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Rheinsberg Preussenquelle fällt bei Stiftung Warentest durch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Preussenquelle fällt bei Stiftung Warentest durch
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17:51 26.06.2019
Produktionshalle der Rheinsberger Preußenquelle.
Produktionshalle der Rheinsberger Preußenquelle. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Das Urteil ist vernichtend: Eine Wassersorte der Rheinsberger Preussenquelle landet beim aktuellen Test der Stiftung Warentest auf dem letzten Platz mit der Gesamtnote „mangelhaft“. Mehr noch. Das besagte Wasser soll mit Keimen sehr stark belastet sein.

Darunter seien auch solche, die für immunschwache und selbst für gesunde Menschen ein „geringes Risiko“ darstellen, heiße es von den Testern. Es handelt sich dabei um die Sorte „still bio“ des Herstellers.

32 stille Mineralwasser hat die gemeinnützige Verbraucherorganisation für ihr neues Heft, das am Donnerstag erscheint, nach wissenschaftlichen Methoden kontrolliert. Dabei hat die unabhängige Prüfstelle festgestellt, dass diese Wassersorte insgesamt anfällig für Keime ist, weil die Kohlensäure deren Wachstum nicht hemme.

Das Ergebnis: Nur 15 überprüfte Mineralwasser schneiden mit „gut“ ab. Die Note „sehr gut“ haben die Tester nicht vergeben.

Die Rheinsberger Preussenquelle dementiert. „Die Art und die Anzahl der gefundenen Keime sind nach unserer Kenntnis und externen Einschätzung allesamt unbedenklich für den durchschnittlichen Konsumenten“, sagt Geschäftsführer Frank Stieldorf.

Hinzu komme, dass dem Unternehmen von der überprüften Charge ein „einwandfreies externes Laborergebnis“ vorliege. „Die Darstellung einer angeblichen Gefahr spielt also mit Verbraucherängsten.“ Die Preussenquelle widerspricht „der alarmierenden Darstellung des Artikels“. Trotz der gefundenen Keime halte die Preussenquelle zudem stets die gesetzlichen Vorschriften ein.

Die 2007 gegründete Firma lässt in ihrer offiziellen Mitteilung zum Testergebnis auch den Wasserexperten Manfred Mödinger, der Getränkehersteller berät, über das Keimrisiko zu Wort kommen. „Es handelt sich um harmlose, überall im Boden und im Wasser vorkommende Keime, die im Menschen keine Infektionen auslösen“, so der Diplomingenieur für Brauwesen und Getränketechnologie.

„Nur für extrem immunkranke Patienten im Krankenhaus können diese eine Gefahr darstellen.“ Allerdings bekommen diese auch speziell zubereitete Getränke.

Trotz dieser Beurteilung versuche die Preussenquelle dennoch, die Zahl der Keime zu gering wie möglich zu halten. Und sie baue ihre Bemühungen in diesem Bereich weiter aus.

Stieldorf verweist aber auch darauf, dass Kunden des Unternehmens ursprüngliches Wasser wünschen . „Ein Wasser, das mehrere tausend Jahre alt ist, auf das der Mensch durch Landwirtschaft oder Umweltverschmutzung keine negativen Einflüsse ausüben konnte und das nicht durch Reinigungsverfahren in ein nahezu steriles Wasser denaturiert wurde.“

Im Januar 2016 hat der Betrieb ein Gütesiegel für ihr Bio-Wasser bekommen, als fünfter der insgesamt rund 500 Mineralwasserbrunnen in Deutschland und als erster in Ostdeutschland.

Das Wasser wird in Rheinsberg aus rund 170 Metern Tiefe befördert, und gilt deshalb als schadstoffarm. Ein detaillierter Laborbericht zu seinem Bio-Wasser veröffentlicht der Hersteller auf seiner Internetseite.

Die Preussenquelle engagiert sich weit über die Produktion hinaus für nachhaltige Projekte, nicht nur im Bereich Wasser. Das Unternehmen bezieht dabei Landwirte und Umweltschützer, aber auch die Bevölkerung ein. Die Firme, die 25 Mitarbeiter beschäftigt, wurde auch mit einem Umweltpreis ausgezeichnet.

Die Test der Stiftung Warentest sind gefürchtet. Denn ein vernichtendes Ergebnis kann zu deutlichen Umsatzeinbußen führen.

Von Celina Aniol