nicht erkannt“, sagt Jan Oelsch. „Ich hatte damals ja auch keine Brille auf“, entgegnet Anne Strauch und lacht. „Nach dem Jubelschrei war aber alles klar“, sagt Jan Oelsch. Die zwei wirken als hätte es die fast drei Jahrzehnte, in denen sie sich nicht gesehen haben, nicht gegeben. Sie tauschen alte Namen, alte Geschichten. Und so wird, wie bei allen anderen Gesprächen am Tisch, auch bei ihnen die Vergangenheit zum Hauptdarsteller des Abends.

Dass seit Anfang der 1990er Jahre die ehemaligen Rheinsberger Schulbankdrücker zusammenkommen, führt zu einem ganz besonders interessanten Umstand: Viele verschiedene Generationen Absolventen sitzen an einem Tisch und kommen ins Gespräch. Tauschen sich über ihre alten Schulen aus. Und ihre alten Lehrer. Einige sind selbst Lehrer geworden.

RheinsbergDresden und zurück

Wie Gudrun Kurzke. Sie hat ihr Abitur an der Heinrich-Rau-Schule im Jahr 1980 gemacht. Und unterrichtet heute am Bildungscampus, zu dem auch die Salvador-Allende-Schule gehört. In Dresden hatte sie Geschichte und Deutsch studiert. Auch ihre Kinder haben ihr Abitur in Rheinsberg gemacht und auch sie kommen regelmäßig zu den Absolvententreffen zwischen den Jahren.

„Die älteren Generationen erzählen Geschichten, über die die junge Generation zuerst nur ungläubig dreinschauen und dann lachen kann“, sagt Gudrun Kurzke.

Nächstes Mal: Mehr Werbung

Die letzten Leute gingen um ein Uhr morgens, sagt Gudrun Kurzke am Tag danach. Etwa 20 waren gekommen. Am Abend zuvor schon sagte sie: „Wir müssen noch mehr Werbung machen. Und wir müssen noch mehr betonen, dass zu dem Treffen nicht nur die Abiturienten eingeladen sind. Schließlich können die Kinder ja seit 2007 kein Abitur mehr in Rheinsberg ablegen. Es sind alle eingeladen, die in Rheinsberg einen Abschluss machen.“

Von Annika Jensen

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