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Ostprignitz-Ruppin Brandgefährliche Lage bei den Brandschützern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Brandgefährliche Lage bei den Brandschützern
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09:22 05.02.2014
Schläuche sind in Rheinsberg vorhanden, doch an Führungskräften und Atemschutzgeräteträgern mangelt es.
Schläuche sind in Rheinsberg vorhanden, doch an Führungskräften und Atemschutzgeräteträgern mangelt es. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Der Leipziger Brandschutz-Ingenieur Rainer Walther bescheinigt in dem mit Wehrleitung und Verwaltung abgestimmten Papier der Rheinsberger Feuerwehr unter anderem einen eklatanten Mangel an Führungskräften und Atemschutzgeräteträgern. Das Problem ist so groß, dass deswegen die Einheiten in Basdorf, Braunsberg, Wallitz und Zühlen nicht mehr selbstständig leistungsfähig sind. Auch die Truppen in Dorf Zechlin, Zechlinerhütte, Schwanow sowie Heinrichsdorf sind nur bedingt einsatzbereit, da dort nur noch jeweils eine Führungskraft zur Verfügung steht. Mindestens 14 Führungskräfte und 50 Atemschutzgeräteträger fehlen der Kommune.

Ein weiteres Problem stellt die Ausrüstung dar. So ist ein erheblicher Teil der Fahrzeuge älter als 25 Jahre und muss dringend gegen neuere Modelle ausgetauscht werden. Das Urteil über die Feuerwehrhäuser fällt sogar noch härter aus. Nur das Gebäude in der Kernstadt entspreche den heutigen Mindestanforderungen an ein neues Feuerwehrhaus, so Rainer Walther.

Noch in diesem Jahr will Rheinsberg mit der Umsetzung des Plans beginnen, der einen Leitfaden für die künftige Ausrichtung der Feuerwehr darstellt. So sollen Dierberg und Rheinsberg neue Fahrzeuge für insgesamt 580.000 Euro bekommen. Ob das Geld, das der Plan für den Autokauf in folgenden Jahren vorsieht, tatsächlich fließt, steht nicht fest. "Es ist aber wichtig, dass wir jetzt wissen, wie hoch der Bedarf ist", sagt Kämmerer Andreas Neubert. "Es ist eine Zielmarke, an der wir uns orientieren können."

Für Fred Kuball steht außer Frage, dass Rheinsberg in puncto Technik einen starken Nachholbedarf hat. Und doch treibt ihn viel mehr der Personalmangel um, der im Moment durch das Agieren in Zügen entschärft wird und laut Rainer Walther durch das Zusammenlegen von Einheiten gelöst werden soll. "Wir wollen dabei nicht wie Neuruppin mit Zwang arbeiten", sagt Kuball. "Noch nicht." Der Stadtbrandmeister hofft, dass die betroffenen Einheiten jetzt ihre Führungskräfte qualifizieren und die Ausbildung verbessern. Schließlich haben das einige Ortsteile wie Dierberg oder Luhme, die beim letzten Bedarfsplan 2007 zu den Problemfällen gehörten, auch geschafft.

Viel Hoffnung hat Kuball allerdings nicht. "Da, wo die Führung fehlt, gibt es niemanden, der die Leute motiviert", so Kuball. Dann passiere meistens gar nichts. Und das, obwohl die nun betroffenen Wehren schon seit Jahren von dem Problem wissen. Erst wenn die Personalfrage gelöst ist, werde er über Ausstattung nachdenken. "Ich werde keiner Einheit, die keine Führung hat, neue Technik hinstellen", so Kuball. "Und wir können nicht Gerätehäuser erhalten, in denen in fünf Jahren kein Feuerwehrmann ist." Auch der Planer schlägt vor, bei den Gebäuden erst nachzubessern, wenn die Personalentwicklung feststeht.

Von Celina Aniol

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