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Rheinsberg USA suchen nach Fliegern, die 1945 abgestürzt sind
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg USA suchen nach Fliegern, die 1945 abgestürzt sind
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02:23 11.05.2018
Amerikanische Bomber flogen kurz vor dem Kriegsende über Brandenburg. Was mit der Besatzung vieler abgestürzter Flieger passiert ist, ist in vielen Fällen noch offen. Quelle: Archiv Reproduktion
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Großzerlang

Die Mail kam aus heiterem Himmel. Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums schrieb Frank-Rudi Schwochow an und ließ ihn wissen, dass die Behörde demnächst bei Großzerlang eine Aktion durchführen will. Das Ziel sei eine Suche nach Überresten oder Hinweisen auf den Verbleib von acht der insgesamt elf Besatzungsmitgliedern eines Bombers, der am 5. Dezember 1944 dort abgestürzt sein soll. So abenteuerlich das Schreiben klang: Für eine Fake-Nachricht hielt der Rheinsberger Bürgermeister die Information über die Suche nach dem ehemaligen Militärangehörigen nicht.

Stadt will der US-Behörde helfen

Tatsächlich schickt die US-Behörde immer wieder Sonderermittler in die Welt, um nach vermissten Amerikanern zu suchen. Der Hintergrund ist eine Tradition des Landes, der nach keine Soldaten zurückgelassen werden sollen – auch wenn das wie in diesem Fall auch mal über 70 Jahre dauern kann. Schwochow will der Sondereinheit bei der Suche im Juni helfen, wie er gestern berichtete. Er hat auch schon erfahren, dass es in dem Dorf wohl Augenzeugen des Fliegerunglücks gibt. Großzerlangs Ortsvorsteher Bernd Starke bestätigt das. Über den Absturz weiß er selbst aber nichts. „Wir sind erst in den 80er Jahren hierhergezogen.“

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Was passierte mit der Besatzung?

Mehr darüber könnte die Arbeitsgemeinschaft Fliegerschicksale aus Oranienburg wissen. Vor einigen Jahren hatte zumindest ihr Mitglied Mario Schulze in der MAZ einen Bericht darüber abgedruckt. Er schrieb damals, dass Ende 1944 ein US-amerikanischer B-17-Bomber der 490. Bombergruppe südöstlich von Großzerlang abgeschossen worden sein soll. „Der Pilot, der einzige Überlebende, gab nach dem Krieg zu Protokoll, dass alle Männer seiner Crew das Flugzeug verlassen hatten“, so Schulze. Allerdings gelten alle bis auf einen Mann, der heute auf einem amerikanischen Soldatenfriedhof in Belgien begraben ist, als vermisst. Unter ihnen sei auch der 22-jährige John T. Caldwell gewesen.

Arbeitsgemeinschaft klärt Schicksale von Piloten auf

Ob es neue Erkenntnisse zu dem Fall gibt, ist unklar: Mario Schulze war am Dienstag für die MAZ nicht zu erreichen. Unklar ist ebenfalls, ob die AG von den Amerikanern diesmal – wie in der Vergangenheit schon öfter – zu Rate gezogen wurde. Die AG klärt Schicksale von Piloten auf, die nach Einsätzen in der Nähe Oranienburgs vermisst werden. ca

Von Celina Aniol

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