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Rheinsberg Rheinsberger Schüler erforschen Birken
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15:32 29.05.2019
Waldwissenschaft: Aihan (l.) und Dean bestimmen den Durchmesser eines Birkenstamms. Quelle: Frauke Herweg
Paulshorst

Es ist keine einfache Entscheidung, die die Achtklässler da fällen müssen. Welcher Baum soll stehen bleiben? Welcher soll weg? Für kurze Zeit schlüpfen die Jugendlichen in die Rolle eines Försters und markieren die sogenannten Z-Bäume – die Bäume, die stehen bleiben dürfen – mit grünen Bändern. „Die meisten müssen weg, weil sie einem anderem im Weg sind“, sagt Steven.

Schüler des Rheinsberger Bildungscampus haben in dieser Woche den Wald bei Paulshorst erforscht. Im Rahmen des Projektes „Plan Birke – forsch voran“ studierten sie das Klima im Wald und auf der Wiese, vermaßen Birken und lernten forstwirtschaftliche Messgeräte kennen. Ziel des von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dem Landesbetrieb Forst Brandenburg und einem Forschungsinstitut initiierten Projektes ist es, die bislang vernachlässigte Birke zu untersuchen.

Unkraut des Waldes

„Die Birke ist eine ein bisschen verkannte Baumart“, sagt Revierleiterin Annette Meckel. Für die DDR-Forstwirtschaft sei die Birke das Unkraut des Waldes gewesen. „Sie wurde streng aus dem Wald genommen.“ Wegen ihrer mittelmäßigen Verwertbarkeit und ihres wilden Wuchses schätzten die Förster sie wenig.

Inzwischen ist jedoch klar: Birken haben eine wichtige ökologische Funktion. „Sie bieten einen anderen Lebensraum als die viel verbreiteten Kiefern“, sagt Meckel. Zudem lassen sie mehr Licht auf den Boden als andere Baumarten.

Försterarbeit: Jugendliche markieren Bäume. Quelle: Frauke Herweg

Rund um Rheinsberg wachsen nicht viele Birken. Revierleiterin Annette Meckel suchte schließlich eine Fläche bei Paulshorst für das waldpädagogische Projekt aus. Mit der Kluppe – einem Messgerät, mit dem sich der Durchmesser eines Baumstamms bestimmen lässt – ermittelten die Schüler die Dicke der Baumstämme.

Zuvor hatten sie sich bereits als Klimaforscher versucht und Wind, Temperatur und Licht gemessen. „Im Wald war die Temperatur weniger, das Licht weniger und auch der Wind weniger“, sagt Dean. Für den 14-Jährigen eine überraschende Erkenntnis. Er hatte sich nicht vorstellen können, dass es zwischen beiden Zonen tatsächlich solche Unterschiede gibt. „Hier ist doch ringsherum überall Wald.“

Riesige Kühlaggregate

Das Sammeln der Daten soll den Achtklässlern auch zeigen, wie wichtig der Wald für das Klima ist. „Große Wälder sind wie riesige Kühlaggregate“, sagt Meckel. Einen Tag zuvor hatten sich die Jugendliche bereits damit beschäftigt, wie viel Kohlenstoff ein Baum aufnehmen kann und wie viel Kohlenstoffdioxid bei einem Flug nach Mallorca frei gesetzt wird.

Spaß haben die Jugendlichen auch beim Nachhaltigkeitsspiel. Das Spiel mit Kienäpfeln soll veranschaulichen, dass die Nutzer des Waldes nicht beliebig viele Bäume abholzen dürfen. „Man muss genauso viel nachpflanzen wie man herausnimmt“, schlägt Steven vor. Eigentlich sogar noch mehr, sagt Meckel. Schließlich werden nicht alle Bäume groß.

Auswertungsrunde im Wald. Quelle: Frauke Herweg

Weitere waldpädagogische Projekte zur Birke sind geplant. Im September werden Schüler der Neuruppiner Montessorischule der Birke eine ganze Woche widmen. Und vielleicht lernen sie wie die Rheinsberger Schüler auch Birkenwasser kennen – sprudelig und erfrischend.

Von Frauke Herweg

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