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Rheinsberg Ein Museum fürs Kernkraftwerk
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00:36 26.05.2018
Die Blockwarte ist die einstige Steuerzentrale des Kernkraftwerks Rheinsberg. Sie soll möglichst im Museum wieder aufgebaut werden. Quelle: Mischa Karth
Rheinsberg/Neuruppin

Der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg hat schon vieles geschafft. Vor gut einem Jahr hat er in der Seestraße 22 sein „Haus der Stadtgeschichte“ bezogen, indem es seitdem wechselnde Ausstellungen und Gesprächrunden gibt; zudem bringt der Verein, der sich erst 2004 gegründet hat, jedes Jahr einen historischen Jahreskalender in einer Auflage von 500 Exemplaren heraus und er hat mit Hilfe der Arbeitsfördergesellschaft Rabs schon 18 000 Seiten der Rheinsberger Zeitung gescannt, die zwischen 1896 und 1942 dreimal in der Woche erschien. In der Internet-Datenbank des Vereins befinden sich mehr als 13 500 Objekte mit fast 100 000 Abbildungen. „Darüber würde sich manches Museum freuen“, sagt der Vereinsvorsitzende Jörg Möller voller Stolz.

Das Werk war eines der ersten Forschungsstätten

Doch ihr größtes Projekt haben die gut 120 Vereinsmitglieder noch vor sich: Sie wollen in Rheinsberg in den nächsten Jahre eine Art Museum für das Kernkraftwerk (KKW) Rheinsberg errichten. Immerhin gehörte es zur weltweit ersten Generation von Forschungs- und Versuchskraftwerken für die Stromerzeugung – und hat das Prinzenstädtchen über Jahrzehnte geprägt. Fachkräfte aus der gesamten DDR arbeiteten dort zwischen 1960, als die Arbeiten zwischen Nehmitz- und dem Großen Stechlinsee begannen, der Inbetriebnahme 1966 und seiner Stilllegung 1990. Auch heutzutage ist das einstige Kraftwerk noch ein großer Arbeitgeber. Wird es doch seit 1995 von den Energiewerken Nord (EWN) im Auftrag des Bundes nach und nach zurückgebaut.

Das Kernkraftwerk Rheinsberg auf einer Aufnahme vom 2. Juli 2015. Quelle: Mischa Karth

Doch was soll von dem ersten KKW der DDR bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg schon länger. Inzwischen ist klar, dass es in der Stadt ein Informationszentrum oder Museum geben soll, in dem sich jeder über die Geschichte des Kernkraftwerkes informieren kann. Der Verein hat sich mit Hilfe der Stadtverordneten bereits ein Grundstück gesichert. Doch wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis die ersten Arbeiten beginnen. Immerhin rechnet Vereinschef Möller mit einer Investition von sieben Millionen Euro. „Wir werden Schritt für Schritt vorangehen“, so Möller. So sei geplant, eine Stiftung für das Millionenprojekt zu gründen.

Großes Interesse an den Plänen

Beim Bildungsausschuss des Kreistages in Neuruppin stießen die Pläne des Vereins jüngst auf großes Interesse. Zudem soll das Museumsprojekt bei einer zweitägigen Tagung Mitte Juni auf dem einstigen KKW-Gelände unter dem Thema „Die Zukunft eines kulturellen Erbes“ vorgestellt werden. Zur Begrüßung hat sich nicht allein Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB-Freie Wähler) angesagt, vielmehr wollen auch eine Staatssekretärin aus dem Wissenschaftsministerium sowie Henry Cordes, der Geschäftsführer von EWN kommen. Das Unternehmen, das eigentlich nur für den Rückbau des KKW verantwortlich ist, stehe hinter dem Gedenkprojekt, betont Möller.

Ein Warnschild am Zaun. Quelle: Mischa Karth

Auch der Museumsverband Brandenburg hat sich mit den Plänen des Vereins Stadtgeschichte bereits beschäftigt und für gut befunden. „Wir sind generell dafür, sich eines solchen Themas anzunehmen“, sagt Susanne Köstering, die Geschäftsführerin des Museumsverbandes Brandenburg. Immerhin habe die Kernkraft deutschlandweit eine gesellschaftliche Relevanz. Dabei gehe es nicht allein um die Gefährlichkeit von Kernkraft und wie sie in den 1960er und 1970er gesehen wurde, sondern auch um den Ost-West-Konflikt. Immerhin habe damals die Frage gestanden, wer bei der Kernkraft die Nase vorn habe – der Osten oder der Westen?

Die Dimension zu veranschaulichen, wird schwer

Interessant sei zudem, wie das KKW Rheinsberg verändert habe. „Es gibt viele interessante Anknüpfungspunkte“, so Köstering. Ein Problem sei aber, dass das Kernkraftwerk komplett bis auf die grüne Wiese abgebaut werden müsse. Damit ist es schwer, Besuchern zu veranschaulichen, wie groß das KKW Rheinsberg war. Der Verein Stadtgeschichte will deshalb, dass die sogenannte Blockwarte, also die einstige Steuerzentrale des Kernkraftwerkes, die seit 1971 auf jedem 10-Mark-Schein der DDR abgebildet war, in dem Rheinsberger Museum wieder aufgebaut wird.

Die Tagung beginnt am Donnerstag, 14. Juni, um 10 Uhr im einstigen Kernkraftwerk. Anmeldungen sind ab sofort und bis 31. Mai beim Verein Stadtgeschichte Rheinsberg möglich, E-Mail: stadtgeschichte.rheinsberg@gmail.com. Die Teilnehmerzahl ist auf 150 Personen begrenzt. Die Teilnehmergebühr beträgt 100 Euro. Privatpersonen, Vereine, Studenten und Rentner zahlen 30 Euro.

Von Andreas Vogel

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