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Rheinsberg Kernkraftwerk oder Schloss?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Kernkraftwerk oder Schloss?
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13:24 29.09.2019
Der Autor Thomas Hettche (l.) plauderte in der Rheinsberger Kirche mit Thomas Geiger über seine Erkundungen auf Fontanes Spuren. Quelle: Cornelia Felsch
Rheinsberg

Was wäre aus Rheinsberg geworden, wenn es das Kernkraftwerk nicht gegeben hätte oder wenn an dessen Stelle ein Schloss entstanden wäre? Jenes „Schloss Stechlin“, dass Touristen mit Panamahut und Leinenjackett immer wieder an den Stechlinsee treibt auf der Suche nach dem Wohnsitz von Fontanes Romanfigur Dubslav von Stechlin.

Der Schriftsteller Thomas Hettche hat sich während seiner Erkundungen auf den Spuren Theodor Fontanes viele Fragen gestellt. In den vergangenen Sommermonaten hat er einige der von Fontane beschriebenen Orte neu entdeckt. Er fragte sich, wie Fontane die Mark Brandenburg wohl heute im 21. Jahrhundert beschreiben würde. Am Sonnabend las er in der Rheinsberger Sankt-Laurentius-Kirche Ausschnitte aus seinen literarischen Erkundungen.

Das Kernkraftwerk war Realität, 1966 ging es in Betrieb, 1990 wurde es stillgelegt. Bei Thomas Hettche mutiert es zu einem Schloss, dessen Kastellan schließlich als junger Ingenieur tätig wird. „Ich würde mich freuen, wenn die Leser diese Verwandlung glauben könnten“, sagt er.

Dichterische Freiheit

„Literatur und Kunst liefern uns Bilder, die wir so noch nicht kennen und werfen neue Fragen auf: Was war das für ein Königreich und wer hat es regiert?“Auch Fontane hangelte sich schließlich in vielen Romanen und Balladen an der dichterischen Freiheit entlang.

„Bevor er die Wanderungen schrieb, war die Mark Brandenburg doch gar nicht auf der literarischen Landkarte zu finden“, sagt Thomas Hettche. „Die Literatur vermag es, uns etwas in den Kopf zu schaufeln, so dass Bilder vorhanden sind, obwohl wir diese Orte noch nie besucht haben.“

Fontane ist reichlich vorhanden

Im Gespräch mit Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin gestand der Schriftsteller, dass er sich ziemlich unbekümmert auf die Reise begeben hat. „Ich wollte einfach losfahren und gucken“, sagt er. „Und dann war ich doch etwas schockiert und dachte, eigentlich kannst du jetzt wieder fahren, es ist schon alles da.“

Doch dann erkundigte sich der Schriftsteller danach, wo noch alte Familien ansässig sind. Er fuhr nach Karwe, sprach mit Krafft von dem Knesebeck und entdeckte auf den Spuren von Alexander Gentz die zerfallene Gutsanlage bei Neuruppin.

Am Sonnabend, 5. Oktober, um 16 Uhr liest Beatrix Forck in der St.-Laurentius-Kirche – wo sie selbst als Pfarrerin tätig war – aus dem Buch „Von Dorf zu Dorf, von Kirche zu Kirche“. Es ist ein selbst verfasster Text über das Epitaph der Bredow-Kinder.

Von Cornelia Felsch

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