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Rheinsberg Wasserschaden: Streit um eine halbe Million Euro
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13:24 30.08.2019
Bis in die Wände sei das Wasser hochgezogen, berichtet Thomas Falk, Geschäftsführer der Musikkultur-Geselschaft. Derzeit werden im Gästehaus der Musikakademie Notreparaturen durchgeführt. Quelle: Celina Aniol
Rheinsberg

Der Wasserschaden im Gästehaus der Rheinsberger Musikakdemie ist enorm. Ein Gutachten taxiert die Beseitigungskosten auf rund eine halbe Million Euro, sagt Thomas Falk, Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg.

Die Notreparaturen laufen derzeit. Streit gibt es unterdessen darüber, wer für die Kosten aufkommt.

Für Falk ist klar, dass die Stadt für den vermutlich bereits vor Langem entstandenen und vor knapp einem Jahr entdeckten Schaden aufkommen muss. Denn Rheinsberg vermietet das Haus an die Musikkultur-Gesellschaft.

Stadt sieht Stiftung in der Pflicht

Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow glaubt indes, dass die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zahlen muss. Schließlich sei diese Eigentümerin des Objekts, das die Kommune lediglich pachtet.

„Es ist ein klassischer Gebäudeschaden, um den sich normalerweise der Eigentümer kümmern muss.“ Er sei auch von der Stadt der Stiftung vor Monaten gemeldet worden. Eine Antwort stehe jedoch aus.

Stiftung verweist auf Pflichten der Anderen

Die Stiftung will sich den Schwarzen Peter nicht zuschieben lassen. Laut des Pachtvertrags vom Januar 1997 obliegen der Stadt die Instandhaltung und -setzung des Hauses, sagt Stiftungssprecher Frank Kallensee.

Im Juni 1997 habe Rheinsberg diese Pflichten allerdings per Vertrag an die Musikakademie übertragen, deren Nachfolgerin die Musikkultur-Gesellschaft ist.

Mittlerweile ist das defekte Rohr unter dem Fliesenspiegel der Küche repariert. Quelle: Celina Aniol

Ein defektes Rohr unter der Küche des Gästehauses hat zu dem Wasserschaden geführt. Wann genau der Rohrbruch passierte, ist unklar. „Das Wasser ist an dieser Stelle nie ausgetreten“, sagt Falk. Aufgefallen ist das Problem, weil im November 2018 plötzlich Wasser im weiter entferntem Aufzugsschacht stand und später auch die Wände hochzog.

Daraufhin ging die Gesellschaft der Ursache auf die Spur. Und fand letztlich per Kamera, die in das Rohrsystem eingeführt wurde, den Bruch in der Leitung.

Sie ließ daraufhin mehrere Gutachten erstellen: zur Schimmelbildung, zu Kosten sowie zur Haftungsfrage. Zum Glück sei die Belastung durch Schimmel im sensiblen Bereich der Küche und Kantine nicht so stark gewesen, sagt Falk.

Gesellschaft geht in Vorleistung

Die Musikkultur habe an dieser Stelle auch Sofortmaßnahmen ergriffen und Luftreiniger eingesetzt. Seit dem Ende der Kammeroper-Saison werden nun weitere Notreparaturen durchgeführt.

So spät, weil vorher keine Sanierungsfirma Kapazitäten hatte. Für diese Arbeiten sei die Gesellschaft mit rund 30 000 Euro in Vorleistung gegangen. Sie musste dafür für eine Woche ihre Großküche sperren.

In dem Lastenaufzug der Küche sammelte sich zuerst Wasser. Mittlerweile ist dieser trocken – durch den Schaden aber teilweise vom Rost angegriffen. Quelle: Celina Aniol

Sitzen bleiben auf diesen Ausgaben will Falk aber nicht. Denn laut des Haftungsgutachtens, das sich mit den Verträgen der Stiftung, der Stadt und der Musikkultur-Gesellschaft beschäftigt hat, stehe die Kommune in Verantwortung. „Es ist ganz klar Sache des Vermieters.“

Der Rathauschef verneint das – hofft aber auf eine Einigung. Schließlich könne ein jahre- vielleicht jahrzehntelanger Rechtsstreit im Sinne keiner der drei Parteien sein. „Es ist ein komplizierter Fall“, sagt Schwochow. „Wir müssen nach Lösungen suchen.“

Wann der Wasserschaden in Gänze behoben wird, ist aufgrund der verworrenen Vertragslage derzeit noch völlig unklar.

Von Celina Aniol

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