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Rheinsberg 50 Stadtschreiber auf einen Schlag
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg 50 Stadtschreiber auf einen Schlag
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15:49 20.11.2019
Der Umschlag der Rheinsberger Stadtschreiber-Anthologie. Quelle: Kurt-Tucholsky-Museum
Rheinsberg

Die Korrekturfahnen sind jetzt da. „In dieser Woche angekommen“, sagt Peter Böthig. Heißt aber nicht, dass kein Fehler in den Texten mehr steckt. „Ich muss sie noch einmal gründlich durchsehen.“

Viel Zeit fürs Korrekturlesen bleibt dem Literaturexperten nicht. Denn die knapp 300 Seiten sollen noch in dieser Woche in den Druck.

Quintessenz der Stadtschreiberexistenz

Ein kleines Kompendium literarischer Kompetenz, die in der Kronprinzenstadt residiert und residierte, wird es. Die vergeistigte Quintessenz der Stadtschreiberexistenzen, die Rheinsberg seit Jahren bereichern.

„Hier soll Preußen schön sein. Fünfzig Stadtschreiber zu Rheinsberg erfinden eine poetische Provinz“ heißt die Anthologie, die Mitte Dezember erstmals im Berliner Literaturforum vorgestellt werden soll. Das Titelzitat stammt aus einem Buch von Barbara Köhler, die als zweite Schriftstellerin im Premierenjahr des je fünfmonatigen Stipendiumaufenthalts im Jahr 1995 in die Prinzenstadt kam.

50 Texte über die Provinz

Insgesamt 50 Texte der bisherigen 50 Rheinsberger Stadtschreiber werden in dem Buch versammelt sein, die das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum in Zusammenarbeit mit dem Verbrecher-Verlag herausgibt. Teils sind es Texte, die schon einmal in der Reihe „Rheinsberger Bogen“ erschienen sind, erzählt Museumsleiter und Herausgeber Peter Böthig. Den Heften also, die am Ende eines jeden Stipendienaufenthalts gedruckt werden. Teils aber sind es Erstveröffentlichungen.

Der Deutsch-Georgier Giwi Margwelaschwili war der erste, der in den Marstall kam. Er schrieb damals das Stück „Ein Stadtschreiber hinter Schloss und Riegel“. Von ihm hat Peter Böthig eine Passage aus dem Buch „Der Kantakt“ ausgesucht. Das passt zu den Provinzbetrachtungen.

Denn der Roman berichtet direkt von den Lese- und Lebenserfahrungen eines Stadtschreibers. Ein Treffen mit Claire und Wolf aus Kurt TucholskysRheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ inklusive.

Auszüge aus unveröffentlichten Werken

Der aktuelle Autor Martin Ahrends hingegen gewährt in der Anthologie einen Einblick in seinen noch unveröffentlichten Roman „Draußen. Von Männern hinter der Mauer“. Es ist die Geschichte eines Heranwachsenden, der im Sichtfeld der Grenze lebt und die – auch politisch erzeugten Spannungen – in der Familie aushalten muss.

Autor Martin Ahrends residiert momentan als Stadtschreiber in Rheinsberg. Quelle: Kurt-Tucholsky-Museum

All die literarischen Schilderungen, Reflexionen und Skizzen werden durch Zeichnungen und Radierungen von Ralf Hentrich ergänzt. Der Künstler stellt monothematisch die nordbrandenburgische Landschaft dar. Karg. Aber intensiv. Und er, der im vergangenen Jahr starb, war Rheinsberg zugetan. Und vielen seiner Stadtschreiber. Er begleitete viele der Schreibwerkstätten, die diese für die Jugend der Stadt und Umgebung veranstalteten.

Premiere in Rheinsberg

Peter Böthig ist sehr zufrieden mit dem Buch. Und er hat auch schon die Zusage, dass er es auf der Leipziger Buchmesse im März präsentieren darf. „Das ist schon etwas Besonderes.“

Vorher wird die Anthologie aber, die von vielen Seiten gefördert wurde, eine richtige Premiere in Rheinsberg feiern. Mit Rheinsbergern. Und einigen Stadtschreibern. Ein Familientreffen in der Provinz.

Das Buch kostet 20 Euro. Das genaue Erscheinungsdatum ist noch nicht bekannt.

Von Celina Aniol

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