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Rheinsberg Tanzmärchen Schneekönigin bezauberte im Schlosstheater
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00:20 30.12.2018
Gerda und das Räubermädchen: Die Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz zeigt das Tanzmärchen „Die Schneekönigin“ in Rheinsberg. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

 Teuflisch, dieser Splitter im Auge, der alles Schöne und Gute verblassen lässt und stattdessen jeden Makel, jede Schwäche überdeutlich hervortreten lässt wie ein Schminkspiegel den Pickel im ebenmäßigen Gesicht.

Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“ ist brandaktueller Stoff – in einer Zeit, in der es oft nur um Äußerlichkeiten geht. Wo makellose Topmodels innere Leere und aufgesetzte Lächeln ausstrahlen. Nur nicht zu viel, sonst gibt es Falten.

In Zeiten in denen Fernsehen darauf zielt, Leute publikumswirksam als Buh- oder Blödmann abzukanzeln – damit der saturierte Zuschauer bloß nicht über seine eigenen Schwächen nachdenken muss. Andere sind – wie man sieht – viel dicker, dümmer, schlimmer.

Ein zauberhaftes Märchen um Freundschaft und Treue nach Hans Christian Andersen: Die Deutsche Tanzkompanie aus Neustrelitz brachte die Schneekönigin als kunterbuntes Weihnachtsmärchen auf die Bühne.

Einmal mehr seit vielen Jahren hat die Deutsche Tanzkompanie aus Neustrelitz ein Weihnachtsmärchen nach Rheinsberg gebracht. Längst ist es für viele Ruppiner ein Muss, am zweiten Weihnachtsfeiertag mit Kind und Kegel ins Schlosstheater zu gehen – mittlerweile so viele, dass seit einigen Jahren eine zweite Vorstellung anberaumt wurde. Ob Schneewittchen, kleiner Muck oder Märchen-Mix: Die liebevoll getanzten Geschichten bezaubern Jung und Alt, sowohl was Spielfreude, Tanzlust als auch witzig-bunte Details angeht.

Auch in der „Schneekönigin“. Da hirscht das Rentier über die Bühne, Schneebälle fliegen, der Prinz tanzt Menuett mit seiner Reifrockprinzessin, und das Räubermädchen zeigt viel Herz unter all der rauen Ruppigkeit. Gerda folgt mit Liebe in den Augen dem Ruf der Rose, um ihren Herzensfreund Kai zu finden, dem die schöne aber eisig-böse Titelfigur jedes bisschen menschliche Wärme aus dem Leib gesogen hat.

Das Bühnenbild ist wandelbar und fabelhaft beleuchtet

Der Regisseur Lars Scheibner hat mit wilder Hand – wie er es nennt – Musik von Vangelis, estnischen Chören, Bach, Rameau und mehr gemixt und die Choreografien zwischen klassischem Ballett, Folklore und Modern Dance angesiedelt. Das macht Spaß und wird nie langweilig.

Das Bühnenbild mit seinen Quadern, die legoartig zu jeder Szenerie gebaut werden können, verwandelt sich immer wieder durch fantasievolle Video- und Lichtinstallationen. Die neun Tänzer verzaubern mit Bewegung und Blick, und der von innen blau glühende Eismantel der Schneekönigin ist ein Traum. Gebannt verfolgt das Publikum die bekannte Geschichte.

„Ich fand die Neustrelitzer schon immer toll“, sagt die Zuschauerin Gritt Maruschke anerkennend – als Tanzpädagogin weiß sie, wovon sie spricht und schaut natürlich immer mit berufenem und beruflichem Auge aufs Geschehen, um Inspirationen für ihre Jugendkunstschul-Tänzer zu finden. „Es ist immer sehr vielseitig und außerdem pädagogisch wertvoll.

Außerdem trauen sie sich, völlig andere Musik zu verwenden, als man normalerweise erwartet. Und es gab viele anrührende Momente“, lobt sie. Für das kommende Fontanejahr hat sie schon eine Kooperation mit der Tanzkompanie ins Auge gefasst. Ihr Sohn Jannis – Nichttänzer – lobt ebenfalls: „Ich fand‘s gut. Vor allem, dass das eher spartanische Bühnenbild durch das spektakuläre Licht enorm aufgewertet wurde.“

Von Regine Buddeke

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