Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rheinsberg Winterspaziergang im Rheinsberger Schlosspark
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg Winterspaziergang im Rheinsberger Schlosspark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:52 05.01.2020
Ursula Wackrow-Dietz vor der Feldsteingrotte – Fächer, Masken und Wunderkerzen hat sie bei den Führungen immer im Gepäck. Quelle: Cornelia Felsch
Rheinsberg

Winter im Rheinsberger Gartenreich – auch in der kalten Jahreszeit hat der Schlosspark seine Reize. „Losspazieren und Glück empfinden“ unter diesem Motto lud die zertifizierte Kultur- und Landschaftsführerin Ursula Wackrow-Dietz am Sonnabend zu einem Spaziergang auf den Spuren des Kronprinzen Friedrich und seines Bruders, des Prinzen Heinrich ein.

Der Himmel ist grau und dicke Regenwolken verfinstern den Himmel. Kalter Wind pfeift über den Schlosshof. Es fällt schwer, die malerische Schloss-, Park- und Seekulisse so richtig zu genießen und den Erläuterungen der Landschaftsführerin zu folgen, denn immer wieder reißt der Wind die Kapuze vom Kopf und die Hände werden klamm.

Schloss mit Blickachse zum See. Quelle: Cornelia Felsch

Ursula Wackrow-Dietz scheint das nichts auszumachen. Sie erzählt begeistert von den Festlichkeiten am Rheinsberger Hof – der Besuch der Prinzessin Anna Amalie im Jahr 1766 war einer der Höhepunkte. Die 18 Tage, die sie in Rheinsberg weilte, verschmolzen zu einem großen Gesamtkunstwerk, das Prinz Heinrich managte. Als Gastgeber gestaltete er jeden Tag das Programm, in das die gesamte Bevölkerung der Stadt mit einbezogen wurde.

Opernaufführungen, Empfänge im Boberowwald, Gondelfahrten, Konzerte wechselten sich ab, dazu gab es Feuerwerk und lukullische Köstlichkeiten. „In der heutigen Zeit wäre Prinz Heinrich als guter Eventmanager durchgegangen“, sagt Ursula Wackrow-Dietz. Wer mit ihr im Park unterwegs ist, braucht keine Bilder, um sich all das vorzustellen.

Fächer, Maske und Wunderkerzen

Ihre Beschreibungen lassen der Fantasie freien Lauf und während einer schöpferischen Pause am Heckentheater werden die Tourteilnehmer oft selbst zu Akteuren. Aus ihrer Tasche holt sie dann Fächer, Maske und Wunderkerzen. „Ich bin oft erstaunte, wie begeistert vor allem die Frauen dann auf der Bühne gestikulieren und sich dem Spiel hingeben“, sagt sie.

Schloss und Park Rheinsberg Quelle: historische Ansicht

Mit dem Einzug von Prinz Heinrich in Rheinsberg, im Jahr 1744, vollzog sich ein Wandel in der Schlossarchitektur, aber auch in der Gartengestaltung. Zwischen Stadtmauer und Marstall ließ er mit Hilfe illusionistischer Architekturmalerei den Blick auf die Hinterhöfe der Stadt verdecken. Sein Landschaftsgarten wartete immer wieder mit Überraschungen auf, Blickachsen spielen ein große Rolle, im Park lässt er Sträucher und Blumen wie Lupinen und Rosen pflanzen.

„Er wollte das Besondere, das einfach aussah und trotzdem schön war“, sagt die Landschaftsführerin. „Aber es war auch ein Event-Park für ihn, in dem zum Beispiel jedes Jahr eine Bauernhochzeit gefeiert wurde.“

Von Cornelia Felsch

Der Landschaftsarchitekt und Gartenplaner Mathias Gebauer kümmert sich als Fachbereichsleiter um den Rheinsberger Schlossgarten und ist neuer Vorsitzender des Kreis-Naturschutzbeirates in Ostprignitz-Ruppin.

05.01.2020

In der Kyritz-Ruppiner Heide sind bis Ende 2019 schon fast 4000 der international geächteten Streuwaffen entdeckt und vernichtet worden. Dabei konnten zwei Spezialfirmen erst knapp ein Viertel der 1100 Hektar großen Verdachtsfläche räumen.

04.01.2020

In den Ruppiner Kliniken soll ab 1. Juli ein Ingeriertes Notfallzentrum starten. Das Modell dafür wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten entwickelt. Noch offen ist, wann das Land über einen ständigen Rettungshubschrauber in Neuruppin befindet.

03.01.2020