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Rheinsberg Spezial-Mähtechnik für Feuchtgebiete sorgt für Begeisterung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg

Spezialtechnik für feuchte Wiesen im Naturschutzgebiet am Wummsee

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17:09 25.07.2021
Die Teilnehmer des Seminars am Wummsee zeigten sich begeistert von der soliden Technik für die Feuchtwiesenpflege.
Die Teilnehmer des Seminars am Wummsee zeigten sich begeistert von der soliden Technik für die Feuchtwiesenpflege. Quelle: Bernd Zimmermann
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Flecken Zechlin

Ohne Spezialtechnik ist es nur schlecht möglich, sehr feuchte Wiesen zu bewirtschaften. Wie Grünlandpflege auf nassen Standorten funktionieren kann ohne den Boden übermäßig zu strapazieren und die Lebewesen zu schädigen, das konnten 30 Seminarteilnehmer bei einer Veranstaltung des Landschaftspflegeverbands Prignitz-Ruppiner Land erleben.

In der Netzwerkarbeit zur umweltschonenden Landbewirtschaftung organisierte der Verband gemeinsam mit der Naturparkverwaltung Stechlin-Ruppiner Land und der Naturwacht eine Technikvorführung mit speziellen Mähern, die für den anspruchsvollen Landschaftsschutz konstruiert wurden.

Stachelwalzen für sumpfigen Grund

Das etwas ungewöhnlich erscheinende, einachsige Gerät mit seinen zwei siebenreihigen Stachelwalzen (die das Gewicht breit verteilen) ist besonders für nassen sumpfigen Grund geeignet.

Der Bodendruck der Maschine ist geringer als der Druck, den ein Mensch ausübt und somit besonders bodenschonend.

Das Gerät kann durch vielfältige Um- und Anbaumöglichkeiten das gemähte Gras aufbereiten, pressen und abtransportieren. „Mit dieser Technik können wir das Mähgut umweltschonend von der Fläche bekommen und auch einer vernünftigen Verwertung zuführen“, sagt Heiko Strobel, der im Naturparkteam Ansprechpartner für den Vertragsnaturschutz ist.

Mähgut, das bisher für Kompost oder Einstreu genutzt wurde, kann so in kürzester Zeit zu Heu verarbeitet werden.

Die Vorführung fand auf einer wiedervernässten, artenreichen Wiese im Naturschutzgebiet Wumm- und Twernsee statt, auf der sich auch Orchideen immer weiter ausbreiten.

Tierschonende Mähtechnik

Die Fläche, die in den vergangenen Jahren von Mitarbeitern des Forstreviers gepflegt wurde, ist nun Bestandteil des Vertragsnaturschutzes. Vertragspartner ist Andreas Bergmann, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands Prignitz-Ruppiner Land.

Die Veranstaltung, die auf großes Interesse stieß, dauerte wesentlich länger als eigentlich geplant – trotz des großen Mückenaufkommens.

Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer von der Schnittleistung und den vielfältigen Möglichkeiten sowie von der Tatsache, dass Insekten, Frösche und Schlangen die Aktion unbeschadet überstanden. Aus dem Mahdgut sprangen schließlich kleine Erdkröten heraus, und auch eine Ringelnatter wurde entdeckt.

Am Rande der Veranstaltung diskutierten Teilnehmer und Veranstalter die Frage, wie man diese teure Spezialtechnik finanzieren und eventuell über einen Maschinenring beschaffen und dann für viele Vertragspartner zur Verfügung stellen könnte.

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