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Rheinsberg Rheinsberger protestieren gegen gestrichene Busse
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12:35 11.02.2020
Busse ab Rheinsberg sollen nicht mehr so oft fahren. Das wollen sich die Rheinsberger nicht einfach so gefallen lassen. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Die Rheinsberger sind sauer. Sehr sauer. Mir nichts, dir nichts habe der Landkreis die Busse, die an den Wochenenden viele Ortsteile ansteuern, einfach wegrationalisiert, empört sich Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler). Sie sollen in der Sommersaison nur noch dann fahren, wenn die Stadt bezahlt.

„Der Landrat hat einen massiven Schaden angerichtet“, pflichtet ihm der Linken-Fraktionschef Freke Over in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend bei. Seit Wochen melden sich bei ihm aufgeregte Gäste, so der Betreiber des Ferienlands Luhme. Sie wollen wissen, was los ist, weil sie die Verbindung in ihren Ferienort nicht mehr finden können.

Landrat soll Fahrplan zurücknehmen

Denn ja, sie wollen „unverschämter Weise“ an einem Samstag ihre Ferienwohnung beziehen und am Samstag wieder abreisen, flachst Freke Over. Sein Gesicht zeigt aber, dass ihm eigentlich so gar nicht zum Lachen zu Mute ist.

Er fordert: Landrat Ralf Reinhardt (SPD) soll all das zurücknehmen, was er zusammengestrichen hat in dem neuen Fahrplan. Und die bisherigen Busverbindungen wiederbeleben. Sofort. Die anderen Stadtvertreter nicken. Die Stadt soll gegen den neuen Fahrplan in den Widerspruch gehen, fordert die Sozialdemokratin Marion Grefrath.

Änderungen ja, aber mit Vorlauf

Er habe zwar grundsätzlich nichts gegen die Idee, die Busverbindung über die Kurtaxe zu finanzieren, wie es der Landkreis vorschlägt, betont Freke Over. Aber bitte mit Vorlauf.

„Wir können nicht im Nachhinein die Gäste damit überfallen“, so Over. Und auch das Überrumpeln der Kommune sei nicht in Ordnung. „Wir brauchen Zeit, um das zu kalkulieren.“ Dass Rheinsberg die Summe in diesem Jahr einfach mal aus der Portokasse zahlt, weil es mit der Kurbeitragsfinanzierung nicht mehr klappt, das finden die Rheinsberger auch nicht in Ordnung.

20.000 Euro für alle Wochenendfahrten

13.000 Euro müssten sie für die günstigste Variante berappen – für eine Teilreaktivierung der Strecken. 20.000 Euro für die teuerste Variante, bei der alle nun an den Sommerwochenenden gestrichenen Linien wieder fahren könnten.

Erst im Januar und erst auf Nachfrage habe er die Zahlen bekommen, berichtet Frank-Rudi Schwochow. „Ende 2019 hat mir der Landrat in einer Sitzung nur nebenbei von der Streichung erzählt. Das ist nicht in Ordnung.“

Rheinsberg will sich wehren

Was ihn noch ärgert: Der Kreis hat mit der Einführung des neuen Fahrplans auch die Sommersaison zusammengestrichen. So beginnt diese nicht mehr im April, sondern erst am 1. Mai. Und endet bereits am 4. Oktober – lange vor den Herbstferien also.

Auch Freke Over wurmt das. Denn das bedeutet aus seiner Sicht ein weiteres Abhängen einer Touristenregion, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist. In Zeiten der Klimawandels mehr denn je. „Der VBB verkündet da: Alles wird besser, und bei uns wird der Verkehr eingestellt“, sagt er. Das gehe nicht.

Einstimmig entscheiden die Stadtvertreter, dass sich Rheinsberg gegen den neuen Fahrplan und die neuen Saisonzeiten wehren soll. Die Verwaltung habe bereits protestiert, teilt Schwochow mit.

Von Celina Aniol

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