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Rheinsberg Die Sanierung der Rheinsberger Kirche ist abgeschlossen
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11:05 22.12.2019
Besonderer Altar in der Rheinsberger Kirche: Die ganze Kreuzigungsgeschichte ist dargestellt. Quelle: Frauke Herweg
Rheinsberg

Für Laien sind die ausgeblichenen Malereien kaum lesbar. Experten erkennen jedoch Jesus auf dem Esel und eine Person mit gefalteten Händen. Restauratorinnen hatten bei der Sanierung der Rheinsberger Kirche überraschend mittelalterliche Malereien entdeckt. Allerdings ist nach Abschluss der Sanierung unklar, wie der Schatz an der Nordwand der Kirche langfristig gesichert werden soll.

Zwar will die Kirchengemeinde die Malereien unbedingt erhalten. Doch fehlt ihr bisher das Geld dafür. In dem Budget, das die Gemeinde für die Sanierung des Gotteshauses hatte, waren die bis zu 15000 Euro teuren Arbeiten nicht enthalten. Thomas Theloke hofft, dass die langfristige Sicherung der Malereien im kommenden Jahr gelingt – „wenn wir einen Sponsor dafür finden“.

Aufwändige Arbeiten

Kirchenführer Theloke hat die zwei Jahre dauernden Arbeiten betreut. Am Sonnabend präsentierte er Besuchern das frisch restaurierte Gotteshaus. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagt er. Mit dem Ergebnis der Sanierung ist Theloke jedoch überaus zufrieden. „Ein schönes Haus ist es wieder geworden.“

Die Sanierung des Chores war schon im vergangenen Jahr abgeschlossen gewesen. Inzwischen erstrahlt auch das Kirchenschiff in einer helleren Farbe. Staub, Ruß und auch die alte Latexfarbe, die zu DDR-Zeiten aufgetragen worden war, sind verschwunden.

Beheizbare Bänke

Eine für Kirchenbesucher wichtige Veränderung: Ein Teil der Bänke lässt sich inzwischen beheizen. Eigentlich hätte die Kirchengemeinde gerne komplett neue Bänke gehabt. Aber das ließen die Denkmalschützer nicht durchgehen. In einer Tischlerwerkstatt wurden die Bänke aufgearbeitet. Auch sie bekamen eine hellere Farbe.

Auch nach der Sanierung bleibt in Rheinsbergs ältestem Gebäude einiges zu tun. So möchte die Gemeinde die Orgeln reinigen lassen. Beide Instrumente waren während der Sanierung eingehaust. Trotzdem seien sie in Mitleidenschaft gezogen worden, sagt Theloke.

Weitere Arbeiten an Türen

Zwei Türen – die Brauthallentür und die Turmtür – sollen im kommenden Jahr aufgearbeitet werden. „Verspachteln, schleifen, streichen“, sagt Theloke. Unklar ist hingegen noch, was mit dem Boden in der Brauthalle geschehen soll.

Derzeit laufen die Besucher dort über rote Ziegel. In diesem Sommer aber – als Gäste durch die Brauthalle in die Kirche geleitet wurden und dadurch besonders viele Gäste kamen – zeigte sich, dass der Boden nicht belastbar ist. Theloke würde sich deshalb wünschen, dass dort ein strapazierfähiger Boden eingezogen wird.

Verborgen unter vier Schichten Farbe

Neben den Malereien an der Nordwand hatten die Restauratorinnen weitere Überraschungen entdeckt. An einem Fenster stellten sie einen Vers wieder her, dessen römische Großbuchstaben auf das Jahr des Rheinsberger Stadtbrandes verweisen. Zu lesen ist – in der damals üblichen Rechtschreibung: „Rheinsberg ist Gott erbarme helf abgebrand und verwüstet.“ Verborgen unter vier Schichten Farbe zudem: ein Bildnis des Propheten Moses auf einer Tür. Die Restauratorinnen legten es frei. „Eine Sisyphosarbeit“, sagt Theloke.

Von Frauke Herweg

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