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Rheinsberg Rathausbaustelle: Mängel für 6000 Euro
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00:22 15.12.2018
Auf der Baustelle für das Rheinsberger Rathaus passiert seit Wochen nichts – und es wird da wohl auch nicht so schnell weitergebaut. Quelle: Celina Aniol
Rheinsberg

6000 Euro – in dieser Höhe bewegen sich die Baumängel auf der Rheinsberger Rathausbaustelle. Das hat der Stadt jetzt das Ingenieurbüro IBS in seiner Bauanalyse attestiert, wie Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) den Stadtvertretern am Montagabend berichtete. „Diese Summe rechtfertigt keinen Baustopp“, sagte er. Zumal Experten die Kosten für den Stillstand beim Bauen auf etwa 650 000 Euro beziffern. Der Verwaltungschef appellierte, dass die Verordneten den von ihnen verhängten Baustopp beim Rathausbau so schnell wie möglich aufheben.

Stadtvertreter beraten nächste Woche über den Bau

Möglich wäre das schon in der kommenden Woche. Denn dann findet in Rheinsberg die nächste Stadtverordnetenversammlung statt, in der es hinter verschlossenen Türen alleine um Themen gehen soll, die mit der Baustelle zusammenhängen. Auf der Tagesordnung stehen neben des IBS-Gutachtens auch die Frage, wer die Projektsteuerung übernehmen soll, und die Vergleichsvereinbarung mit dem Rathaus-Architekten Peter Köster.

Schnelle Entscheidung nötig

Gerade beim letzten Punkt drängt die Zeit. Denn das von Anwälten der Stadt und des Bauexperten ausgehandelte Papier ist nur bis Ende des Jahres gültig. Falls der Deal platzen sollte, hat Köster rechtliche Schritte gegen die Stadt angekündigt (die MAZ berichtete). Schwochow kündigt deshalb an, dass er sich vorbehält, schnell eine weitere Sitzung einzuberufen, falls das Gremium in der kommenden Woche nicht beschlussfähig sein sollte, weil zu wenige Stadtvertreter anwesend sind. In diesem Fall würden die Stadtvertreter eine Entscheidung unabhängig von der Anzahl der anwesenden Mitglieder in der Versammlung treffen. Das ist so in der Kommunalverfassung vorgesehen. Am Montag deutete sich an, dass einige Stadtvertreter wegen Terminproblemen der kurzfristig für 19. Dezember angesetzten tatsächlich fernbleiben könnten.

Fertigstellung für Mitte 2021 avisiert

Frank-Rudi Schwochow und Bauamtsleiter Daniel Hauke gehen davon aus, dass das neue Rheinsberger Rathaus Mitte 2021 fertiggestellt werden kann, wenn der Baustopp jetzt aufgehoben wird. Da die Baustelle derzeit „völlig auf Null runtergefahren“ sei, wie der Bürgermeister sagt, werden die Vorbereitungen für den Neustart entsprechend lange dauern. Hauke geht davon aus, dass die Arbeiten erst Anfang 2020 wieder im vollen Umfang anfangen. Schließlich sei es angesichts der angespannten Lage in der Baubranche nicht einfach, Unternehmen zu finden, die die Aufgabe ad hoc übernehmen. Die Arbeiten selbst sollen dann laut des aktuellen Bauablaufplans rund 14 Monate dauern.

Preissteigerung wegen Unterbrechung wahrscheinlich

Schwochow weist auf ein weiteres Problem hin, dass durch den Stillstand auf der Baustelle des Bürgerzentrums entstehen könnte. Weil die vor Jahren ausgehandelten Verträge mit den Firmen ausgelaufen sind, muss die Stadt mit den Unternehmen nun neu verhandeln – und sich auf neue Preise einstellen. Diese werden aus seiner Sicht deutlich höher ausfallen als noch vor einiger Zeit. Das könnte am Ende doch zu einer deutlichen Kostensteigerung bei dem Vorhaben führen.

Kostenanstieg sehenden Auges beschlossen

Bislang habe es indes kaum einen Anstieg bei den reinen Baukosten gegeben, so Schwochow auf die Nachfrage dazu von Detlef Pagel (SPD). Zwar habe es im Vergleich zu Ursprungsschätzungen Kostensteigerungen gegeben. Diese seien aber auf die längere Bauzeit sowie später geäußerte Wünsche wie den Einzug der Bibliothek und des Hauses der Begegnung in das neue Rathausgebäude zurückzuführen. Beides haben die Stadtvertreter im Wissen um den Kostenanstieg beschlossen. Das Rathaus geht derzeit davon aus, dass die Stadt 8,3 Millionen Euro für Bau und Ausstattung ausgeben muss – dabei ist allerdings die wahrscheinliche Preissteigerung im Bereich Bauen nicht eingerechnet.

Frühere Expertise ging von 150 000 Euro aus

Im ersten Gutachten Anfang des Jahres ist IBS von Baumängeln in Höhe von 150 000 Euro ausgegangen. Dass die Summe jetzt deutlich niedriger ausfällt, habe zwei Ursachen, so Schwochow. Zum einen seien die meisten Schäden mittlerweile beseitigt. Zum anderen habe das Ingenieurbüro bei der Vorbereitung der ersten Expertise keine Möglichkeit gehabt, alle Unterlagen zu sichten und mit den Bauverantwortlichen zu sprechen. Diesmal sei das anders gewesen.

Von Celina Aniol

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